Luxus-Import: Navigator sprengt alle Normen
Zentimeterarbeit in der Altstadt: Trotz 360-Grad-Kameras bleibt die Breite von über 2 Metern in Schweizer Parkhäusern eine Millimeter-Challenge.

Der neue Lincoln Navigator bringt amerikanischen Luxus auf Schweizer Strassen. Erfahre hier alles über die Technik, den exklusiven Komfort und die bürokratischen Hürden beim Eigenimport.
Die markante Silhouette des Lincoln Navigator dominiert jede Autobahnraststätte zwischen Genf und St. Gallen mühelos. Mit über fünf Metern Länge sprengt dieser amerikanische Luxusliner jedoch die gewohnten Ausmasse vieler hiesiger Parkhäuser deutlich.

Der aktuelle Jahrgang setzt technisch auf einen kraftvollen 3.5-Liter-V6-Motor mit einer effizienten doppelten Turboaufladung. Satte 440 PS sorgen dafür, dass das massive Fahrzeuggewicht souverän und zügig über steile Alpenpässe gleitet.
Wellness für alle Insassen
Ein riesiges 48-Zoll-Display im Cockpit definiert die digitale Interaktion zwischen Mensch und Maschine auf einem neuen Level. Wer exklusives Reisen abseits der europäischen Standards sucht, kommt an diesem schweren US-Full-Size-SUV kaum vorbei.
Der Innenraum gleicht eher einer privaten Wellness-Lounge als einem herkömmlichen Cockpit für Autofahrer. Mit dem innovativen «Rejuvenate»-Modus verwandelt sich der Fahrersitz per Knopfdruck in einen persönlichen, klimatisierten Massagesessel.
Das System steuert Düfte, Licht und orchestrale Klänge, um Stress während der Fahrt aktiv abzubauen. Besonders Passagiere in der zweiten Sitzreihe geniessen in den neuen Kapitänssesseln ein massgeschneidertes Komforterlebnis der Extraklasse.
Klangerlebnis und bürokratische Hürden
Das optionale Revel-Ultima-3D-System beschallt den weiten Innenraum mit insgesamt 28 strategisch platzierten High-End-Lautsprechern. Ein durchgehendes Panorama-Display versorgt zudem alle Insassen mit Informationen und bietet digitale Unterhaltung auf höchstem Niveau.
Da die Marke Lincoln derzeit keine offiziellen Vertretungen in der Schweiz betreibt, führt der Weg nur über spezialisierte Direktimporteure. Interessenten müssen beim Kauf zwingend die Automobilsteuer in Höhe von vier Prozent des Fahrzeugwerts einplanen.

Zusätzlich erhebt der Zoll die gesetzliche Mehrwertsteuer von 8.1 Prozent sowie diverse Gebühren für die Erstellung der Einfuhrpapiere. Besonders die CO₂-Abgabe des Bundesamtes für Energie kann bei solchen hubraumstarken Motoren die Endkosten massiv steigern.
Technische Abnahmen und Alltagstauglichkeit
Spezialisierte Fachbetriebe übernehmen glücklicherweise die notwendigen technischen Anpassungen für die obligatorische Prüfung durch das Strassenverkehrsamt. Ohne ein offiziell anerkanntes Lärm- und Abgasgutachten erhält der Navigator keine Schweizer Nummernschilder für den öffentlichen Verkehr.
In den engen Gassen historischer Altstädte wie Bern oder Luzern erfordert das Manövrieren dennoch höchste Konzentration vom Fahrer. Dank der hochauflösenden 360-Grad-Kameras behalten Piloten jedoch stets die volle Kontrolle über die breiten Flanken des SUV.
Der Navigator überzeugt Schweizer Kunden vor allem als extrem potentes Zugpferd für schwere Pferdeanhänger oder grosse Boote. Trotz der gigantischen Ausmasse bügelt das moderne, adaptive Fahrwerk jede Unebenheit auf unseren Landstrassen spürbar glatt.
Lincoln in Europa nicht vertreten
Wahre Fans des «American Way of Life» akzeptieren dafür gerne den stolzen Durchschnittsverbrauch von rund 13 Litern Benzin. Es gibt in Europa keine offiziellen Lincoln-Showrooms oder direkte Werksauslieferungen.
Ford (die Muttergesellschaft) bietet die Marke Lincoln hier nicht an, da die Fahrzeuge aufgrund ihrer enormen Abmessungen oft als zu unpraktisch für europäische Innenstädte gelten. Zudem gelten strengere Emissionsvorschriften, wodurch die Motorisierungen zum Problem werden können.
Neuwagen: Händler wie USCars24, Geigercars oder spezialisierte Import-Agenturen bringen aktuelle Modelle nach Europa.







