Warum ist Fashion für die Jugend so wichtig?

    Marcel Winter
    Marcel Winter

    Bern,

    Die Jugend galt schon immer als führend bei der Entwicklung neuer Trends im Bereich Mode. Doch was steckt eigentlich hinter diesem Verhalten?

    Mode
    Mode spielt im Alltag der Jugendlichen eine immer grössere Rolle. - Depositphotos

    Das Wichtigste in Kürze

    • Kleidung steht bei Jugendlichen an zweiter Stelle der Ausgaben.
    • Fashion spielt vor allem für die Gruppenzugehörigkeit eine Rolle.

    Ob Hippies, Punks, Goths oder Techno-Jünger: Modetrends gingen in den letzten Jahrzehnten eigentlich immer von jungen Leuten aus. Mit viel Kreativität setzen sie sich so ganz bewusst von der vorausgegangenen Elterngenerationen ab.

    Dass Fashion eine hohe Bedeutung hat, zeigt sich auch an den Ausgaben für Kleidung. Laut einer Zusammenfassung auf «statista» liegt sie bei den Jugendlichen auf dem zweiten Platz hinter den Kosten für das Ausgehen. Als Jugendliche werden Personen zwischen 15 und 24 Jahre definiert.

    Jugendliche Unsicherheit

    Die Pubertät ist eine Zeit enormer Umbrüche. Jugendliche nabeln sich in diesem Alter ganz bewusst von den Eltern ab und suchen Anschluss an gleichaltrige Gruppen. Diese identifizieren sich über geteilte Vorlieben: Die einen treiben gerne Sport im Verein, die anderen lieben Musik, die Dritten zocken gerne Games.

    Auch die Lebenseinstellung kann ein Gefühl der Gruppenzugehörigkeit auslösen: In der Gothic-Szene dreht sich viel um düstere Themen, während Rapper und Hip-Hopper das urbane Lebensgefühl der US-Metropolen imitieren. Fans der fernöstlichen Popkultur beschäftigen sich mit Anime, Mangas und zuckersüssem Cosplay.

    Mode
    Cosplay kommt mit vielen bunten Modeaccessoires daher. - Depositphotos

    Die Zugehörigkeit zu einer solchen Gruppe hilft gegen die allgegenwärtige Unsicherheit der Jugendzeit. Gleichgesinnte stärken einander und sind füreinander da.

    Nach aussen wird dieses Gemeinschaftsgefühl gerne über bestimmte Kleidung ausgedrückt. Diese dient gleichzeitig dazu, sich von anderen abzugrenzen.

    Fashion – ein Weg der Selbstfindung

    Ganz allgemein ist die Jugendzeit eine Zeit der Persönlichkeitsfindung. Junge Leute probieren sich aus und nehmen dabei verschiedene Rollen an. Dies drücken sie auch aus, indem sie verschiedene Modestile ausprobieren.

    Bio-Kleidung
    Wer Bio-Kleidung kauft, will zeigen, dass er sich für Nachhaltigkeit und die Umwelt einsetzt. - Depositphotos

    So zeigen sie mit dem Kauf veganer und Bio-Kleidung eine Weile ihr Bewusstsein für Nachhaltigkeit und Umweltschutz.

    Oder sie imitieren eine Zeitlang einen Popstar, den sie sich zum Idol erkoren haben. Eine andere Form, dies in Fashion auszudrücken, sind Kleidungsstücke als Merchandise. Gerade männliche Jugendliche zeigen so gerne ihre Begeisterung für einen bestimmten Musikstil wie Heavy Metal oder für eine Filmfranchise.

    Heavy Metal
    Auch Musikstile wie Heavy Metal warten mit zahlreichen modischen Accessoires auf. - Depositphotos

    Je mehr sich die Persönlichkeit festigt, umso mehr legen sich diese Jugendlichen dann auch auf einen Kleidungsstil fest. Sie wissen nun, was sie sein wollen und wie sie dies mit der gewählten Fashion ausdrücken.

    Die Ausgaben der Jugendlichen

    Mode ist auch eine Möglichkeit, den eigenen Status auszudrücken. Viele zeigen sich in der Schule und privat gerne in der neuesten Mode. Mode, die sie online bei angesagten Marken bestellt haben. Andere präsentieren online ihre «Hauls» von den Modeketten ihrer Stadt.

    Dass es sich dabei oft um billige Fast Fashion handelt, wird gerne übersehen. Wichtig ist vor allem, als Erstes mit dem neuen It-Piece zu glänzen, das eine Influencerin auf Social Media beworben hatte.

    Mode
    Oft fängt die Beschäftigung mit dem Thema Mode schon auf dem Schulhof an. - Depositphotos

    Allerdings gibt es auch unter Jugendlichen ein ausgeprägtes Markenbewusstsein. Da müssen es schon die Turnschuhe oder die Jacke einer bestimmten In-Marke sein, um auf dem Schulhof mithalten zu können.

    Doch Mode kann auch kostspielig sein. Laut «Verein FinanceMission»-Studien zufolge haben rund 40 Prozent der Jugendlichen und jungen Erwachsenen in der Schweiz Schulden. Und das liegt oft auch daran, dass sie sich neuen Modetrends unterwerfen.

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    Kommentare

    User #5151 (nicht angemeldet)

    Das war immer schon so. Wir hatten im Umfeld in den 80ern 2 "Modepuppen", die haben alles u. jeden Trend mitgemacht. Nur bei den zerrissenen Jeans gab's Zoff zu Hause. Egal, wer's braucht.

    User #3872 (nicht angemeldet)

    u.dann d.Klima Hype mitmachen.genau mein Humor

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