Horrorhaus in USA: 16 Kinder gerettet – «sahen aus wie wilde Tiere»

Simon Ulrich
Simon Ulrich

USA,

Die Kinder lebten jahrelang in verwahrlosten Zuständen. Mehrere konnten kaum sprechen, ein Kind schwebte in Lebensgefahr.

Ohio
In diesem Haus vegetierten die 16 Kinder in einem einzigen Zimmer. Sieben von ihnen mussten ins Spital. - keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • In Ohio (USA) wurden 16 Kinder aus einem stark verwahrlosten Haus gerettet.
  • Sie lebten laut Behörden jahrelang in erbärmlichen, isolierten Zuständen.
  • Eltern und Grosseltern sind wegen 16 Fällen von Kindesgefährdung angeklagt.

In Ohio sind 16 Kinder aus einem verwahrlosten Haus gerettet worden. Laut Behörden lebten sie über Jahre in «erbärmlichen Zuständen» und waren meist auf ein einziges Zimmer beschränkt.

Die Kinder sind zwischen eineinhalb und 18 Jahre alt und gehören zur selben Familie, wie US-Medien berichten.

Behörden entdecken 16 Kinder in Haus

Die Behörden fanden die Kinder im Dorf Hamden im Vinton County, als sie wegen einer anderen Ermittlung einen Durchsuchungsbefehl vollstreckten.

Der Generalstaatsanwalt von Ohio, Andy Wilson, sagte, man habe nicht gewusst, dass sich dort 16 Kinder befänden. Und fügte an: «Was wir heute hier unten gesehen haben, ist das pure Böse.»

Sheriff Ryan Cain sagte, im Haus habe es menschliche Fäkalien und eine hohe bakterielle Belastung gegeben. «Die meisten unserer Nutztiere wurden unter besseren Bedingungen gehalten als die Kinder», sagte er.

Die Kinder hätten sich offenbar die meiste Zeit in einem rund 12 Quadratmeter grossen Raum aufgehalten.

Gehen dir Fälle wie dieser nahe?

Mehrere Kinder konnten kaum oder gar nicht sprechen. Eine 18-Jährige mit Entwicklungsstörung konnte nicht einmal ihren Namen buchstabieren.

Sieben Kinder wurden in Spitäler gebracht, zwei davon per Helikopter in Traumazentren. Ein Kind befand sich in kritischem Zustand und musste intubiert werden.

Eltern und Grosseltern bestreiten Schuld

Die Eltern und zwei Grosseltern wurden wegen je 16 Fällen von Kindesgefährdung angeklagt. Staatsanwalt William Archer betonte, es handle sich nicht um Menschenhandel, sondern um einen Fall innerhalb der Familie.

Alle vier Beschuldigten plädierten vor Gericht auf nicht schuldig. Die Kaution wurde auf je 300’000 Dollar festgesetzt.

Die Familie soll in den vergangenen zwei Jahrzehnten mehrfach im Süden Ohios umgezogen sein. Laut Ermittlern wurden offenbar medizinische und staatliche Unterlagen vermieden.

Die Kinder waren nicht in der Schule angemeldet. Der Bundesstaat beantragt nun vorläufiges Sorgerecht für alle Kinder.

Kommentare

User #3790 (nicht angemeldet)

Ohio, republikanischer staat

User #5053 (nicht angemeldet)

Die Familie gibt's auch bei den Simpsons.

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