NGO fordert Freilassung von japanischem Journalisten im Iran

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USA,

Das Komitee zum Schutz von Journalisten (CPJ) hat die sofortige Freilassung eines im Iran inhaftierten japanischen Journalisten gefordert.

CPJ
Das CPJ mit Sitz in New York. - AFP

«Die Festnahme von Shinnosuke Kawashima und die Einschüchterung seiner Kollegen spiegeln die gezielten Bemühungen der iranischen Behörden wider, unabhängige Berichterstattung zu unterbinden», sagte CPJ-Regionaldirektorin Sara Qudah laut einer Mitteilung.

Kawashima arbeitet in Teheran als Bürochef für den japanischen Fernsehsender NHK. Die Festnahme eines Büroleiters sowie die wiederholte Vorladung von Mitarbeitern seien keine Einzelfälle, kritisierte CPJ. Es handele sich um Taktiken, «die darauf abzielen, Journalisten zum Schweigen zu bringen».

Entsprechende Massnahmen «sollen Selbstzensur erzwingen und unabhängige Medien aus dem Land vertreiben», schrieb das Komitee. Eine weitere Journalistin des Senders sei aus dem Iran geflohen.

Kawashima wurde nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur (dpa) im Januar im Rahmen der jüngsten Massenproteste in der Islamischen Republik festgenommen. Am Mittwoch forderte die Regierung in Tokio die Freilassung eines japanischen Staatsangehörigen, ohne ihn beim Namen zu nennen. Auch der Sender äusserte sich nicht zu dem Fall. «Als NHK steht die Sicherheit unserer Mitarbeiter immer an erster Stelle», sagte ein Sprecher lediglich.

Anfang Januar hatte Irans Sicherheitsapparat Massenproteste im Land brutal niedergeschlagen. Laut dem Aktivistennetzwerk HRANA kamen mehr als 7.000 Menschen ums Leben, unter ihnen auch mehr als 200 Staatskräfte. Es gab rund 53.500 Festnahmen. Die Demonstrationen, ausgelöst zunächst durch eine massive Wirtschaftskrise, waren die schwersten seit Jahren. Auch viele iranische Reporter im Land gerieten nach den Protesten ins Visier der Justiz.

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