Nach der Tötung des Afroamerikaners Daunte Wright durch eine Polizistin in den USA hat seine Familie sich mit der Stadt Brooklyn Center auf eine Vergleichszahlung in Höhe von 3,25 Millionen Dollar geeinigt.
Daunte Wright
Porträts von Daunte Wright. - AFP/Archiv

Die Übereinkunft sei aber erst perfekt, wenn es auch eine Einigung zu erheblichen und bedeutsamen Leistungen über das Finanzielle hinaus gebe, teilten die Anwälte von Wrights Familie am Dienstag (Ortszeit) laut US-Medien mit.

Erwartet werde, dass sich die Stadt im Bundesstaat Minnesota bereiterkläre, ihre Polizeikräfte zusätzlich zu trainieren, etwa in Deeskalation, dem Umgang mit unterschwelligen Vorurteilen oder dem Verhalten bei psychischen Krisen. Auch solle eine dauerhafte Gedenkstätte für Wright eingerichtet werden.

Der 20-jährige Wright war im April 2021 nördlich von Minneapolis bei einem Polizeieinsatz von der weissen Beamtin Kim Potter erschossen worden. Wegen Auffälligkeiten an seinem Auto war er zu einer Verkehrskontrolle angehalten worden. Dabei stellte sich heraus, dass gegen ihn ein Haftbefehl wegen eines Waffendelikts vorlag, er versuchte wegzufahren und Potter schoss auf ihn.

Im späteren Gerichtsverfahren gab sie an, irrtümlich statt eines Elektroschockers (Taser) ihre Pistole gezogen zu haben. Potter wurde Ende 2021 wegen Totschlags zu 16 Monaten Gefängnis und weiteren acht Monaten Freigang unter Aufsicht verurteilt. Das Gericht folgte der Argumentation, dass es sich um einen tragischen Fehler handelte. Wrights Angehörige hatten eine wesentlich härtere Strafe gefordert.

Wright starb nur wenige Kilometer entfernt von dem Verhandlungssaal in Minneapolis, in dem zu jener Zeit der Prozess um den brutalen Tod des Schwarzen George Floyd lief. Floyd war ebenfalls bei einem Polizeieinsatz getötet worden.

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