Starbucks

    Das Café-Imperium Starbucks wird 50

    Keystone-SDA
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    USA,

    Starbucks begann mit einer kleinen Filiale in Seattle vor 50 Jahren. Mittlerweile hat das Unternehmen die Café-Branche revolutioniert.

    Starbucks
    Starbucks ist die grösste Kaffee-Kette der Welt. - Keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Starbucks feiert sein 50-jähriges Jubiläum.
    • Das Unternehmen steht vor grossen Herausforderungen.
    • Durch die wachsende Konkurrenz und die Corona-Krise steht die Kaffee-Kette unter Druck.

    Starbucks hat die Café-Branche revolutioniert. Die Kette machte Kaffeespezialitäten und Snacks in den USA zum Erfolgskonzept und expandierte damit dann rund um den Globus. Doch der Konzern ächzt unter der Corona-Krise und hat Konkurrenz- und Reformdruck.

    Vom kleinen Café zur grössten Café-Kette der Welt

    Mit knapp 33 000 Filialen ist Starbucks die mit Abstand grösste Café-Kette der Welt, doch es begann alles ganz klein. Drei Studienfreunde, die ihre Vorliebe für guten Kaffee verband, eröffneten am 30. März 1971 ein kleines Ladengeschäft in Seattle.

    Starbucks Café Seattle
    Das erste Starbucks am Pike Place Market in Seattle, das 1971 eröffnete. - Keystone

    Sie schufen so – ganz unbewusst – die Basis für ein globales Café-Imperium. Der US-Geschäftsmann Howard Schultz hatte es entscheidend entwickelt. Fünf Jahrzehnte später ist Starbucks eine der bekanntesten Marken weltweit und in fast jeder Grossstadt zu finden.

    Das Coronavirus setzt Starbucks zu

    Allerdings setzt die Corona-Krise dem US-Konzern schwer zu – ausgerechnet zum 50. Jubiläum blickt Starbucks auf eines der schwierigsten Jahre seiner Geschichte zurück. Pandemiebedingte Filialschliessungen und Verkaufseinbussen hinterliessen tiefe Spuren in der Bilanz.

    In den drei Monaten bis Ende Dezember brach der Gewinn im Jahresvergleich um 30 Prozent auf 622 Millionen Dollar ein. Dabei lief es schon wieder deutlich besser als in den beiden Vorquartalen.

    Das Schlimmste ist überstanden

    Inzwischen sieht Starbucks-Chef Kevin Johnson das Schlimmste jedoch überstanden. In den wichtigsten Märkten USA und China dürfte sich das Geschäft bald wieder vollständig erholt haben. Das sagte Johnson jüngst dem US-Magazin «Fortune».

    Dauerhaft geschadet habe die Krise nicht – im Gegenteil: «Wir sind heute widerstandsfähiger und stärker als wir es vor der Pandemie waren». Das sagte der 60-Jährige, der den Spitzenjob 2017 vom langjährigen Konzernchef Schultz übernahm.

    Starke Konkurrenz

    Johnson trat ein schweres Erbe an und steht nicht erst seit Corona vor grossen Herausforderungen. Der Markt für Heissgetränke ist heftig umkämpft. 2018 etwa trat der Softdrink-Gigant Coca-Cola mit der Übernahme der Café-Kette Costa in direkte Konkurrenz zu Starbucks.

    Costa Kaffee Coca Cola
    Die zu Coca Cola gehörende Kette «Costa» ist eine Konkurrenz von Starbucks - Keystone

    Ein weiterer grosser Wettbewerber ist die deutsche Milliardärsfamilie Reimann. Sie hat über ihre JAB Holding den Kaffee-Riesen Jacobs Douwe Egberts kontrolliert. Zusätzlich besitzt sie Ketten wie Peet's Coffee, Stumptown oder Espresso House mit der deutschen Marke Balzac.

    Im US-Heimatmarkt setzt Starbucks zudem Billigkonkurrenz wie Dunkin' oder McDonald's zu. Diese sind nicht nur günstiger, sondern betreiben auch mehr sogenannte Drive-Thrus. In der Pandemie entpuppten sich diese Abholschalter für Autofahrer als grosser Trumpf.

    Starbucks in Zeiten der Digitalisierung

    Doch auch Starbucks forciert Drive-Thrus und digitale Services schon länger. Johnson knüpfte hier an die Vorarbeit von Vorgänger Schultz an. Dieser hat schon Jahre vor Corona mit Apps und Lieferdiensten eine «E-Commerce auf Steroiden» genannte Strategie beschlossen. So konnte er von einer «seismischen Verschiebung im Konsumverhalten» profitieren.

    Schultz war über Jahrzehnte Starbucks' Galionsfigur, er revolutionierte mit dem Unternehmen die US-Gastronomie. Er bot in dem Café Espresso, Eiskaffee, Latte Macchiato und Snacks an. So konnte er Starbucks von einer Lokalgrösse zu einer fast weltumspannenden Kette mit milliardenschweren Jahresumsätzen ausbauen.

    Italienische Espresso-Bars als Vorbild

    Schultz stiess erstmals 1982 zu Starbucks, er heuerte im Alter von 29 als Marketingdirektor an. Eine Geschäftsreise nach Mailand öffnete ihm damals die Augen. Beeindruckt von den italienischen Espresso-Bars versuchte er, die Starbucks-Besitzer in Seattle von einer ähnlichen Idee zu überzeugen - jedoch vergeblich.

    Espresso
    Der schwarz-braune Espresso wird in Italien meisterlich zubereitet. - dpa

    Die Starbucks-Gründer Jerry Baldwin, Zev Siegl und Gordon Bowker teilten seine Vision nicht. Daraufhin machte Schultz zunächst seine eigene Kette Il Giornale auf. Diese verkaufte Espresso und Eiscreme nach italienischem Vorbild.

    Doch nur wenige Jahre später, 1987, stellten die drei Kaffeeliebhaber Starbucks zum Verkauf. Schultz liess sich die Gelegenheit nicht entgehen. Es folgte eine rasante Expansion.

    Die Schweiz als Testmarkt

    Diese führte auch in die Schweiz. 2001, also vor 20 Jahren, eröffnete Starbucks die erste Filiale hierzulande in Zürich. Heute gibt es schweizweit mehrere Dutzend «Coffee Houses». Die Schweiz galt beim Start als Testmarkt.

    starbucks
    Am 16. März 2001 eröffnete Starbucks das erste Geschäft in Zürich. - Keystone

    Profitiert vom Aufstieg der Gesellschaft hat auch die Schweizer Firma Thermoplan, welche dem US-Riesen Kaffeemaschinen verkaufte.

    Schultz brachte frischen Wind in die Branche. Dies, indem er das Konzept und die Qualität europäischer Cafés von US-Schnellrestaurants verband. Schnellrestaurants waren auf eine mit Masse und Effizienz getrimmte Infrastruktur ausgerichtet. Dabei übernahm Schultz jedoch nicht deren Franchise-Modelle.

    Starbucks als Qualitätsstandard

    Er schaffte es, Starbucks in Amerika zu einer Art Qualitätsstandard zu machen. Dies in einem Land, das beim Heissgetränk bis dahin keine grossen Raffinessen und sehr günstige Preise gewohnt war. Schultz konnte den Becher Kaffee für vier Dollar und mehr verkaufen.

    Kaffee Starbucks
    Eine Kaffeetasse steht in einer Starbucks-Filiale. - dpa

    1992 brachte Schultz das Unternehmen an die Börse, damals hatte Starbucks gerade einmal 140 Läden. Heute betreibt die Kette fast 33 000 Café-Restaurants, weltweit haben nur McDonald's und Subway mehr Filialen.

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