Erste Hinrichtung einer Frau in Tennessee seit 1819
In Tennessee steht am Mittwoch die erste Hinrichtung einer Frau seit über 200 Jahren an. Gouverneur Bill Lee lehnte das Gnadengesuch ab.

Im US-Bundesstaat Tennessee soll am Mittwoch die Hinrichtung der 50-jährigen Christa Pike vollstreckt werden. Sie wäre laut «L'essentiel» die erste Frau, die in Tennessee seit mehr als 200 Jahren hingerichtet wird.
Gouverneur Bill Lee lehnte das Gnadengesuch von Christa Pike ab, berichtet «evangelisch.de» unter Berufung auf lokale Medien. Zuvor hatten ihn laut dem Portal auch die römisch-katholischen Bischöfe des Bundesstaats um Gnade gebeten.
Laut der «Hersfelder Zeitung» lockte Pike 1995 die 19-jährige Colleen Slemmer in ein abgelegenes Waldstück. Pike und ihr damaliger Freund Tadaryl Shipp schlugen und folterten Colleen Slemmer zu Tode. Der Freund der Verurteilten war zur Tatzeit 17 Jahre alt und wurde zu lebenslanger Haft verurteilt.
Amnesty und UNO fordern Stopp
Amnesty International betont laut «L'essentiel», dass Pike in ihrer Kindheit Vergewaltigung, Gewalt und Vernachlässigung erlebte. Auch Menschenrechtsexperten der Vereinten Nationen verlangen einen Stopp der Exekution.
Pike selbst sagte laut «L'essentiel» einer US-Zeitung: «Ich gehe diese Hinrichtung jeden Tag in meinem Herzen durch.»
Ihre Anwälte versuchen laut der «Hersfelder Zeitung», die Vollstreckung per Giftspritze zu verhindern. Die Mutter der getöteten Colleen Slemmer befürwortet die Hinrichtung. Pike müsse für ihre Tat bezahlen, sagte Martinez in einem Fernsehinterview.
Frauen und Hinrichtung in den USA
Frauen machen laut «L'essentiel» rund zwei Prozent der Insassen in den amerikanischen Todestrakten aus.

Seit 1976 wurden laut dem Death Penalty Information Center 18 Frauen in den USA hingerichtet. Das Cornell Center on the Death Penalty Worldwide nennt das Jahr 1819 als letzte Hinrichtung einer Frau dort.
Pike soll laut der «Hersfelder Zeitung» am Mittwoch, 30. September, durch die Giftspritze sterben.
















