In See infiziert: Mädchen (†8) stirbt durch hirnfressende Amöbe

Antun Boskovic
Antun Boskovic

USA,

Die achtjährige Lillian S.* infizierte sich vermutlich beim Baden in einem Stausee mit einer äusserst seltenen hirnfressenden Amöbe. Nun ist sie tot.

Lillian Tod Amöbe
Lillian starb kurz nach ihrem 8. Geburtstag. - Facebook/LoveforLillian

Das Wichtigste in Kürze

  • Lillian S.* starb nur einen Tag nach ihrem 8. Geburtstag.
  • Schuld daran war eine vom Einzeller Naegleria fowleri ausgelöste Erkrankung.
  • Die hirnfressende Amöbe soll beim Baden in einem Stausee durch die Nase des Mädchens eingedrungen sein.

Tragischer Fall in den USA: Erst vor wenigen Tagen wurde bekannt, dass sich Lillian S.* mit einer hirnfressenden Amöbe infiziert hatte. Nun ist das Mädchen einen Tag nach seinem Geburtstag an den Folgen der Infektion gestorben.

Ihre Eltern schrieben am Sonntag in einem öffentlichen Beitrag auf Facebook: «Letzte Nacht ist Lillian aus unseren Armen in die Arme von Jesus gegangen.»

«Die Verletzungen an ihrem Gehirn waren zu schwer, als dass sich ihr kleiner Körper davon hätte erholen können. Alle haben alles getan, was sie konnten, um sie bei uns zu behalten.»

Lillian USA Amöbe
Dieses Bild von Lillian posteten ihre Eltern auf Facebook, als sie vermeldeten, dass das Mädchen von ihnen gegangen sei. - Facebook/LoveforLillian

Laut der Gesundheitsbehörde des US-Staates Louisiana soll sich Lillian beim Schwimmen im Stausee «Lake Claiborne» infiziert haben. Der Einzeller Naegleria fowleri sei wahrscheinlich über die Nase des Mädchens in seinen Körper gelangt.

Zustand abrupt verschlechtert

Diese hirnfressende Amöbe arbeitet sich im Normalfall von den Nasennebenhöhlen bis ins Gehirn vor. Experten gehen von einer Sterblichkeitsrate von 95 bis 99 Prozent aus. Deswegen hatten die Medikamente bei dem Mädchen keine Wirkung gezeigt.

Die Familie berichtete auf Facebook seit wenigen Tagen öffentlich über den Krankheitsverlauf von Lillian. Zu Beginn hätte ihre Tochter Fieber gehabt und über Erschöpfung und Unwohlsein geklagt.

Doch dann verschlechterte sich ihr Zustand abrupt, wie die Mutter auf Facebook schrieb: «Am Samstagnachmittag klagte sie über Doppelbilder, und mir fiel auf, dass ihre Pupillen überhaupt nicht symmetrisch waren.»

«Gab ihr Bestes, um zu lächeln»

Anschliessend hätten sie ihre Tochter auf die Intensivstation gebracht, wo sie auch ihren achten Geburtstag verbracht habe. «Selbst als es ihr schon so schlecht ging, gab sie ihr Bestes, um zu lächeln. Und ein lustiges Foto zu machen.»

Doch die Amöbe hatte Lillians Gehirn schon zu schwer beschädigt: Am Sonntagmorgen verstarb die Achtjährige im Kreis ihrer Familie.

Ihre zwei kleinen Brüder müssen nun ohne ihre grosse Schwester aufwachsen. «Wir sind untröstlich und wissen ehrlich gesagt nicht, wie es nun weitergehen soll», schrieben die Eltern auf Facebook.

«Fast immer tödlich»

Wie die US-Gesundheitsbehörde gegenüber «ABC News» erklärt, gab es in den USA zwischen 1937 und 2025 nur rund 180 Naegleria fowleri-Infektionen. Die Erkrankungen würden «fast immer tödlich verlaufen», seien aber nicht von Mensch zu Mensch übertragbar.

Die Amöbe komme in warmen Süsswasserseen, Flüssen, Kanälen und Teichen im ganzen Land vor. Sie werde dann gefährlich, wenn die Wassertemperaturen über 25 Grad erreichten.

«Es gibt keine routinemässigen Umweltuntersuchungen auf Naegleria fowleri in Gewässern», erklärt die Gesundheitsbehörde von Louisiana. In der Schweiz konnten in bisherigen Untersuchungen der Gewässer keine Naegleria fowleri nachgewiesen werden.

*Name der Redaktion bekannt

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