Bei der Ermittlung zum Kapitol-Sturm geraten auch Milizen in den Fokus. Deren Mitglieder seien mit paramilitärischer Ausrüstung und Vorräte angereist.
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Unterstützer von US-Präsident Trump stürmten am 6. Januar das Kapitol in Washington. Foto: John Minchillo/AP/dpa - dpa-infocom GmbH

Das Wichtigste in Kürze

  • Die US-Staatwaltschaft ermittelt im Zusammenhang mit dem Kapitol-Sturm gegen Milizen.
  • Diese sollen mit paramilitärischer Ausrüstung und Vorräte nach Washington gereist sein.
  • Unter ihnen befinden sich auch die «Proud Boys» und die «Oath Keeper».

Der Untersuchungsausschuss zur Erstürmung des US-Kapitols im Januar hat seine Ermittlungen auf rechte Milizen wie die «Proud Boys» und «Oath Keeper» ausgeweitet. Deren damalige Chefs Henry Tarrio und Elmer Rhodes sollen den Abgeordneten Rede und Antwort stehen. Dies teilte der Ausschuss des Repräsentantenhauses am Dienstag in Washington mit.

Proud Boys Donald Trump
Henry «Enrique» Tarrio, Anführer der «Proud Boys», während einer Kundgebung in Portland am 26.09.2020. - dpa

Zudem wurden die Gruppen aufgefordert, interne Dokumente herauszugeben. Sie hätten «relevante Informationen darüber, wie die Gewalt am Kapitol ausbrach», erklärte der Ausschussvorsitzende Bennie Thompson.

Die Staatsanwaltschaft habe bislang gegen mindestens 34 mit den «Proud Boys» verbundene Personen wegen deren Beteiligung an der gewaltsamen Erstürmung des Kapitols Anklage erhoben, hiess es weiter.

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Mitglieder der «Proud Boys» auf dem Rasen vor dem Kapitol. - Keystone

Gleiches gelte für mindestens 18 Mitglieder der «Oath Keeper», die damals «mit paramilitärischer Ausrüstung und Vorräten» nach Washington gereist seien. Auch eine weitere Gruppe («1st Amendment Praetorian») und deren Chef Robert Lewis sind nun Ziel der Ermittlungen.

Der Ausschuss hat bereits zahlreiche damalige Berater und Mitarbeiter von Ex-Präsident Donald Trump vorgeladen. Anhänger des Republikaners hatten am 6. Januar den US-Kongress erstürmt, wenige Tage vor dem Amtswechsel auf den jetzigen demokratischen Präsidenten Joe Biden. Dabei kamen fünf Menschen ums Leben, darunter ein Polizist. Trump musste sich einem Amtsenthebungsverfahren stellen, weil er seine Anhänger in einer Rede aufgestachelt hatte. Er wurde freigesprochen.

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