Keine Tötungsstrategie: Orcas zerfetzen Mondfische

Keystone-SDA
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USA,

Orcas rammen bei einer gemeinsamen Aktion tote Mondfische und zerfetzen sie in viele kleine Teile. Das haben Biologen mit Videoaufnahmen gezeigt.

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Orcas rammen bei einer gemeinsamen Aktion tote Mondfische und zerfetzen sie in viele kleine Teile. (Symbolbild) - keystone

«Wir haben dokumentiert, wie ein Orca einen Mondfisch festhält und ihn loslässt, kurz bevor ihn ein anderer Orca mit hoher Geschwindigkeit rammt, wodurch das Gewebe in Tausende von Stücken zerbricht», sagt Erstautorin Kathryn Ayres von der Meeresschutz-Organisation Beneath The Waves.

«Wir vermuten, dass dies jüngeren Orcas die Nahrungsaufnahme erleichtert oder einfach nur dem Spiel dient. Orcas sind dafür bekannt, mit ihrer Beute zu spielen», ergänzt die Wissenschaftlerin.

Mondfische bewegen sich in verschiedenen Wassertiefen und kommen auch zur Oberfläche. Im Golf von Kalifornien wurden Orcas schon häufiger dabei beobachtet, wie sie Mondfischen Wunden zufügten und durch diese fettreiche innere Organe entfernten. Die Studie im Journal «Frontiers in Ethology» zeigt nun ein weiteres Verhalten – dokumentiert vor der Südküste des mexikanischen Bundesstaates Baja California Sur.

2024 beobachtete die Meeresbiologin Ayres dort, wie ein Orca-Weibchen einen toten Spitzschwanz-Mondfisch (Masturus lanceolatus) an dessen grosser Schwanzflosse festhielt. Wunden wiesen darauf hin, dass dessen Eingeweide bereits fehlten. Ein Männchen beschleunigte sein Schwimmen und hielt auf den Mondfisch zu. Kurz vor dem Aufprall liess das Weibchen den Fisch los. Der Zusammenstoss von Orca und totem Mondfisch zerfetzte das Gewebe des Mondfischs.

Ein Jungtier der Orca-Gruppe begann daraufhin, die Fetzen des Fisches zu fressen. Die erwachsenen Tiere frassen die Überreste des Körpers, liessen die kleineren Fragmente aber unberührt. 2025 ist laut Studie ein ähnliches Ereignis vor der Isla Cerralvo im Golf von Kalifornien (Mexiko) gefilmt worden.

Da die gerammten Mondfische bereits tot und ihre Eingeweide entfernt waren, sei das Verhalten keine Tötungsstrategie, schreibt das Team. Es nennt verschiedene Interpretationen: Es könne aus elterlicher Fürsorge geschehen sein, weil die Jungtiere so effizienter fressen können. Möglicherweise sei es auch eine Art Spielerei, die soziale Funktionen habe, und letztlich könnte es eine Schulung für Jungtiere sein.

Orcas (Schwertwale) fressen nach Studienangaben etwa 200 Tierarten. Dabei jagen sie häufig gemeinsam – manchmal auch Tiere, die grösser sind als sie selbst: Die kooperative Jagd geschehe auch auf Walhaie, heisst es in der Studie. Dabei hielten gleich mehrere Tiere die Beute fest, während ein weiteres Tier sie ramme. Orcas blockieren Fluchtwege von Weissen Haien oder erzeugen gemeinsam Wellen, um Robben und Pinguine von treibenden Eisschollen zu spülen.

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