Nicaragua: Solidarität von Regierungsgegnern für Kirchenvertreter

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    Im Konflikt mit der Regierung in Nicaragua stellen sich Kirchenvertreter auf die Seite der Regierungsgegner – und bringen sich selber in Gefahr.

    In Nicaragua gingen tausende Personen auf die Strasse, um ihre Solidarität mit der Kirche zu zeigen.
    In Nicaragua gingen tausende Personen auf die Strasse, um ihre Solidarität mit der Kirche zu zeigen. - Keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • In Nicaragua stellen sich Kirchenvertreter auf die Seite der Opposition.
    • Die Positionierung bringt sie in eine gefährliche Lage.

    In Nicaragua haben tausende Demonstranten ihre Solidarität mit Kirchenvertretern zum Ausdruck gebracht. Diese waren bei der Vermittlung im Konflikt zwischen Regierungsgegnern und Staatschef Daniel Ortega zwischen die Fronten geraten.

    An dem 6,6 Kilometer langen Protestmarsch zur Kathedrale in der Hauptstadt Managua beteiligten sich am Samstag erstmals neben Katholiken auch Evangelikale und Atheisten. Die Demonstranten riefen Parolen wie «Gerechtigkeit!» und «Bischof, mein Freund, das Volk ist mit Dir!». Der Protestmarsch ging ohne Zwischenfälle zu Ende.

    Der linksgerichtete Staatschef Ortega sieht sich seit Monaten Massenprotesten ausgesetzt, die von Polizei und Paramilitärs regelmässig niedergeschlagen werden. Seit Mitte April wurden nach Angaben von Menschenrechtsgruppen bereits mehr als 300 Menschen getötet und mehr als 2000 weitere verletzt.

    Ortega will nicht zurücktreten

    Die katholische Kirche hatte versucht, in dem Konflikt zu vermitteln, die Gespräche aber Anfang Juni abgebrochen, nachdem ein Protestzug von Müttern von Todesopfern mit Schusswaffen angegriffen worden war. Die Kirchenvertreter stellten sich auf die Seite der Gewaltopfer und wurden in der Folge selbst beschimpft, bedroht und angegriffen.

    Auslöser der Proteste gegen Ortega waren später zurückgenommene Rentenkürzungen. Sie richten sich inzwischen gegen den autoritären Regierungsstil Ortegas und seiner Ehefrau, Vizepräsidentin Rosario Murillo. Am Montag lehnte Ortega in einem Interview mit dem US-Fernsehsender Fox News einen Rücktritt erneut ab. Die nächsten Wahlen würden wie geplant 2021 abgehalten, sagte er.

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