Ungarn will Geschlechterforschung von Universitäten verbannen

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    Ungarn,

    Die ungarische Regierung möchte die Geschlechterforschung, auch als Gender Studies bekannt, verbannen. Es soll sich angeblich um Genderideologie handeln.

    Das ungarische Parlamentsgebäude bei Nacht.
    Das ungarische Parlamentsgebäude bei Nacht. - Pixabay

    Das Wichtigste in Kürze

    • Gender Studies soll von ungarischen Universitäten verbannt werden.
    • Die rechtsnationale Regierung Ungarns hat wiederholt gegen das Fach gewettert.

    Die ungarische Regierung plant, das Studienfach Geschlechterforschung – auch Gender Studies genannt – von den Universitäten zu verbannen. «Niemand will Genderologen anstellen, infolgedessen braucht man auch keine auszubilden», sagte der stellvertretende ungarische Ministerpräsident Zsolt Semyen am Montag dem Nachrichtenportal «atv.hu». Der von ihm gebrauchte Kunstbegriff «Genderologen» war abfällig gemeint.

    Ende letzter Woche war der Entwurf einer Ministerialverfügung bekannt geworden, der es Universitäten untersagt, künftig Lehrgänge im Fach Geschlechterforschung anzubieten. Das zuständige Ministerium für Humanressourcen begründete dies nicht weiter. Die Universitäten, die den Entwurf zugesandt bekamen, hatten 24 Stunden Zeit, sich dazu zu äussern.

    Derzeit bieten in Ungarn die staatliche Lorand-Eötvös-Universität (ELTE) und die private amerikanische Central European University (CEU) Master-Kurse in Geschlechterforschung an, mit jeweils rund 20 Teilnehmern. Beide Hochschulen sind in Budapest ansässig.

    Vertreter der rechtsnationalen Regierung von Ministerpräsident Viktor Orban hatten in letzter Zeit die Geschlechterforschung immer wieder angegriffen. Unter anderen warfen sie ihr vor, die «Fundamente der christlichen Familie» untergraben zu wollen. Das Netzwerk der Lehrkräfte, eine Dachorganisation der Universitäts- und Hochschullehrer, kritisierte die geplante Abschaffung des Forschungszweigs als unzulässigen Eingriff in die Freiheit von Lehre und Forschung.

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