Ein Jahr nach dem Dammbruch, der ca. 256 Menschen tötete, sind die Wunden immer noch tief. Nun fordern die Opfer eine gemeinsame Entschädigung.
Dammbruch in Brasilien - 1. Jahrestag
Feuerwehrleute bergen mit Hilfe eines Hubschraubers eine Leiche, Helfer suchen im Schlamm nach Opfern und möglicherweise Überlebenden. - dpa
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Das Wichtigste in Kürze

  • Vor einem Jahr riss ein Dammbruch in Brasilien 256 Menschen in den Tod.
  • Die Angehörigen der Opfer verlangen nun Entschädigung

Ein Jahr nach dem verheerenden Dammbruch an einer Eisenerzmine in Brasilien verlangen die Angehörigen der Opfer eine gemeinsame Entschädigung. «Die Forderung der Familien und Organisationen ist, dass ein Vertrag über eine gutachterliche Begleitung des Verfahrens geschlossen und die Entschädigung kollektiv vorgenommen wird», sagte der Koordinator von Caritas der Deutschen Presse-Agentur.

Bislang setzt der Bergbaukonzern Vale auf Verhandlungen mit einzelnen Opferfamilien. «Die Betroffenen nehmen dann oft, was ihnen angeboten wird, auch wenn es unter dem liegt, was sie bekommen könnten», sagte Vieira.

Unfall folgte auf Fehleinschätzung

Der Damm an der Mine Córrego do Feijão war am 25. Januar 2019 gebrochen. Eine Schlammlawine rollte über Teile der Anlage und benachbarte Siedlungen nahe der Ortschaft Brumadinho hinweg. Menschen, Häuser und Tiere wurden darunter begraben. Mindestens 256 Menschen kamen bei dem Unglück ums Leben. Nach weiteren elf Vermissten wird noch immer gesucht.

Vale und dessen Mutterfirma stehen derzeit unter schwerer Kritik. Kurz vor dem Dammbruch hatten Mitarbeiter der brasilianischen Tochter des TÜV Süd die Rückhaltebecken geprüft und für sicher befunden, was sich später als fatal falsch ausstellte. Laut «Die Zeit» wurde auch Anklage wegen Verstoss gegen lokale Antikorruptionsgesetze eingereicht.

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