Jeep Compass: Unter Strom durchs Unterholz
Vom wilden Schlammbad an die Schweizer Steckdose: Der Jeep Compass surrt jetzt leise durch die Alpen. Ob der US-Boy wohl winterfest ist?

Mit dem neuen vollelektrischen Compass vollzieht Jeep den bislang radikalsten Technologiesprung seiner traditionsreichen Modellgeschichte. Auf der hochmodernen STLA-Medium-Architektur des Stellantis-Konzerns rollt das kompakte SUV aktuell direkt in die Schweiz.
Technisch teilt sich der stilprägende US-Amerikaner das modulare Chassis mit europäischen Plattformgeschwistern wie dem Peugeot E-3008. Den Einstieg in die Baureihe markiert ein permanenterregter Synchronmotor an der Vorderachse mit 157 Kilowatt Spitzenleistung.

Diese 213 PS stemmen ein unmittelbar verfügbares Drehmoment von beachtlichen 345 Newtonmetern wirkungsvoll auf die Räder.
Mehr Ausdauer: Der Long Range für die Langstrecke
Gespeist wird das Basismodell aus einer Lithium-Ionen-Batterie mit 73 Kilowattstunden tatsächlich nutzbarer Nettokapazität. Nach dem offiziellen WLTP-Messzyklus reicht dieses kompakte Paket für eine kombinierte Distanz von rund 500 Kilometern.
Wer regelmässig längere Autobahndistanzen bewältigt, greift jedoch zwingend zur neu entwickelten Long-Range-Ausführung. In dieser Konfiguration leistet das Vorderradaggregat agile 170 Kilowatt beziehungsweise 231 PS.

Eine üppige Hochvoltbatterie mit 96 Kilowattstunden Nettokapazität ermöglicht hier eine beachtliche Reichweite von bis zu 674 Kilometern. Aktive Kühllamellen im Grill und ein glattflächig verkleideter Unterboden unterstützen diesen Aktionsradius mit einem Luftwiderstandsbeiwert von unter 0.30.
Alpine Herausforderungen und kraftvoller Dual-Motor-Allrad
Für anspruchsvolle helvetische Automobilisten birgt der rein frontgetriebene Einstieg jedoch ein gravierendes konzeptionelles Manko. In der Schweiz liegt der Marktanteil von Allradfahrzeugen bei den Neuimmatrikulationen traditionell bei rund fünfzig Prozent.

Auf steilen, schneebedeckten Passstrassen im Bündnerland oder im Wallis stossen einfache Fronttriebler im Winter rasch an ihre Grenzen. Aus diesem Grund schiebt Jeep eine zweimotorige Allradvariante (4xe ELEKTRO) mit imposanten 276 Kilowatt Spitzenleistung nach.
Satte 375 PS Systemleistung garantieren bei widrigsten Wetterverhältnissen jederzeit die notwendige Souveränität und Traktion bergauf. Serienmässig spendiert der Hersteller aber auch den frontgetriebenen Modellen immerhin das bewährte elektronische Selec-Terrain-System.
Ladeperformance und Effizienz im eisigen Schweizer Winter
Wer bei frostigen Temperaturen über den verschneiten San Bernardino reist, beobachtet die Reichweitenanzeige naturgemäss sehr genau. Bei zweistelligen Minusgraden schrumpft der reale Aktionsradius auf Schweizer Autobahnen selbst bei moderater Fahrweise spürbar zusammen.

Immerhin integriert Stellantis für den Schweizer Markt serienmässig eine hocheffiziente Wärmepumpe zur Schonung der wertvollen Energiereserven. An modernen DC-Schnellladestationen zieht das 400-Volt-System im Peak eine solide Ladeleistung von bis zu 160 Kilowatt.
Der für die STLA-Plattform typische Ladehub von zwanzig auf achtzig Prozent gelingt damit in knapp dreissig Minuten. Ob sich hierzulande auch die frontgetriebene Version etablieren kann oder doch hauptsächlich Allradler verkauft werden, müssen die nächsten Monate zeigen.











