USA: Erstklässler schiesst auf Lehrerin – Schulleitung abgesetzt

    Keystone-SDA
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    USA,

    Anfang Jahr hatte ein Erstklässler (6) in den USA mit der Waffe seiner Mutter auf seine Lehrerin (25) geschossen. Nun gibt es erste Konsequenzen.

    Richneck-Grundschule
    Schilder stehen an der Richneck-Grundschule. Foto: Denise Lavoie/AP/dpa - sda - Keystone/AP/Denise Lavoie

    Das Wichtigste in Kürze

    • Ein Erstklässler hat in den USA mit der Waffe seiner Mutter auf seine Lehrerin geschossen.
    • Nun werden erste Konsequenzen gezogen.
    • Der Leiter der betroffenen Schulen des Bezirks wird abgesetzt.

    Anfang Jahr erschütterte ein erneuter Schusswaffenvorfall an einer Schule die USA: Ein sechsjähriger Erstklässler in New Port News schoss auf seine Lehrerin. Nun gibt es erste Konsequenzen.

    Der Schulrat der Kleinstadt im Bundesstaat Virginia setzte am Mittwochabend (Ortszeit) den Leiter der öffentlichen Schulen des Schulbezirks ab. Auch die Vizerektorin der Richneck Elementary School, an der sich der Vorfall ereignet hatte, trat zurück. Dies berichtete ein lokaler Sender.

    Der Sechsjährige hatte am 6. Januar eine Pistole mit in die Schule genommen und dort seiner Lehrerin in die Brust geschossen. Die 25-Jährige erlitt lebensgefährliche Verletzungen. Ausser ihr wurde niemand verletzt. Die Lehrerin konnte der Polizei zufolge noch alle Schüler aus dem Klassenzimmer bringen.

    Lehrerin auf dem Weg der Besserung

    Die Lehrerin sei auf dem Weg der Besserung, sagte ihre Anwältin am Mittwoch. Die Kugel befinde sich aber immer noch im Körper des Opfers und die Genesung werde lange dauern, erklärte eine Anwältin.

    Sechsjähriger Junge
    Ein Sechsjähriger hat in der Richneck Elementary School im US-Bundesstaat Virginia auf seine Lehrerin geschossen und sie dabei lebensgefährlich verletzt. - dpa

    Jetzt will die Lehrerin gegen die Schulleitung klagen, der sie schwere Versäumnisse vorwirft. Besorgte Lehrkräfte hätten die Schulleitung am Tag der Tat «innerhalb weniger Stunden dreimal» davor gewarnt, dass der Sechsjährige eine Waffe bei sich trage und andere bedrohe, sagte die Anwältin des Opfers am Mittwoch. Die Schulleitung habe die Warnungen aber heruntergespielt und nicht reagiert.

    Berichten des Senders NBC zufolge habe die Lehrerin kurz vor der Tat einer nahe stehenden Person in einer Textnachricht geschrieben, dass der Junge eine Waffe in seinem Rucksack habe, und dass die Schulleitung nichts dagegen unternehme. Dem Schuss soll nach Polizeiinformationen ein Streit vorausgegangen sein. Der Vorfall habe sich in einem Klassenzimmer abgespielt.

    Waffe gehörte Mutter des Jungen

    Nach der Tat war bekanntgeworden, dass die Schusswaffe der Mutter des Jungen gehörte. Sie hatte die Waffe nach Polizeiangaben legal erworben und zu Hause aufbewahrt. Dort habe sich der Schüler die Waffe genommen und sie in einem Rucksack mit in die Schule genommen. Die Polizei hatte mehrfach betont, dass die Tat kein Unfall gewesen sei, sondern der Junge vorsätzlich auf die Lehrerin geschossen habe.

    Nach dem Gesetz in Virginia ist es verboten, eine geladene Waffe so aufzubewahren, dass sie für Kinder unter 14 Jahren zugänglich ist. Vorfälle an Schulen mit solch jungen Schützen sind auch in den USA selten.

    newport news
    Nachrichten an die Lehrerin, die von einem sechsjährigen Schüler angeschossen wurde, zieren die Eingangstür der Rickneck Elementary School in Newport News. - keystone

    Laut einer von der «New York Times» zitierten Organisation gab es seit 1970 bisher 16 Fälle mit Schützen unter zehn Jahren. Bei drei von ihnen seien Sechsjährige beteiligt gewesen, von diesen drei Vorfällen seien zwei als versehentlich registriert worden.

    Die Ereignisse in Newport News unterstreicht die anhaltende Bedrohung durch Waffengewalt an Schulen in den USA. Im Mai waren bei einem Amoklauf an einer Grundschule in Uvalde im US-Staat Texas 19 Kinder und zwei Lehrer ums Leben gekommen.

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