Hohe Inflation: Kostet sie Donald Trump bald die Mehrheit im Senat?
Ein ehemaliger Austern-Farmer aus Maine fordert die Republikaner heraus. Aufgrund der Inflation stehen die Karten bei den Midterms schlecht für Donald Trump.

Das Wichtigste in Kürze
- Die aktuelle Inflationsrate in den USA liegt bei plus 3,8 % gegenüber dem Vorjahr.
- Der Widerstand von Fischern und Landwirten gegen die Politik der US-Regierung wächst.
- Sollten die Demokraten in Maine gewinnen, könnte sich die Mehrheit im Senat ändern.
Die Inflation in den USA nimmt politische Sprengkraft an. Im April lagen die Preise um 3,8 Prozent höher als im Vorjahr. Das ist die höchste Inflationsrate seit fast drei Jahren. Besonders Grundnahrungsmittel wie Eier und Tomaten sind deutlich teurer geworden.
Das macht viele Amerikanerinnen und Amerikaner wütend. Laut dem Politologen Matthew A. Baum von der Harvard University ist die Stimmung im Land widersprüchlich.
Er sagte gegenüber «Bild»: «Wir haben die seltsame Konstellation, dass gleichzeitig die Aktienmärkte auf Rekordhöhen stehen und die Verbraucherstimmung einen Rekordtiefstand erreicht hat.»
Inflation: Fischer in Maine verlieren das Vertrauen in Trump
Besonders deutlich zeigt sich der Unmut im Bundesstaat Maine. Der Staat liegt im äussersten Nordosten der USA und ist bekannt für seine Hummerfischerei.
Diese ist eine der wichtigsten Einnahmequellen der Region. Doch die Kosten für den Fang sind zuletzt so stark gestiegen, dass er sich für viele Betriebe kaum noch lohnt.
Die renommierte britische Wirtschaftszeitung «Financial Times» spricht bereits von einer «Hummer-Revolte». Gemeint ist damit Der wachsende Widerstand von Fischern und Landwirten gegen die Politik der US-Regierung.
Wegen der hohen Inflation richtet sich die Wut nun auch gegen die Republikanische Partei. In Maine könnte das konkrete Folgen für die Senatswahl haben.
Demokrat Graham Platner setzt auf Unmut der Bevölkerung
Anfang November werden in den USA beide Kammern des Kongresses neu gewählt. Der Kongress besteht aus dem Senat und dem Repräsentantenhaus.
In Maine tritt voraussichtlich Graham Platner (41) als Kandidat der Demokraten an. Er ist selbst Austern-Farmer und kennt die Sorgen der Branche aus eigener Erfahrung: Auch er persönlich ist von der Inflation betroffen.
Seine Gegnerin ist die amtierende Senatorin Susan Collins. Die 73-jährige Republikanerin gilt als erfahrene Politikerin. Doch Platner macht mit dem wirtschaftlichen Frust der Bevölkerung erfolgreich Stimmung. Maine gilt eigentlich als demokratisch geprägter Bundesstaat, ein sogenannter «Blue State».
Sollte Platner den Sitz gewinnen, würde das die Chancen der Demokraten auf eine Mehrheit im Senat deutlich erhöhen. Eine solche Mehrheit würde Trumps politische Handlungsfähigkeit erheblich einschränken.
Baum sieht kaum Chance auf Erholung bis zur Wahl
Politologe Baum dämpft die Erwartungen auf eine Erholung der Preise. Diese hält er bis zur Wahl im November für unwahrscheinlich. Gegenüber Bild sagte er: «Selbst, wenn der Iran-Krieg morgen vorbei wäre, würde es wahrscheinlich viele Monate dauern.»
Das bedeutet: Die wirtschaftliche Stimmung dürfte noch bis nach den Wahlen gedrückt bleiben. Für Trump ist das ein ernstes Problem. Denn der Ausgang der Zwischenwahlen hängt laut Baum in erster Linie von Preisentwicklung und Inflation ab.
Trumps Zölle haben bereits in mehreren Wirtschaftsbereichen zu steigenden Preisen geführt. Konsumgüter, Elektronik und Lebensmittel sind betroffen. Die Unsicherheit auf den Märkten ist gross.





















