Das Hin und Her um das texanische Abtreibungsgesetz geht weiter. Ein Berufungsgericht hat es wieder in Kraft gesetzt.
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Das texanische Abtreibungsgesetz ist wieder in Kraft. - Keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Bundesstaat Texas hat vor einem Berufungsgericht recht bekommen.
  • Das umstrittene Herzschlag-Abtreibungsgesetz ist vorläufig wieder in Kraft.
  • Erst am Mittwoch hat es ein Bundesrichter ausser Kraft gesetzt.

Ein Berufungsgericht in Texas hat das extrem strenge Abtreibungsgesetz des Bundesstaats vorübergehend wieder in Kraft gesetzt. Das Gericht gab damit einem Antrag des Bundesstaats Texas am Freitagabend statt. Erst am Mittwoch hatte ein Richter in Texas das Gesetz vorübergehend gestoppt. Er hat damit einer Klage der Regierung von US-Präsident Joe Biden stattgegeben – Texas hatte gegen diese Entscheidung sofort Berufung eingelegt.

Texas
Gegner des herzschlag-Gesetzes protestierten immer wieder dagegen. - Keystone

Seit Anfang September ist das sogenannte Herzschlag-Gesetz in Kraft, das die meisten Schwangerschaftsabbrüche in Texas untersagt. Es verbietet Abtreibungen, sobald der Herzschlag des Fötus festgestellt worden ist. Das kann schon in der sechsten Schwangerschaftswoche der Fall sein. Viele Frauen wissen zu diesen Zeitpunkt noch nicht, dass sie schwanger sind.

Aussergewöhnlich an der Regelung ist, dass sie Privatpersonen ermöglicht, zivilrechtlich gegen alle vorzugehen, die einer Frau bei einem Schwangerschaftsabbruch helfen. Die US-Regierung sprach von «Kopfgeldjägern», da alle Menschen, die einer Frau bei einer Abtreibung in irgendeiner Form unterstützen, von Privatpersonen verklagt werden können.

Abtreibung texas
Auch die Befürworter des Abtreibungsverbots zeigten ihren Unmut. - Keystone

Das Berufungsgericht in New Orleans hat nun die US-Regierung aufgefordert, bis Dienstag zu reagieren während der Einspruch des Bundesstaats Texas weiter geprüft wird. Der Streit könnte letztlich vor dem Obersten Gerichtshof der USA landen.

Einige Abtreibungskliniken hatten am Donnerstag wieder begonnen, Schwangerschaftsabbrüche, die unter dem Herzschlag-Gesetz verboten sind, durchzuführen - allerdings längst nicht alle. Denn die Kliniken müssen fürchten, nachträglich verklagt zu werden, falls ein höheres Gericht die einstweilige Verfügung zur Aussetzung des Gesetzes wieder kippt. Die Entscheidung des Berufungsgerichts in New Orleans überrascht nicht, das Gericht hatte zuvor bereits das Inkrafttreten des Gesetzes erlaubt.

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