Mobilitäts-Offensive in Brasilien

Daniel Huber
Daniel Huber

Bern,

Brasilien wandelt sich rasant zum neuen Hotspot der globalen Elektroautoproduktion. Erfahre hier alles über den Aufstieg der gigantischen Fabriken im Süden.

Stellantis Brasilien
Marktführer am Zuckerhut: Mit einem Marktanteil von über 30% ist Stellantis der unangefochtene Spitzenreiter auf dem brasilianischen Automobilmarkt. - Stellantis

Der Griff zum Zündschlüssel gehört in Brasilien immer öfter der Vergangenheit an. Stattdessen surren lautlose Elektromotoren durch die Strassen von São Paulo und Salvador.

Hinter diesem Wandel steckt eine beeindruckende technische Meisterleistung im industriellen Massstab. In Camaçari entstehen heute hocheffiziente Batteriewelten auf dem Gelände eines ehemaligen Ford-Werks.

Diese Transformation markiert den Beginn einer neuen Ära für den gesamten südamerikanischen Kontinent. Moderne Fertigungsroboter übernehmen nun die präzise Montage der komplexen Antriebssysteme.

BYD erobert den Kontinent

Der chinesische Gigant BYD setzt mit seinem Werk in Bahia ein gewaltiges Ausrufezeichen. Es ist die grösste Produktionsstätte des Konzerns ausserhalb der heimischen Grenzen Chinas.

BYD Brasilien
Job-Motor im Nordosten: Mit einer Investition von über 5 Milliarden Reais schafft BYD in der Region Bahia langfristig bis zu 20'000 direkte und indirekte Arbeitsplätze. - img.odcdn.com.br

Aktuell rollt dort vor allem der kompakte Dolphin Mini massenweise vom Band. Bis zum Ende des Jahres soll die Fabrik ihre volle Kapazität erreichen.

Beeindruckende 600'000 Fahrzeuge verlassen dann jährlich die Werkshallen in Richtung ganz Lateinamerika. Damit positioniert sich der Hersteller als Marktführer in der gesamten Region.

Volkswagens Milliarden-Wette

Die europäische Konkurrenz schaut bei dieser rasanten Entwicklung natürlich nicht tatenlos zu. Volkswagen investiert die Rekordsumme von 16 Milliarden Reais in den brasilianischen Markt.

Das Geld fliesst direkt in die Modernisierung der lokalen Fertigungsanlagen bis zum Jahr 2028. Ein besonderes Highlight für das laufende Jahr ist die Einführung eines neuen Pickups.

70 Jahre Volkswagen in Brasilien.

Dieser robuste Lastenesel entsteht direkt vor Ort und soll die wichtigen Marktanteile sichern. VW setzt damit ein klares Zeichen gegen die wachsende Dominanz aus Fernost.

Die Bio-Hybrid-Revolution

Stellantis geht bei der Antriebstechnik einen technologisch völlig eigenständigen und spannenden Weg. Der Autoriese investiert umgerechnet über fünf Milliarden Euro in die innovative Bio-Hybrid-Technologie.

Diese kombiniert einen klassischen Ethanol-Verbrennungsmotor geschickt mit einem modernen Elektromotor. Da Brasilien über eine riesige Infrastruktur für Biokraftstoffe verfügt, ist diese Lösung vielversprechend.

Kunden profitieren so von der Nachhaltigkeit des Treibstoffs und der Effizienz des Stromers. Erste Modelle mit diesem Doppelherz kommen bereits in den nächsten Monaten auf den Markt.

Aufschwung für Mensch und Region

Der industrielle Aufschwung in Camaçari bringt tausende neue Arbeitsplätze in die strukturschwache Region. Fachkräfte erhalten nun intensive Schulungen für die hohen Anforderungen der modernen Batterieproduktion.

Gleichzeitig treibt der Staat den Ausbau des Ladenetzes mit extrem hohem Druck voran. Überall an den grossen Fernstrassen entstehen moderne Schnellladestationen für die wachsende Flotte.

Diese Investitionen stärken nicht nur die lokale Wirtschaft, sondern auch das Vertrauen der Käufer. Brasilien wird so zum weltweiten Vorbild für die Mobilitätswende in grossen Schwellenländern.

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Kommentare

User #1926 (nicht angemeldet)

Ich werde unseren Verbrenner noch fahren solange er funktioniert, aber sein Nachfolger wird mit Sicherheit ein BEV sein. Ich habe es satt, für die ganzen Kriege und üblen Umweltverschmutzungen mit verantwortlich zu sein. Und ich bin mir sehr sicher, immer mehr Leute denken wie ich.

User #4541 (nicht angemeldet)

Die Länder in Südamerika haben das ganze Jahr optimale Bedingungen für Photovoltaik. Diese Energie zu nutzen ist tausend mal schlauer, wie von Erdöl abhängig zu bleiben. Auch Afrika und Asien hat dies längst begriffen. Und sogar in Norwegen, wo die Bedingungen weniger gut sind, sind Verbrenner død.

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