Millionen-Entschädigung nach «Titan»-Implosion gefordert

    Keystone-SDA
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    USA,

    Nach dem tragischen Unglück des Tauchbootes «Titan» fordert die Familie eines Opfers 50 Millionen Dollar Schadenersatz.

    HANDOUT - Dieses undatierte von OceanGate zur Verfügung gestellte Foto zeigt zeigt das Tauchboot «Titan». Foto: Oceangate/ZUMA Press Wire Service/dpa - ACHTUNG: Nur zur redaktionellen Verwendung im Zusammenhang mit der aktuellen Berichterstattung und nur mit vollständiger Nennung des vorstehenden Credits
    Dieses undatierte, von OceanGate zur Verfügung gestellte Foto zeigt das Tauchboot «Titan». Foto: Oceangate/ZUMA Press Wire Service/dpa - sda - Keystone/ZUMA Press Wire Service/Oceangate

    Rund ein Jahr nach der Implosion des Tiefsee-Tauchbootes «Titan» im Nordatlantik verlangt die Familie eines der fünf Toten 50 Millionen Dollar (rund 46 Millionen Euro) Schadenersatz.

    Der Betreiber habe grob fahrlässig gehandelt, heisst es in der Klage, die nach Angaben der beauftragten Anwälte im Namen der Angehörigen des damals gestorbenen französischen Wissenschaftlers Paul-Henri Nargeolet bei einem Gericht in Seattle im US-Bundesstaat Washington eingereicht wurde. Nargeolet (77) war als «Monsieur Titanic» bekannt und galt als einer der führenden Experten für das Wrack des Luxusliners.

    Die fünf Insassen des Tauchbootes waren im Juni 2023 auf einer Expedition zu der 1912 gesunkenen «Titanic» unterwegs, als das Unglück geschah. Bei einer Implosion bricht ein Objekt schlagartig zusammen, wenn der Aussendruck grösser ist als der Innendruck. Weiter heisst es in dem am Donnerstag vorgelegten Dokument, es seien zudem Mängel und Unzulänglichkeiten des Tauchbootes nicht offengelegt beziehungsweise absichtlich verschwiegen worden.

    Vorwürfe gegen den Betreiber

    US-Medien zufolge heisst es in der Klage gegen den US-Betreiber Oceangate und andere zudem, dass die Besatzung irgendwann erkannt haben müsse, dass alle Insassen sterben würden und dass diese daher «Angst und seelische Qualen» erlebt haben müssten. «Der gesunde Menschenverstand sagt, dass die Besatzungsmitglieder, bevor sie starben, sehr wohl wussten, dass sie sterben würden.»

    An Bord der «Titan» waren neben Nargeolet der britische Abenteurer Hamish Harding (58), der britisch-pakistanische Unternehmensberater Shahzada Dawood (48) und dessen 19-jähriger Sohn Suleman sowie der Chef der US-Betreiberfirma Oceangate, Stockton Rush (61).

    Experten seien sich einig, dass ein akustisches Signal die Crew davor gewarnt habe, dass die Hülle des rund sieben Meter langen Tauchbootes unter dem extremen Druck zu brechen drohte. Der Pilot habe daher versucht, Gewicht abzulassen und den Tauchgang abzubrechen.

    Schweigen des Betreibers

    Der Betreiber habe sich bislang nicht zu der Klage äussern wollen hiess es in den Berichten.«Wir hoffen, dass wir mit dieser Klage Antworten für die Familie bekommen können, wie genau das passiert ist, wer alles daran beteiligt war und wie die Beteiligten so etwas zulassen konnten», sagte Tony Buzbee einer der an der Klage beteiligten Anwälte.

    Tage nach dem Verschwinden des Tauchbootes südlich von Neufundland hatte ein Tauchroboter knapp 500 Meter vom Bug des «Titanic»-Wracks entfernt die Trümmer der «Titan» entdeckt. Laut Fachleuten deutet alles darauf hin, dass der Rumpf des Boots dem enormen Wasserdruck nachgab und implodierte.

    Die «Titanic» liegt in rund 3800 Metern Tiefe auf dem Meeresgrund. Der Luxusdampfer war im Jahr 1912 untergegangen, mehr als 1500 Menschen starben damals.

    Unzureichende Sicherheitsvorkehrungen

    Oceangate hatte die Tiefsee-Expeditionen zur «Titanic» für etwa 250'000 Dollar pro Person im Angebot und schon rund ein halbes Dutzend Mal gemacht, war aber von Beginn an – wie erst später öffentlich bekannt wurde – mit Sicherheitsbedenken zahlreicher Experten konfrontiert worden.

    «Titan» war von keiner Behörde oder Einrichtung für bemannte Tiefseetauchgänge überprüft, zertifiziert oder offiziell zugelassen worden. Standards seien umgangen und Warnungen missachtet worden, hiess es.

    Oceangate hat nach eigenen Angaben inzwischen alle Erforschungen und kommerziellen Geschäftstätigkeiten eingestellt. Untersuchungen des Vorfalls laufen unter anderem bei der US-Küstenwache und der Transportsicherheitsbehörde Kanadas.

    Kommentare

    User #6303 (nicht angemeldet)

    Tragisch kann man dieses Fiasko nicht nennen. Es kam mit Ansage.

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    Klage

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