«Ohne Erlaubnis»: Kult-Auswanderer gehen gegen «Richi»-Song vor
Der berühmte TV-Satz wurde zum Meme und zur Partyhymne. Jetzt kritisiert die Familie die Nutzung – und spricht von Respektlosigkeit.

Das Wichtigste in Kürze
- Die Schönbächlers wurden durch «Jaa Richiii!» Teil der Schweizer TV-Popkultur.
- Jetzt kritisiert die Familie Fanartikel und Songnutzung ohne Einwilligung.
- Besonders den Nati-Torsong «Richi» nennt sie respektlos und verletzend.
Durch die SRF-Dokuserie «Auf und davon» wurde die Familie Schönbächler vor 16 Jahren landesweit berühmt. Vor allem wegen einer Szene:
Hermann Schönbächler sitzt mit seinem kleinen Sohn Richi im Bagger, der Bub will hinaus, fällt. Da ruft der Vater den Satz, der später Kultstatus erreicht: «Jaa Richiii! I ha gseit, du söusch di guet häbe.»
Aus dem TV-Moment wurde ein Schweizer Meme, aus dem Meme ein Stück Popkultur. Es folgten Sprüche, Bilder, Fanartikel und schliesslich sogar ein Song, der seit 2024 offizieller Torsong der Schweizer Eishockey-Nationalmannschaft ist.
Familie kritisiert Stubete-Gäng-Song – «ohne unser Einverständnis»
Genau dagegen wehrt sich die Familie nun öffentlich. In einem Facebook-Post schreibt sie, man habe «seit mehreren Jahren probiert, uns von den Medien möglichst fernzuhalten». Trotzdem sei die Familie weiter öffentlich thematisiert worden.
Besonders scharf kritisieren die Schönbächlers die kommerzielle Nutzung ihrer Geschichte. Die mit Gewinnabsichten produzierten und verkauften «Fanartikel» seien «ohne unser Wissen und ohne unser Einverständnis produziert und vertrieben» worden. Zudem habe die Familie «nie einen monetären Anteil erhalten».
Als «absoluten Höhepunkt der Respektlosigkeit» bezeichnet sie die Partyhymne «Richi» der Stubete Gäng. Die Familie wirft den Musikern vor, «ohne Erlaubnis von uns oder dem SRF Hermanns Stimme und Zitate» verwendet zu haben.
Auch die Wahl zum «Torsong» für die Schweizer Eishockey-Nati, wodurch das Lied immer populärer wurde, sei ohne ihr Wissen erfolgt.
Vor allem aber verletze der Text aus ihrer Sicht «die Privat- und Intimsphäre» sowie die «Würde unseres Sohnes». Die Familie ruft deshalb dazu auf, den Song auf Youtube zu melden.
Abschliessend bittet sie darum, die Sache «nach all diesen Jahren endlich ruhen zu lassen» und ihren Kindern «Respekt und Distanz » zu geben.
Post stösst auf Kritik
In der Kommentarspalte stösst der Post der Schönbächlers nicht nur auf Zuspruch. Mehrere User zeigen zwar Verständnis für den Wunsch nach Ruhe, äussern aber auch Kritik.
So fragt eine Userin: «Ist die Privatsphäre der Kinder nicht bereits verletzt worden, als die Eltern die Auswanderung im öffentlichen Fernsehen dokumentiert haben und ihre minderjährigen Kinder der ganzen interessierten Welt (oder Schweiz) gezeigt haben?»
Auch ein weiterer User verweist darauf, dass die Familie ihr Privatleben einst selbst öffentlich gemacht habe. Ein solcher Schritt habe positive wie negative Konsequenzen.
Zwar verurteile er die gewinnbringenden Merchandise-Verkäufe, räumt er ein: «Aber den Hype um Richi, den haben Sie schon ein wenig selber angefeuert.» Zudem hätten die Schönbächlers «sicherlich einen Haufen Fame» und auch ein wenig Geld geerntet.
Wieder andere finden, der Einwand der Schönbächlers komme reichlich spät.
Vereinzelt gibt es aber auch nachdenkliche Stimmen. So hält ein Kommentar fest: «Richi ist Kult – aber das ihn nie jemand gefragt hat ob er das will, darüber habe ich nie nachgedacht Zack – Augen geöffnet!»















