Ukraine-Krieg: Russischer UN-Botschafter nennt Butscha «inszeniert»

    Keystone-SDA
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    USA,

    Russland leugnet die Gräueltaten seiner Armee in Butscha weiterhin. Der UN-Botschafter des Landes hat das Massaker als «inszeniert» abgetan.

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    Der russische UN-Botschafter Wassili Nebensja bezeichnete die Gräueltaten von Butscha als «inszenierte Provokation». - Keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Das Butscha-Massaker wird vom russischen UN-Gesandten als « Provokation» bezeichnet.
    • Wassili Nebensja sagte am Montag bei einer Pressekonferenz, Russland habe dafür Beweise.
    • Gräueltaten gegen Zivilisten habe das russische Militär keine begangen.

    Russlands UN-Botschafter Wassili Nebensja hat die Gräueltaten an Bewohnern der ukrainischen Stadt Butscha als «inszenierte Provokation» bezeichnet. Es handele sich dabei um eine «abscheuliche Provokation des Regimes in Kiew», sagte Russlands UN-Botschaft Wassili Nebensja am Montag bei einer Pressekonferenz in New York.

    Das russische Militär habe das, wofür es beschuldigt werde, nicht getan, es habe keine Gräueltaten gegen Zivilisten in der Ukraine begangen. «Das ist nicht der Fall, das war nicht der Fall, und das wird nie der Fall sein», sagte er.

    Für all das habe Russland Beweise, die es sobald wie möglich dem UN-Sicherheitsrat vorlegen werde, sagte Nebensja weiter. Russland hatte bereits für Montag eine Sondersitzung des UN-Sicherheitsrats beantragt. Die derzeitige britische Präsidentschaft des Rates beliess es aber bei der bereits angesetzten Sitzung am Dienstag, was Nebensja scharf kritisierte.

    Ukraine-Krieg
    Den ukrainischen Soldaten bot sich in Butscha ein Bild des Grauens. - Keystone

    Nach dem Rückzug russischer Truppen aus dem Nordwesten der ukrainischen Hauptstadt hatten Aufnahmen von Leichen auf den Strassen von Butscha international für Entsetzen gesorgt. Die Ukraine macht russische Truppen für die Gräueltaten verantwortlich. Diese hatten die kleine Stadt bis vor kurzem besetzt. Moskau bestreitet die Vorwürfe. Neue Satellitenbilder haben aber mittlerweile gezeigt, dass einige Leichen schon vor dem Russen-Abzug auf den Strassen lagen.

    Pentagon macht Russland für Taten in Butscha verantwortlich

    Das Pentagon zweifelt währenddessen nicht daran, dass die Gräueltaten in der ukrainischen Stadt Butscha russischen Kräften zuzuschreiben sind. «Ich denke, es ist ziemlich offensichtlich - nicht nur für uns, sondern für die Welt - dass russische Kräfte für die Gräueltaten in Butscha verantwortlich sind», sagte der Sprecher des Pentagons, John Kirby. Die USA könnten nicht genau sagen, welche Einheiten dort im Einsatz gewesen seien, aber es gebe keine Zweifel, dass die Gräueltaten stattgefunden hätten und eine Tat der russischen Kräfte seien, sagte Kirby.

    Biden
    Joe Biden bezeichnet Putin in seiner Rede als «Kriegsverbrecher» und will ihn wegen der Kriegsverbrechen vor Gericht stellen. - keystone

    US-Präsident Joe Biden fordert währenddessen, den russischen Staatschef Wladimir Putin wegen Kriegsverbrechen vor Gericht zu stellen. «Er sollte zur Rechenschaft gezogen werden», sagte Biden in Washington. «Dieser Kerl ist brutal. Es ist abscheulich, was in Butscha passiert, und alle haben es gesehen», sagte Biden. Es handle sich um ein Kriegsverbrechen. Untersuchungen müssten nun «alle Details» dokumentieren, «damit es einen Prozess wegen Kriegsverbrechen geben kann», sagte Biden.

    Der Präsident erklärte zudem, die USA würden ihre Sanktionen gegen Russland wegen des Angriffskriegs in der Ukraine weiter verschärfen. «Ich werde weiter Sanktionen hinzufügen», sagte Biden. Zudem würden die USA die Ukraine auch weiter mit Waffen für den Kampf gegen die russischen Angreifer versorgen, sagte er. Russland weist Schuld von sich

    Selenskyj will Verbrechen lückenlos aufklären

    Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj betont, die Verbrechen von Butscha und anderen ukrainischen Städten lückenlos aufklären zu wollen. Dazu arbeite man unter anderem mit der EU und dem Internationalen Strafgerichtshof zusammen, sagte er in einer Videobotschaft. Die Verantwortlichen sollen für die Verbrechen zur Rechenschaft gezogen werden.

    «Die Zeit wird kommen, in der jeder Russe die ganze Wahrheit darüber erfahren wird, wer von ihnen seine Mitbürger getötet hat. Wer Befehle gegeben hat. Wer bei den Morden ein Auge zugedrückt hat», sagte Selenskyj. Er lud Journalisten aus der ganzen Welt ein, sich die zerstörten Städte anzusehen. «Lassen Sie die Welt sehen, was Russland getan hat!»

    Auch der ukrainische Innenminister Denys Monastyrskyj sichert eine schnelle unabhängige Überprüfung und Dokumentation zu. «Sobald die Brücken repariert sind, die die Russen beim Rückzug gesprengt haben, werden Sachverständige Zugang erhalten», sagte er dem «Tagesspiegel». «Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz ist schon involviert in die Beweismittelsammlung», so der Minister.

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