Viele werfen Weihnachten alle guten Vorsätze, sich gesund zu ernähren, über Bord. Dabei lassen sich viele Festtags-Klassiker ganz einfach gesünder und ausgewogener abändern.
Dr. Alexa Iwan ist Ernährungswissenschaftlerin und TV-Moderatorin.
Dr. Alexa Iwan ist Ernährungswissenschaftlerin und TV-Moderatorin. - Franziska Krug/Isa Foltin

Das Wichtigste in Kürze

  • An Weihnachten viel Süsses und Ungesundes zu essen, gehört für viele zum Fest dazu.
  • Das Festtagsessen lässt sich auch gesund gestalten.
  • Die Ernährungswissenschaftlerin und TV-Moderatorin Dr. Alexa Iwan gibt Tipps.

Die Weihnachtszeit eignet sich wie keine andere so gut, um nach Herzenslust zu schlemmen. Doch viele packt da schnell das schlechte Gewissen. Spätestens dann, wenn nach den Festtagen die Kleidung zwickt.

Doch das muss nicht sein: «Denn gesunde Ernährung und Weihnachten schliessen sich nicht aus», weiss Ernährungswissenschaftlerin und TV-Moderatorin Dr. Alexa Iwan.

Die Expertin hat bereits mehrere Bücher auf den Markt gebracht, wie «Jede Frau kann schlanker werden, Das Anti-Diät-Buch» oder zuletzt «Ernährung für Golfer: Clever essen für ein besseres Handicap».

Wie wir bei klassischen Weihnachtsrezepten ganz einfach Kalorien sparen können, erklärt Dr. Iwan im Interview mit der Nachrichtenagentur spot on news.

Warum werfen so viele an Weihnachten alle guten Vorsätze, sich gesund zu ernähren, über Bord?

Dr. Alexa Iwan: Ich denke, dafür gibt es die unterschiedlichsten Gründe. Manch einer nimmt sich vielleicht bewusst eine Auszeit vom ansonsten disziplinierten Ernährungsverhalten.

Ein anderer kann vielleicht wirklich nicht widerstehen, wenn's überall so verführerisch durftet.

Die Weihnachtszeit ist für uns alle eine besondere Zeit, die viel mit Gefühlen zu tun hat. Und eben auch mit Essen, das es im restlichen Jahr nicht gibt.

Niemand sollte sich das komplett versagen. Man muss deshalb aber auch nicht gleich völlig über die Stränge schlagen. Denn gesunde Ernährung und Weihnachten schliessen sich ja nicht aus.

Wie lassen sich klassische Guetzli gesünder und ausgewogener abändern?

Dr. Iwan: Bei den klassischen Plätzchenrezepten können Sie locker ¼ des im Rezept angegebenen Zuckers weglassen, ohne dass irgendjemand einen Unterschied schmecken würde.

Alternativ können Sie auch einen Teil des Zuckers durch Xylit oder Erythrit ersetzen.

Auf diese Weise sparen Sie eine Menge Kalorien ein, allerdings schmecken die Plätzchen etwas anders, weil beide Zuckeralternativen ein leicht kühlendes Gefühl im Mund hervorrufen.

Guetzli
Weihnachtsguetzli lassen sich meist gut mit weniger Zucker backen. - Unsplash

Ich persönlich gehöre ja ins «Team Vollkorn» und ersetze zudem einen Teil des Mehls durch Vollkornmehl.

Was sind wirklich gute Zucker-Alternativen?

Dr. Iwan: Das, finde ich, ist eine schwierige Frage. Denn grundsätzlich ist Zucker ja der Problemnährstoff Nr. 1.

Insofern kann man zwar nach Alternativen suchen, aber das löst nicht das Grundproblem: nämlich, dass wir alle viel zu viel und zu oft süss essen und daran sehr gewöhnt sind.

Eigentlich sollten wir versuchen insgesamt weniger Süss-Geschmack ins Essen zu bringen. Bei den Zuckeralternativen kommt es darauf an, was das Ziel ist.

Möchten Sie mehr natürliche Zutaten in Ihrem Gebäck? Dann wären Honig, Ahorn-Sirup, Reissirup, Vollrohrzucker oder Dattelmus gute Alternativen.

Ahornsirup
Ahornsirup gibt es in verschiedenen Qualitätsgraden. - Pexels

Von Agavensirup würde ich abraten, denn der enthält zu viel Fruchtzucker.

Möchten Sie hingegen in erster Linie Kalorien einsparen? Dann probieren Sie Birkenzucker (Xylit), Erythrit oder Stevia aus. Mit Stevia können Sie allerdings nicht wirklich gut backen.

Was können wir gegen den weihnachtlichen Heisshunger tun?

Dr. Iwan: Heisshunger entsteht immer dann, wenn der Blutzucker Achterbahn fährt. Das passiert, wenn man ständig zwischendurch kleine kohlenhydrathaltige Leckereien in den Mund steckt.

Deshalb (auch wenn es schwer fällt): nicht so viel snacken und zwischendurch naschen.

Dominosteine und Plätzchen lieber direkt nach einer Mahlzeit geniessen und nicht erst 1,5 Stunden später. Essenspausen sind wirklich das A und O.

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