Dank «Stranger Things»: Netflix verliert weniger Kunden

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    USA,

    Die 4. Staffel von «Stranger Things» hat den Nutzerrückgang bei Netflix zumindest vorübergehend bremsen können.

    Netflix Stranger Things
    Der Stranger-Things-Cast: Joe Keery (27), Finn Wolfhard (17), Natalia Dyer (25), Charlie Heaton (26). - AFP

    Das Wichtigste in Kürze

    • Netflix hat im letzten Quartal nicht so viele Nutzer verloren wie erwartet.
    • Punkten konnte Netflix besonders mit der 4. Staffel von «Stranger Things».

    Netflix hat im zweiten Quartal dank Serienhits wie «Stranger Things» nicht so schlecht wie befürchtet abgeschnitten. Die Nutzerzahlen sanken in den drei Monaten bis Ende Juni um 970'000 Bezahlabos, wie der Streaming-Marktführer nach US-Börsenschluss mitteilte. Damit hielt der Kundenschwund zwar an, blieb aber unter dem von Netflix selbst erwarteten Minus von zwei Millionen Abos. Insgesamt lag die Zahl der bezahlten Nutzerkonten des Video-Dienstes weltweit zur Jahreshälfte bei knapp 221 Millionen.

    Stranger Things
    Mit «Stranger Things» landete Netflix einen Mega-Hit. (Symbolbild / Archivbild) - netflix

    Der Ausblick bleibt jedoch verhalten. Für das laufende Vierteljahr rechnet Netflix lediglich mit rund einer Million neuen Nutzern. Hier hatten Analysten mehr erwartet. Der Umsatz legte im abgelaufenen Quartal gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 8,6 Prozent auf 8,0 Milliarden Dollar zu. Unterm Strich verdiente Netflix 1,44 Milliarden Dollar, vor einem Jahr waren es 1,35 Milliarden gewesen. Das Betriebsergebnis sank jedoch um 15 Prozent auf 1,6 Milliarden Dollar.

    Disney und HBO machen Konkurrenz

    Punkten konnte Netflix im jüngsten Quartal besonders mit «Stranger Things». Die vierte Staffel der Serie war die beliebteste, die der Streaming-Dienst nach eigenen Angaben je ausgestrahlt hat - zumindest in englischer Sprache. Dennoch tat sich das Unternehmen gerade in seinen etablierten und von verschärfter Konkurrenz durch Rivalen wie Disney oder HBO geprägten Märkten schwer. In den USA und Kanada verlor Netflix 1,3 Millionen Kunden. Dafür gab es in der Asien-Pazifik-Region - auch dank Preissenkungen in Indien - gute Zuwächse.

    Bei Anlegern kam der Quartalsbericht gut an, die Aktie reagierte nachbörslich mit einem Kurssprung um rund acht Prozent. Doch auch wenn der zuletzt strauchelnde Streaming-Service seine Aktionäre mit der Aussicht auf eine Rückkehr zum Nutzerwachstum erfreute, bleiben für Konzernchef Reed Hastings viele Baustellen. Nach dem schwachen ersten Halbjahr steht bei Netflix vieles auf dem Prüfstand, auch langjährigen Traditionen. So brachte der Video-Dienst bei den jüngsten Staffeln seiner Hit-Serien «Stranger Things» und «Ozark» nicht mehr wie früher üblich alle Folgen auf einmal heraus.

    Haben Sie die 4. Staffel von «Stranger Things» schon geschaut?

    Auch bei einem noch grösseren Tabu hat Hastings bereits klein beigegeben: Angesichts der schwachen Entwicklung der Nutzerzahlen wird Netflix eine günstigere Version seines Streaming-Dienstes mit Werbeclips anbieten. Eigentlich hatte Hastings diese Strategie stets abgelehnt. Als Tech-Partner für die Entwicklung eines solchen Modells wählte Netflix jüngst den Software-Riesen Microsoft. Die Werbevariante soll voraussichtlich Anfang 2023 anlaufen, zunächst in «einer Handvoll von Märkten». Zudem will Netflix bald anfangen, konsequent gegen unerlaubtes Teilen von Passwörtern vorzugehen.

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