Laut, sinnlos und doch genial: Hypercars

    Maia Schmied
    Maia Schmied

    Bern,

    Vergessen Sie die Elektromobilität für den Massenmarkt. Diese sündhaft teuren Hypercars rütteln gewaltig an den Grundfesten der Physik.

    Bugatti Tourbillon
    Bugatti Tourbillon: Benannt ist das Hypercar nach dem Tourbillon, einer hochkomplexen Mechanik aus der Schweizer Uhrmacherkunst, die dazu dient, die Schwerkraft auszugleichen. - MrWalkr

    Der herkömmliche Verbrennungsmotor gilt in der aktuellen Klimadebatte als technologisches Auslaufmodell. Doch im absoluten High-End-Segment feiert der klassische Hubraum mit orchestraler Gewalt ein technisches Comeback der Sonderklasse.

    Gleichzeitig drängen hochkarätige chinesische Stromer mit unbändiger Software-Intelligenz und gigantischen Leistungsdaten auf den globalen Markt. Kurzum: Es tobt ein spektakulärer Krieg der automobilen Philosophien.

    Mechanik gegen Strom: Bugatti Tourbillon

    Der Bugatti Tourbillon bricht auf radikale Weise mit dem aktuellen Trend zur reinen Elektrifizierung im Segment der exklusiven Supersportwagen. Sein völlig neu entwickelter V16-Saugmotor leistet atemberaubende 1’800 PS und peitscht die Drehzahlnadel hoch bis auf 9’000 Umdrehungen pro Minute.

    Bugatti Tourbillion
    Um Gewicht zu sparen und die Silhouette flach zu halten, sind die Sitze fest am Chassis verschraubt – stattdessen verstellt sich die Pedalerie. - Sokrates 399

    Renommierte Schweizer Uhrmacher fertigen das faszinierende analoge Cockpit-Instrumentarium kunstvoll aus über 600 filigranen Einzelteilen inklusive echten Rubinen.

    Bugatti Tourbillon
    Puristischer Startvorgang: Der gewaltige V16-Motor wird ganz mechanisch über einen physischen Zughebel zum Leben erweckt. - Francisco Antunes from Manchester

    Im direkten Vergleich zum legendären Vorgänger Chiron erweist sich dieses Triebwerk trotz komplexer Hybrid-Unterstützung überraschend als echtes Leichtgewicht.

    Grenzgänger der Physik: Aston Martin Valkyrie

    Der spektakuläre Aston Martin Valkyrie transformiert reinrassige Formel-1-Technologie ohne grosse Kompromisse direkt auf die öffentlichen Strassen der Schweiz. Aerodynamik-Genie Adrian Newey maximierte den Anpressdruck durch extrem tief in den Unterboden geschnittene Venturi-Tunnel.

    Aston Martin Valkyrie
    Der Aston Martin Valkyrie entstand als kompromisslose Kooperation zwischen der britischen Edelmarke und dem Formel-1-Team Red Bull Racing. - Calreyn88

    Der markerschütternd kreischende V12-Saugmotor aus dem Hause Cosworth mobilisiert eine schier unglaubliche Systemleistung von 1’155 Pferdestärken. Damit übertrumpft das Triebwerk das komplexe Aggregat des direkten deutschen Konkurrenten Mercedes-AMG One hinsichtlich der puren Drehzahlcharakteristik deutlich.

    Aston Martin Valkyrie
    Die ultraleichten Scheinwerfergehäuse sind direkt auf das Carbon-Chassis geklebt und wiegen unter 100 Gramm pro Stück. - Alexander Migl

    Übrigens verzichteten die Ingenieure auf jegliche Form von Restkomfort im extrem engen Innenraum. Das ohrenbetäubende Lärmniveau der Rennsport-Maschine ist Atmosphäre genug.

    Die digitalen Volt-Monster: Rimac und Yangwang

    Die Speerspitze der digitalen Revolution führt unangefochten der kroatische Rimac Nevera R mit seinen hochentwickelten Software-Systemen an. Vier separate Elektromotoren generieren eine astronomische Leistung von 2’107 PS, deren unbändige Kraft eine hochkomplexe Elektronik permanent zähmen muss.

    RIMAC NEVERA R - STATIC
    Elektrische Evolution: Die «R»-Variante ist die radikalere, fahrerfokussierte Weiterentwicklung des bereits rekordbrechenden Nevera. - RIMAC

    Die intelligente Drehmomentverteilung berechnet den optimalen Grip an jedem einzelnen Rad exakt einhundertmal in der Sekunde neu. Unterdessen deklassiert der chinesische Yangwang U9 Extreme bei Testfahrten mit einer Rekordgeschwindigkeit von 496 km/h die europäische Konkurrenz.

    Yangwang U9
    Yangwang U9 Extreme: Er basiert auf einer 1'200-Volt-Ultra-Hochspannungs-Plattform, die höhere Ströme und damit eine höhere Leistung als das Basismodell (800 V) ermöglicht. - JustAnotherCarDesigner

    Diese elektrischen Boliden bieten zwar perfekte Traktion aus dem Stand, lassen aber die emotionale Klangkulisse der Verbrenner-Hypercars vermissen. Nur die Zeit kann zeigen, wer sich an der Speerspitze der Leistungsfähigkeit letztlich durchsetzen wird.

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    Kommentare

    User #3386 (nicht angemeldet)

    manches macht halt einfach freude, ein schoenes gemaelde ja auch?! und - mal ehrlich - bugattis sind die einzigen karren aus unserem suedlichen nachbarland, die optisch was hermachen

    User #5607 (nicht angemeldet)

    In dem Fall sind elektrische Hypercars leise und sinnlos. Jedenfalls wenn man die Überschrift des Artikels überträgt.

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