Brasilien: Senat stimmt für Ende der Sechs-Tage-Woche
Rund anderthalb Wochen vor der Stichwahl um das Präsidentenamt hat der Senat in Brasilien für die Abschaffung der Sechs-Tage-Woche gestimmt. Wie die Tageszeitung «O Globo» berichtete, votierten 75 Senatoren für eine entsprechende Verfassungsänderung, es gab nur eine Gegenstimme.

Der Vorschlag ist demnach ein zentrales Wahlkampfthema des linken Präsidenten Luiz Inácio Lula da Silva. Sein rechtsgerichteter Gegenkandidat Flávio Bolsonaro hatte zuletzt seine Zustimmung zu der Initiative erklärt und damit den Weg für breite Unterstützung in der Parlamentskammer frei gemacht.
Laut der Reform wird die Arbeitszeit zunächst von bisher 44 Stunden auf 42 Stunden pro Woche verkürzt. In einem Jahr ist eine weitere Verringerung auf 40 Stunden vorgesehen. Statt sechs soll eine reguläre Arbeitswoche künftig fünf Tage haben. Das Unterhaus hatte der Reform bereits im Mai zugestimmt. Sie soll in 60 Tagen in Kraft treten.
Die Stichwahl um das Präsidentenamt ist für den 25. Oktober geplant. Im ersten Wahlgang war Herausforderer Flávio Bolsonaro, der Sohn des früheren Staatschefs Jair Bolsonaro, auf rund 47 Prozent, Amtsinhaber Lula auf etwa 45 Prozent gekommen. Bolsonaro geht leicht favorisiert in die zweite Runde der Wahl.














