Vergangene Woche hat das Oberste US-Gericht das Recht auf Abtreibung gekippt. Präsident Biden verurteilt die Entscheidung scharf.
Joe Biden
Joe Biden kritisiert die Entscheidung zum Abtreibungsrecht des Supreme Courts. - keystone
Ad

Das Wichtigste in Kürze

  • Biden verurteilt das gekippte Abtreibungsrecht des Supreme Courts.
  • Der Präsident bezeichnet das Oberste US-Gericht als «extremistisch».

US-Präsident Joe Biden hat das Oberste US-Gericht nach seiner Entscheidung zum Abtreibungsrecht erneut mit scharfen Worten attackiert. «Ich teile die öffentliche Empörung über dieses extremistische Gericht», sagte Biden am Freitag bei einer Schalte mit Gouverneurinnen und Gouverneuren.

Das Gericht wolle Amerika in die Vergangenheit zurückversetzen und Rechte beschneiden. Unter Ex-Präsident Donald Trump ist der Supreme Court weit nach rechts gerückt. Biden deutete auch an, dass er vor den Kongresswahlen im Herbst keine Möglichkeit sieht, eine uralte Regel im Senat auszusetzen, um in den USA per Gesetz ein landesweites Recht auf Abtreibung durchzusetzen. «Im Moment haben wir nicht die Stimmen im Senat», sagte er.

Der US-amerikanische Supreme Court hat das Recht auf Abtreibungen gekippt und damit landesweite Proteste ausgelöst. Präsident Joe Biden möchte das Recht, das Frauen über ihren eigenen Körper bestimmen lässt, nun gesetzlich verankern und das Urteil umgehen. Foto: Keith Birmingham/The Orange County Register via AP/dpa - ACHTUNG: Nur zur redaktionellen Verwendung und nur mit vollständiger Nennung des vorstehenden Credits
Der US-amerikanische Supreme Court hat das Recht auf Abtreibungen gekippt und damit landesweite Proteste ausgelöst. Präsident Joe Biden möchte das Recht, das Frauen über ihren eigenen Körper bestimmen lässt, nun gesetzlich verankern und das Urteil umgehen. Foto: Keith Birmingham/The Orange County Register via AP/dpa - ACHTUNG: Nur zur redaktionellen Verwendung und nur mit vollständiger Nennung des vorstehenden Credits - sda - Keystone/The Orange County Register via AP/Keith Birmingham

Er hoffe, dass sich das nach den Wahlen im November ändern werde. Bidens Demokraten haben im Senat aktuell nur eine hauchdünne Mehrheit. Sie kontrollieren 50 Sitze, also exakt die Hälfte - und werden daher regelmässig vom sogenannten Filibuster ausgebremst. Hinter der Aussetzung des Filibusters stehen auch nicht alle Demokraten. Der Senator Joe Manchin aus West Virginia und die Senatorin Kyrsten Sinema aus Arizona hatten sich bereits in der Vergangenheit dagegen ausgesprochen.

Supreme Court kippt Recht auf Abtreibung

Der Filibuster ist eine mehr als 100 Jahre alte Regelung, die besagt, dass bei vielen Gesetzesvorhaben 60 der 100 Senatoren einem Ende der Debatte zustimmen müssen, damit es überhaupt zu einem Votum in der Kongresskammer kommen kann. Biden warnte davor, dass die Republikaner im Herbst genug Stimmung bekommen können, um ein Gesetz durch den Kongress zu bringen, das Abtreibungen landesweit verbietet.

Der Supreme Court hatte das Recht auf Abtreibung vergangene Woche gekippt und argumentiert, es sei nicht in der Verfassung verankert. Da es kein landesweites Gesetz gibt, das das Recht schützt, liegt die Gesetzgebung nun bei den Bundesstaaten. Das Gericht hatte am Donnerstag auch Bidens Klimaagenda mit einer Entscheidung deutlich ausgebremst. In der kommenden Sitzungsperiode verhandelt es unter anderem einen Fall zum Wahlrecht, der erhebliche Folgen für die Präsidentenwahl 2024 haben könnte.

Mehr zum Thema:

Donald Trump Republikaner Joe Biden Gesetz Herbst Senat Gericht