Das Fasten hat viele Formen und kann unterschiedliche Vorteile bieten – von der Entgiftung bis zur Gewichtsabnahme. Hier sind verschiedene Kuren im Überblick.
Brünette Frau trinkt ein Glas Wasser im Freien
Das Wasserfasten ist besonders hart – aber auch sehr effektiv. - Depositphotos

Das Wichtigste in Kürze

  • Bei der Fastenkur nach F.X. Mayr stehen Milch und Semmeli auf dem Menü.
  • Beim Intervallfasten wird nur in bestimmten Zeitabständen gefastet.
  • Beim Saftfasten nimmt man lediglich Gemüse und verdünnten Obstsäfte zu sich.
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Fasten ist eine uralte Praxis, die in vielen Kulturen und Religionen verankert ist. Es dient nicht nur der spirituellen Reinigung, sondern wird auch immer häufiger als Methode zur Gesundheitsförderung und Gewichtsreduktion eingesetzt.

In den letzten Jahren hat das Interesse am Fasten zugenommen, da immer mehr Menschen die gesundheitlichen Vorteile dieser Praxis erkennen. Dabei gibt es zahlreiche Fastenkuren, die jeweils unterschiedliche Ansätze und Ziele verfolgen.

Hast du schon mal gefastet?

Einige konzentrieren sich auf die Entgiftung des Körpers, während andere darauf abzielen, das Verdauungssystem zu entlasten oder das Gewicht zu reduzieren. Hier sind einige der bekanntesten Fastenkuren im Überblick:

Saftfasten: Nährstoffe durch Säfte

Beim Saftfasten wird auf feste Nahrung verzichtet und stattdessen werden ausschliesslich frisch gepresste Obst- und Gemüsesäfte konsumiert. Diese Fastenmethode soll den Körper entgiften und gleichzeitig wichtige Nährstoffe liefern.

Sortiment an Gemüsesäften
Beim Saftfasten darf man sich von frisch gepressten und gesunden Flüssigkeiten «ernähren». - Depositphotos

Während des Saftfastens nimmt der Körper viele Vitamine und Mineralstoffe auf, was zur Unterstützung des Immunsystems beiträgt. Saftfasten ist besonders beliebt bei Menschen, die eine sanfte Form des Fastens bevorzugen und dennoch Energie für den Alltag benötigen. Es kann einige Tage bis mehrere Wochen dauern, je nach persönlichem Ziel und Gesundheitszustand.

Fasten nach Buchinger: Heilfasten mit Tradition

Das Buchinger-Fasten, benannt nach dem deutschen Arzt Dr. Otto Buchinger, ist eine der bekanntesten Fastenkuren in Europa. Es handelt sich um ein Heilfasten, bei dem überwiegend Gemüsebrühen, Tees und verdünnte Säfte konsumiert werden.

Diese Form des Fastens zielt darauf ab, den Körper zu reinigen und gleichzeitig die Selbstheilungskräfte zu aktivieren. Typischerweise dauert eine Fastenkur nach Buchinger etwa ein bis zwei Wochen und wird oft unter ärztlicher Aufsicht durchgeführt. Diese Methode ist besonders effektiv bei der Behandlung von chronischen Erkrankungen und zur Förderung der allgemeinen Gesundheit.

Wasserfasten: Die reinste und härteste Form des Fastens

Beim Wasserfasten wird komplett auf feste Nahrung und kalorienhaltige Getränke verzichtet. Es wird ausschliesslich Wasser getrunken. Diese Form des Fastens ist sehr intensiv und sollte nur für kurze Zeiträume und unter medizinischer Aufsicht durchgeführt werden.

Wasserfasten soll den Körper tiefgehend reinigen und entlasten, wobei die Organe Zeit zur Regeneration erhalten. Aufgrund der extremen Einschränkung ist es jedoch nicht für jeden geeignet und kann bei falscher Anwendung gesundheitliche Risiken bergen. Es wird häufig für spirituelle oder religiöse Zwecke praktiziert und gilt als eine der ältesten Formen des Fastens.

Intervallfasten (Intermittierendes Fasten): Rhythmus statt Verzicht

Intervallfasten ist eine flexible und weit verbreitete Fastenmethode, bei der Essenszeiten und Fastenzeiten im Wechsel stehen. Zu den beliebtesten Varianten gehören das 16:8-Fasten (16 Stunden fasten, 8 Stunden essen) und das 5:2-Fasten (5 Tage normal essen, 2 Tage stark kalorienreduziert).

Drei Teller: eine rleer, einer mit einer Uhr, einer mit Essen.
Beim Intervallfasten darf man für eine bestimmte Zeit lang gar nichts essen, dazwischen aber ganz normal. - Depositphotos

Diese Methode fördert die Gewichtsabnahme, verbessert den Stoffwechsel und hat positive Effekte auf die Gesundheit des Herz-Kreislauf-Systems. Intervallfasten lässt sich gut in den Alltag integrieren und bietet eine gute Balance zwischen Fasten und normaler Nahrungsaufnahme. Es ist besonders geeignet für Menschen, die eine nachhaltige und alltagstaugliche Fastenmethode suchen.

Heilfasten nach F. X. Mayr: Darmgesundheit im Fokus

Das Heilfasten nach F. X. Mayr ist eine medizinisch begründete Fastenkur, die von dem österreichischen Arzt Franz Xaver Mayr entwickelt wurde. Sie kombiniert Fasten mit einer speziellen Diät und einer intensiven Darmreinigung. Ziel ist es, den Verdauungstrakt zu entlasten und die Darmflora zu regenerieren.

Milch und Brot
Bei der F. X. Mayr Diät stehen hauptsächlich Milch und trockene Brötchen beziehungsweise Weissbrot auf dem Speiseplan. - Depositphotos

Typische Elemente dieser Kur sind eine Milch-Semmel-Diät, Bauchmassagen und spezielle Übungen zur Verbesserung der Verdauung. Diese Methode erfordert eine intensive Betreuung und ist besonders geeignet für Menschen mit Verdauungsproblemen. Die F.X.-Mayr-Kur wird oft in spezialisierten Kliniken durchgeführt und bietet eine ganzheitliche Herangehensweise an die Gesundheit.

Basenfasten: Entsäuerung des Körpers

Beim Basenfasten wird der Fokus auf die Entsäuerung des Körpers gelegt. Es werden ausschliesslich basische Lebensmittel wie Obst, Gemüse, Nüsse und Samen verzehrt, während säurebildende Lebensmittel wie Fleisch, Milchprodukte, Getreide und Zucker vermieden werden.

Obst und Gemüse
Bei einer fettarmen Diät stehen viel Obst und Gemüse auf dem Speiseplan. - Depositphotos

Diese Kur soll das Säure-Basen-Gleichgewicht im Körper wiederherstellen und zu einem besseren Wohlbefinden beitragen. Basenfasten ist eine sanfte Fastenmethode, die sich gut in den Alltag integrieren lässt und keine drastischen Einschränkungen erfordert. Sie eignet sich besonders für Menschen, die ihre Ernährungsgewohnheiten nachhaltig verbessern möchten.

Ob Saftfasten, Buchinger-Fasten, Wasserfasten, Intervallfasten, Heilfasten nach F. X. Mayr oder Basenfasten – für jeden gibt es die passende Methode. Wichtig ist, die Fastenart entsprechend der individuellen Bedürfnisse und gesundheitlichen Voraussetzungen zu wählen und im Zweifelsfall ärztlichen Rat einzuholen.

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