Diese zehn Strände verblüffen die Welt
Rosa, grün oder tiefschwarz: Manche Strände fallen durch ihre ungewöhnlichen Farben auf. Travelnews zeigt zehn besondere Orte.

Feiner Sand, türkisfarbenes Wasser und ein paar Palmen: So sieht der Traumstrand im Ferienkatalog seit Jahrzehnten aus.
Rund um den Globus gibt es aber auch Küstenabschnitte, die dieses Klischee in keiner Weise erfüllen. Und gerade deshalb äusserst spektakulär sind.
An einem Ort knirschen Milliarden Muscheln unter den Füssen. An einem anderen lässt sich mit einer Schaufel ein eigener Whirlpool graben. Anderswo ist der Sand grün, rosa oder tiefschwarz.
Nicht alle dieser Naturwunder sind klassische Badeplätze. Einige sind geschützt, schwer zugänglich oder wegen Strömungen und Wellen mit Vorsicht zu geniessen.
Gemeinsam haben die zehn Orte aber eines: Wer hier am Strand steht, dürfte sein Handy ziemlich schnell aus der Tasche holen.
Papakōlea Green Sand Beach (Hawaii)
Schon die Farbe macht Papakōlea zu einem Ausnahmefall. Der abgelegene Strand auf Hawaiis Big Island schimmert grün, weil sein Sand Olivin-Kristalle enthält. Die stammen aus dem teilweise eingestürzten Vulkankegel Puʻu Mahana.
Wer das Naturphänomen sehen will, muss sich anstrengen: Zum Strand führt eine längere Wanderung, am Ende geht es über einen Pfad hinunter in die Bucht. Festes Schuhwerk und genügend Wasser gehören deshalb ins Gepäck.

Shell Beach (Australien)
Der Shell Beach in Westaustralien besteht über weite Strecken nicht aus Sand, sondern aus Milliarden kleiner weisser Muschelschalen. Der Küstenabschnitt erstreckt sich über mehr als 100 Kilometer.
Stellenweise bilden die Muscheln Schichten von sieben bis zehn Metern Tiefe. Früher wurden die verdichteten Schalen zu Blöcken verarbeitet und unter anderem als Baumaterial im nahegelegenen Denham verwendet.

Playa de Gulpiyuri (Spanien)
Gulpiyuri in Asturien ist ein winziger Strand im Landesinneren, rund 100 Meter von der eigentlichen Küstenlinie entfernt. Das Meer ist vom Strand aus nicht direkt sichtbar. Geologisch handelt es sich um eine überflutete Doline im verkarsteten Kalkstein. Sie ist durch eine Höhle beziehungsweise unterirdische Verbindung mit dem Kantabrischen Meer verbunden.
Dadurch wirken sich Ebbe, Flut und Wellengang auch auf den Binnenstrand aus. Die asturischen Behörden bezeichnen Gulpiyuri als bedeutende geologische und landschaftliche Besonderheit. Spanien Tourismus nennt ihn ein Naturdenkmal.

Playa Escondida (Mexiko)
Dieser Strand sieht aus, als hätte jemand ein riesiges Loch in eine Insel gestanzt. Die Playa Escondida, auch Playa del Amor genannt, liegt inmitten der geschützten Islas Marietas vor der mexikanischen Pazifikküste.
Der Zugang ist streng geregelt und von den Seebedingungen abhängig; Strandgänger müssen ein Stück durch das Wasser zurücklegen. Die Playa del Amor ist nur von Mittwoch bis Sonntag für Gäste geöffnet. Zudem gelten im Nationalpark strenge Zugangsvorschriften.

Chandipur Beach (Indien)
Gerade noch reicht das Wasser bis ans Ufer, wenig später liegt vor einem eine riesige Fläche Meeresboden. Am Chandipur Beach im indischen Bundesstaat Odisha zieht sich die Wasserlinie bei Ebbe bis zu fünf Kilometer zurück. Zweimal täglich.
Besucherinnen und Besucher können dann weit über den freigelegten Meeresboden laufen. Allerdings sollte man die auflaufende Flut im Blick behalten: Die lokale Tourismusbehörde warnt ausdrücklich davor, dass das Wasser rasch zurückkehrt.
Zum klassischen Baden eignet sich Chandipur aufgrund des schlammigen Wassers ohnehin kaum.

Kaiji Beach (Japan)
Auf der japanischen Insel Taketomi lohnt es sich, den Sand einmal ganz genau anzuschauen. Am Kaiji Beach finden sich winzige sternförmige Gebilde, die dem Ort den Beinamen «Star Sand Beach» eingebracht haben.
Die kleinen Sterne sind keine gewöhnlichen Sandkörner, sondern stammen von mikroskopisch kleinen Meeresorganismen, sogenannten Foraminiferen.
Wegen der starken Strömungen ist Schwimmen nicht erlaubt. Auch den berühmten Sternensand dürfen Besucherinnen und Besucher nicht vom Strand mitnehmen.

Hot Water Beach (Neuseeland)
Badesachen, Handtuch – und eine Schaufel: Am Hot Water Beach auf der Coromandel-Halbinsel gehört ungewöhnliches Strandgepäck dazu. Natürlich erhitztes Mineralwasser steigt hier durch den Sand nach oben.
Rund zwei Stunden vor und nach Ebbe können Besucherinnen und Besucher am südlichen Ende des Strandes ein Loch graben. Und sich ihren eigenen warmen Pool wenige Meter vom Pazifik entfernt bauen.
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Beim Baden im Meer selbst ist dagegen Vorsicht angesagt, weil starke Unterströmungen auftreten können.

Pink Sand Beach (Bahamas)
Nein, an diesem Strand wurde beim Instagram-Filter nicht nachgeholfen. Der Pink Sand Beach auf Harbour Island zieht sich über rund fünf Kilometer und leuchtet tatsächlich blassrosa.
Verantwortlich für die Farbe sind unter anderem mikroskopisch kleine Foraminiferen mit rötlichen Schalen. Deren Überreste vermischen sich mit Sand und Korallenpartikeln. Besonders gut kommt das Rosa im feuchten Sand direkt am Wasser zur Geltung.

Reynisfjara (Island)
Reynisfjara bei Vík zeigt eindrücklich, dass ein Traumstrand nicht weiss sein muss. Tiefschwarzer Vulkansand, mächtige Basaltsäulen und bizarre Felsnadeln im Atlantik schaffen eine fast unwirkliche Kulisse.
Doch die Schönheit hat ihre Tücken: Plötzlich auftretende sogenannte Sneaker Waves können weit auf den Strand hinauflaufen und Menschen ins Meer ziehen.
Besucher sollten deshalb Abstand zum Wasser halten, das Warnsystem vor Ort beachten und vor dem Besuch die aktuelle Lage prüfen.

Koekohe Beach (Neuseeland)
Sie wirken fast zu perfekt, um natürlichen Ursprungs zu sein: Am Koekohe Beach auf der Südinsel Neuseelands liegen die berühmten Moeraki Boulders verstreut im Sand. Einige der nahezu kugelförmigen Felsen sind bis zu zwei Meter hoch und mehrere Tonnen schwer.

Wissenschaftlich handelt es sich um Calcit-Konkretionen, die vor rund 65 Millionen Jahren entstanden. In der Māori-Überlieferung haben die Felsen dagegen eine ganz andere Geschichte: Sie werden mit einem legendären gestrandeten Reisekanu in Verbindung gebracht.
Hinweis: Dieser Artikel wurde zuerst auf «Travelnews.ch» publiziert.







