Die jahrelangen Untersuchungen zum Vorwurf von Preisabsprachen hat Sandoz mit einem Vergleich abgeschlossen. 185 Millionen Dollar zahlt die Novartis-Tochter.
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Sandoz ist eine Tochter-Firma von Novartis. - Keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Novartis-Tochter Sandoz wurden Preisabsprachen vorgeworfen.
  • Nun wurden die Untersuchungen mit einer Vergleichszahlung abgeschlossen.
  • 185 Millionen Dollar zahlt der Hersteller von Generika.

Die Novartis-Generikatochter Sandoz sowie zwei weitere Hersteller von Generika haben in den USA eine jahrelange Untersuchung zum Vorwurf von Preisabsprachen mit einem Vergleich abgeschlossen.

Insgesamt müssen die US-Einheit Sandoz Inc. sowie die US-Firmen Taro Pharmaceuticals und Apotex laut dem US-Justizministerium (Department of Justice; DoJ) 447,2 Millionen US-Dollar bezahlen.

Sandoz allein leistet eine Zahlung von 185 Millionen Dollar, wie das DoJ in der Mitteilung vom Freitagabend schreibt.

Taro muss mit 213,2 Millionen Dollar am meisten bezahlen und an Apotex bleiben 49 Millionen Dollar als Vergleichszahlung hängen. Im untersuchten Fall ging es um Absprachen bei der Festsetzung von Medikamentenpreisen in den Jahren 2013 bis 2015.

Für Sandoz kommt der Entscheid nicht überraschend, wie das Unternehmen selbst schreibt. Denn er sei das erwartete Ergebnis, nachdem sich Sandoz bereits im März 2020 mit der DoJ-Antitrust-Einheit geeinigt habe.

Keine neuen Anschuldigungen

Der nun veröffentlichte Vergleich enthalte keine neuen Anschuldigungen. Die Vergleichszahlung seien bereits früher in vollem Umfang Rückstellungen gebildet worden. Sandoz habe des weiteren mit dem Kontrollbüro des US-Departements für Gesundheitsdienste eine bis 2026 laufende Integritätsverpflichtung abgeschlossen.

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Medikament-Pillen (Symbolbild). - Pixabay

Sandoz habe während der Ermittlungen stets mit den US-Behörden kooperiert, heisst es weiter. Und das Unternehmen hält fest, dass die angeprangerten Vorkommnisse mit den von Sandoz gelebten Werten und Richtlinien im Widerspruch stünden. Die Personen, welche in diesen Fall verwickelt waren, seien inzwischen nicht mehr bei Sandoz angestellt.

Bei den von den Preisuntersuchungen betroffenen Sandoz-Medikamenten handelt es sich laut DoJ um Benazepril HCTZ. Dieses wird zur Behandlung von Bluthochdruck eingesetzt. Ebenfalls betroffen war Clobetasol zur Behandlung von Hautkrankheiten.

Stein des Anstosses seien auch Vereinbarungen mit anderen Pharmaherstellern gewesen. Für bestimmte Generika seien nach dem Anti-Kickback-Gesetz verbotene Vergütungen bezahlt worden, kritisiert das DoJ weiter.

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