Bewerbungsgespräch: Studentin soll «wie eine Kuh muhen»

    Nele Fichter
    Nele Fichter

    USA,

    Immer wieder müssen Menschen bei Bewerbungsgesprächen entwürdigende Erfahrungen hinnehmen. Es zeigt das verbreitete Problem des Machtmissbrauchs.

    Generation
    Die sexuelle Orientierung sei in einem Bewerbungsverfahren zum Nachteil geworden. (Symbolbild) - pexels

    Das Wichtigste in Kürze

    • Eine Studentin wurde im Bewerbungsgespräch aufgefordert, sich wie eine Kuh zu verhalten.
    • Doch sie ist bei weitem nicht die einzige Betroffene.
    • Diese Vorfälle verdeutlichen das ernste Problem des Machtmissbrauchs.

    Eine junge Studentin namens Aixin hat eine entwürdigende Erfahrung gemacht, als sie sich für einen Nebenjob an ihrer Universität bewarb. Der Job war zum Mindestlohn ausgeschrieben und hatte trotzdem viele Bewerber angezogen. Doch wie das Bewerbungsgespräch ablaufen würde, hätte sich im Vorhinein niemand erwartet.

    Während eines Gruppeninterviews wurde Aixin vom Interviewer aufgefordert, sich auf alle Viere zu begeben und «wie eine Kuh zu muhen». Sie und die anderen Bewerber mussten dem Interviewer gehorchen und mussten über mehrere Minuten hinweg tierische Geräusche nachahmen.

    Aixins Vermutung: Ein «Powertrip» des Interviewers

    Aixin fühlte sich durch diese Anforderung verständlicherweise belästigt. «Es war hoch unangemessen», erklärte sie gegenüber «BBC».

    «Aber es herrschte Gruppenzwang, weil alle anderen es auch taten.» Offiziell sollte diese Aufgabe überprüfen, ob die Bewerber locker genug waren. Aber Aixin vermutet rückblickend einen «Powertrip» des Interviewers.

    Weitere negative Erfahrungen bei einem Bewerbungsgespräch

    Doch dieser Vorfall zeichnet sich nicht durch seine Einzigartigkeit aus: Immer wieder kommt es zu diskriminierendem oder machtmissbräuchlichem Verhalten bei Bewerbungsgesprächen.

    So erzählt eine Frau aus London von einem Arbeitgeber, der ihr wegen ihrer ugandischen Herkunft ein niedrigeres Gehalt anbot. Dies basierte auf dem Durchschnittseinkommen ihres Heimatlandes, das einen Bruchteil von Grossbritannien darstellt, wie «Focus» berichtet.

    Über eine weitere demütigende Erfahrung berichtet eine Frau auf der Social-Media-Plattform «twitterpearls». «Der Personaler hat tatsächlich zu mir gesagt: 'Sie sind nur eingeladen worden, weil ich mal ne fette Frau aus nächster Nähe sehen will [...]' Das war vor 25 Jahren und es tut immer noch weh.«

    Diese Geschichten zeigen, dass Machtmissbrauch in einem Bewerbungsgespräch ein ernstes Problem darstellt und dringend eine Gegensteuerung benötigt.

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    Kommentare

    User #9916 (nicht angemeldet)

    Eine Kuh macht Muh. Viele Kühe machen Mühe.

    User #4037 (nicht angemeldet)

    Nein, die wollen nur testen, ob sie sich klar behaupten und denken kann. Sie muss das ablehnen, mehr ist nicht.

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