COPD: Warum die Lungenkrankheit oft jahrelang unentdeckt bleibt

    Anne Stickel
    Anne Stickel

    Bern,

    Weil sich COPD langsam und im Verborgenen entwickelt, ahnen viele nicht, dass sie daran leiden. Eine frühe Diagnose könnte jedoch den Verlauf verlangsamen.

    Lunge Diagramm Ärztin
    COPD steht für «Chronic Obstructive Pulmonary Disease», auf Deutsch chronisch obstruktive Lungenerkrankung. Bei dieser Krankheit ist die Lunge dauerhaft geschädigt. - Depositphotos

    Weil sich COPD langsam und im Verborgenen entwickelt, ahnen viele Menschen nicht, dass sie daran leiden. Anhaltender Husten und Kurzatmigkeit sind typische Anzeichen. Je früher COPD entdeckt und behandelt wird, desto länger können Betroffene selbstbestimmt leben.

    Das schreibt die Lungenliga in einer Medienmitteilung im Vorfeld des Welt-COPD-Tags am 19. November. 

    «Chronic Obstructive Pulmonary Disease»

    COPD steht für «Chronic Obstructive Pulmonary Disease», auf Deutsch chronisch obstruktive Lungenerkrankung.

    Bei dieser fortschreitenden Krankheit ist die Lunge dauerhaft geschädigt und die Atemwege verengen sich langsam, aber stetig. Atemnot, Husten und Auswurf sind die ersten Symptome. 

    Symptome werden verharmlost 

    Viele wissen nicht, dass sie COPD haben. Die Lungenkrankheit entwickelt sich über Jahre im Verborgenen. Plötzlich fehlt den Betroffenen die Luft bei körperlichen Anstrengungen wie Treppensteigen oder sie husten, vor allem am Morgen.

    Kleine Trainingseinheit: Treppensteigen stärkt die Muskulatur in Oberschenkeln, Waden und Po.
    Plötzlich fehlt die Luft beim Treppensteigen? Ist das nicht vorübergehend, sollte man der Sache auf den Grund gehen. - Christin Klose/dpa-tmn

    Diese Symptome führen sie häufig auf das Altern oder auf das Rauchen zurück: «Ich werde halt älter, es ist normal, dass ich nicht mehr so fit bin.» Oder: «Es ist nur etwas Husten.» Danach meiden sie körperliche Aktivitäten und gewöhnen sich an die Beschwerden.

    Weil die Lunge keinen Schmerz empfindet, wird die Krankheit oft erst spät erkannt. Suchen COPD-Betroffene schliesslich wegen eines schweren Infekts ärztliche Hilfe, ist das Lungengewebe meist schon stark geschädigt. 

    Selbstbestimmt leben mit COPD 

    Die kantonalen Lungenligen betreuen und beraten COPD-Betroffene und ihre Angehörigen. Zehn Ligen bieten das Kursprogramm «Besser leben mit COPD» an. Teilnehmer Marco Winiger berichtet:

    «Von diesem Kurs habe ich enorm profitiert. Vorher war einfach das Atmen schwierig und ich hatte ein bisschen Lungenprobleme, aber ich wusste nicht genau, warum. Was ist diese COPD eigentlich? Was passiert da unten? Seit dem Kurs weiss ich, was die Krankheit für mich bedeutet. Ich kann meinen Zustand einschätzen und richtig reagieren. Seither muss ich viel weniger ins Spital.

    frau büro
    Mit ein paar kleinen Massnahmen atmen Sie auch auf der Arbeit besser durch. - Depositphotos

    Etwas vom Wichtigsten war für mich, richtig atmen zu lernen. Das bewusste Atmen erleichtert mir deutlich das Leben. Dreimal in der Woche gehe ich ins Ausdauertraining und arbeite im Haushalt. Im angepassten Tempo − nicht zu wenig, nicht zu viel − das ist wichtig.

    Die COPD kann ich nicht rückgängig machen, aber ich versuche, die Verschlechterung hinauszuzögern. Ich habe gelernt, mit COPD zu leben und das Beste aus der Situation zu machen. Die Lunge wird nicht besser, aber mein Lebensgefühl.» 

    «Auch die Angst wird kleiner»

    COPD-Patient Günter Hofer machte eine ähnliche Erfahrung:

    «Der Kurs bringt mir viel Wissen, worum es überhaupt geht. Davor hatte ich einfach eine Lunge, und die Luft ging rein und raus. Jetzt weiss ich, was im Körper passiert − zum Beispiel mit den Lungenbläschen. Bei gewissen Dingen verstehe ich, warum es passiert – zum Beispiel, warum ich Atemnot bekomme.

    Menschliche Lunge Lungenbläschen
    In den Lungenbläschen findet der Gasaustausch statt: Sauerstoff gelangt aus der Atemluft ins Blut, Kohlendioxid vom Blut in die Luft der Lungenbläschen. - Depositphotos

    Mit dem, was ich nach dem Kurs weiss, geht es mir besser. Auch die Angst wird kleiner.» 

    Expertin und Experte im Umgang mit COPD werden 

    Ergänzend zu den Gruppenkursen können COPD-Betroffene ihr Wissen online mit E-Learning-Modulen vertiefen. So gewinnen sie Sicherheit im Alltag und werden ihre eigenen Expertinnen und Experten im Umgang mit COPD – so wie Marco Winiger und Günter Hofer. 

    Welt-COPD-Tag am 19. November 

    In der Schweiz leben 400'000 Menschen mit der Diagnose COPD. Die Dunkelziffer ist hoch.

    Deshalb macht die Lungenliga am Welt-COPD-Tag am 19. November 2025 auf die Krankheit aufmerksam. Die häufigste Ursache für COPD ist das Rauchen. 

    Kommentare

    User #5503 (nicht angemeldet)

    Seit ich eine Lungenentzündung hatte bildet sich vermehrt Schleim-Husten und ich merke auch das etwas nicht mehr stimmt.

    User #2378 (nicht angemeldet)

    Velofahren wäre auch sehr gut. Aber als Velofahrer muss man mit Anfeindungen leben. Manchmal ist es lebensgefährlich.

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