Kommunikation: Wer surft eigentlich in Ihrem WLAN?

    Redaktion
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    Bern,

    Fremde Geräte im WLAN können nicht nur die Bandbreite belasten, sondern auch ein Sicherheitsrisiko darstellen. So können Sie prüfen, wer «mitsurft».

    Kommunikation
    Mit wenigen Klicks können Sie prüfen, welche Geräte mit Ihrem WLAN verbunden sind – und unbekannte Nutzer schnell aufspüren. - Depositphotos

    Das Wichtigste in Kürze

    • Wer im eigenen WLAN mitsurft, bleibt meist unsichtbar, aber nicht spurlos.
    • Ein paar Handgriffe am Router zeigen, wer tatsächlich verbunden ist.
    • Vorsicht ist bei Angriffen von aussen geboten.

    Längst hängen nicht mehr nur Handy und Notebook am Router. Dazu kommen Fernseher, Lautsprecher, Saugroboter, Türklingel und oft auch die Heizungssteuerung.

    Wie das Bundesamt für Statistik in seiner Erhebung zur Internetnutzung von 2023 zeigt, verfügten zu diesem Zeitpunkt 98 Prozent der Bevölkerung zu Hause über einen Internetzugang.

    Umso ärgerlicher ist es, wenn sich jemand unbemerkt Zugang zum eigenen Netzwerk verschafft. Ein fremdes Gerät im Netz kostet möglicherweise nicht nur Bandbreite, sondern kann zur ernsten Bedrohung werden.

    Nutzen Sie ein starkes WLAN-Passwort?

    Diese Anzeichen sollten Sie ernst nehmen

    Ein fremder Nutzer im Netz kündigt sich selten deutlich an. Meistens fällt zuerst auf, dass Streams stocken oder Downloads nicht mehr so schnell sind wie früher.

    Auch Videocalls, die ohne erkennbaren Grund abbrechen, können ein Hinweis sein. Das muss aber nicht zwangsläufig ein Angreifer sein, sondern kann auch einfach an einer schlechten Verbindung liegen.

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    Ist das Netz zu langsam, kann es viele Ursachen haben. - Depositphotos

    Deshalb lohnt sich der Blick in den Datenverkehr. Unbekannte Geräte in der Netzwerkübersicht sollten genauer geprüft werden. Eine blinkende Router-Leuchte allein ist dagegen noch kein Beweis, denn viele Geräte übertragen auch im Hintergrund Daten.

    Ideal ist es, alle Rechner auszuschalten und dann zu beobachten, wie viele Daten noch übertragen werden. Sind es zu viele, sollten Sie sofort in den Routereinstellungen schauen.

    Kommunikation: Die Geräteliste im Router verrät am meisten

    Je nach Modell gelangt man über eine lokale Adresse im Browser oder über die App Ihres Anbieters an die Infos. Nach dem Login finden Sie meist eine Übersicht der verbundenen Geräte. Dort stehen Gerätename, IP-Adresse und häufig auch die sogenannte MAC-Adresse.

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    Nutzen Sie auch für den Router ein gutes Passwort, damit dieser geschützt ist. - Depositphotos

    Die MAC-Adresse dient einem Gerät als Netzwerkkennung. Allerdings ist sie nicht immer eine dauerhaft feste Kennung. Moderne Smartphones und Computer können aus Datenschutzgründen private oder wechselnde MAC-Adressen verwenden.

    Hilfreich kann es sein, eigene Geräte im Router mit eindeutigen Namen zu versehen.

    WLAN-Verstärker als Gerät beachten

    In Häusern mit mehreren Stockwerken reicht ein einzelner Router nicht immer aus. Viele Haushalte arbeiten deshalb mit WLAN-Verstärkern oder einem Mesh-System.

    WLAN
    Kommunikation: Auch bei WLAN-Verstärkern sollten Sie aufpassen, wer wo eingeloggt ist. - Depositphotos

    Je nach System kann die Darstellung der verbundenen Geräte deshalb kurzfristig für Verwirrung sorgen. Manche Lösungen zeigen sämtliche Geräte zentral an, während andere zwischen Router und verschiedenen Zugangspunkten unterscheiden.

    Das Passwort ist die eigentliche Schwachstelle

    Ein gutes WLAN-Passwort sollte heute mindestens 16 Zeichen lang sein. Gut geeignet sind mehrere zufällig gewählte Wörter mit Zahlen oder Sonderzeichen, wie zum Beispiel: Kaffee-Garten-27-Wolke.

    Ein schwaches WLAN-Passwort erhöht das Risiko für unerwünschte Zugriffe. Handwerker, ehemalige Mitbewohner oder Gäste von vor drei Jahren haben es möglicherweise noch auf ihren Geräten gespeichert. Ein regelmässiger Wechsel sollte als Routine durchgeführt werden.

    Wie das Bundesamt für Cybersicherheit in seinem Halbjahresbericht zum zweiten Halbjahr 2024 festhält, gingen 2024 insgesamt 62'954 Meldungen zu Cybervorfällen ein.

    Hacker
    Hacker können mit wenig Aufwand in ungesicherte WLAN-Netzwerke eindringen. - Depositphotos

    Rund 90 Prozent davon stammten aus der Bevölkerung. Diese Zahlen zeigen die breite Betroffenheit von Privatpersonen, beziehen sich allerdings auf Cybervorfälle insgesamt und nicht speziell auf unerlaubte Zugriffe auf private WLAN-Netze.

    Ein neues und ausreichend langes WLAN-Passwort ist bei einem Verdacht deshalb einer der wichtigsten Schritte. Der Router sollte zudem WPA3 oder mindestens WPA2 verwenden. Ältere Verfahren wie WEP gelten als unsicher und sollten nicht mehr eingesetzt werden.

    Wichtig ist auch das Passwort für die Konfigurationsoberfläche des Routers. Es sollte sich vom WLAN-Passwort unterscheiden und entsprechend lang sein.

    Gastnetz einrichten und regelmässig kontrollieren

    Nach einem Wechsel des WLAN-Passworts müssen Sie Ihre eigenen Geräte normalerweise neu verbinden. Das ist nervig, erhöht bei einem konkreten Fremdzugriffsverdacht aber die Sicherheit deutlich. Wenn ein Gast online gehen soll, richten Sie ihm lieber ein Gastnetz ein.

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    Sie sollten das Gastnetz regelmässig kontrollieren, ob alte Daten entfernt werden können. - Depositphotos

    Sinnvoll ist zudem, einen Fernzugriff auf die Router-Verwaltung zu deaktivieren. Auch Firmware-Updates, die Sicherheitslücken schliessen und bei vielen modernen Routern automatisch installiert werden, sind wichtig.

    Hacker haben oft «private Netze» im Visier. Diese sind leicht zu infiltrieren und den Nutzern fällt oft erst sehr spät auf, dass ihr System betroffen ist. Wenn Sie die oben genannten Regeln befolgen, können Sie einige Schwachstellen bereits ausmerzen.

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