2’000 PS im Lotus Evija: Der fetteste Lotus aller Zeiten
Ein Elektroauto mit 2’000 PS bricht die traditionellen Regeln des Leichtbaus. Kann diese sündhaft teure Super-Batterie auf Rädern echte Emotionen wecken?

Der britische Autobauer Lotus schickt mit dem Evija ein rein elektrisches Hypercar ins Rennen, das unfassbare 2’000 PS leistet. Vier Elektromotoren treiben das exklusive Carbon-Monocoque an und katapultieren das Fahrzeug in unter neun Sekunden auf Tempo 300.
Der radikale Technologiewechsel stellt dabei das gewohnte Verständnis von Sportwagen komplett auf den Kopf. Während traditionelle Sammler noch dem Benzingeruch nachweinen, setzt dieses Modell neue Massstäbe bei der Drehmomentverteilung.

Die ausgeklügelte Aerodynamik und schiere Stromgewalt bezwingen die Gesetze der klassischen Physik.
Der schwere Bruch mit der eigenen Tradition
Firmengründer Colin Chapman prägte einst das unumstössliche Credo, Autos radikal leicht zu bauen. Mit einem Leergewicht von rund 1’680 Kilogramm bricht der Evija jedoch mit dieser Philosophie.
Für ein Elektroauto ist das zwar ein hervorragender Wert, für einen echten Lotus aber ein massiver Speckgürtel. Die schwere 70-kWh-Batterie im Rücken des Fahrers bestimmt das gesamte Handling auf dem Asphalt.
Zwar sorgt der tiefe Schwerpunkt für eine grandiose Kurvenlage, doch das legendäre Go-Kart-Gefühl lässt sich bauartbedingt kaum in das Elektrozeitalter übersetzen.
Ein sündhaft teurer Kampf gegen die Konkurrenz
Auf dem Markt der elektrischen Megacars trifft der Brite auf den mächtigen Rimac Nevera. Der kroatische Konkurrent bietet zwar eine deutlich grössere Reichweite, wiegt aber auch über zwei Tonnen.

Hier kann Lotus seinen Gewichtsvorteil voll ausspielen und bietet die agilere Performance auf der Rundstrecke. Ein herber Kritikpunkt bleibt jedoch der astronomische Preis von weit über zwei Millionen Franken.
Das Ladewunder mit eingebautem Ablaufdatum
Die theoretische Ladeleistung von bis zu 800 Kilowatt bricht auf dem Papier sämtliche Rekorde. In der Realität existiert auf Schweizer Autobahnen derzeit jedoch kaum eine Ladesäule für diese extreme Performance.
So schrumpft der technologische Vorsprung an einer gewöhnlichen Schnellladestation aktuell in sich zusammen. Unter Volllast auf der Rennstrecke leert sich der verhältnismässig kleine Akku zudem in wenigen Minuten.
Das Thermomanagement leistet zwar Vermittlungsarbeit, stösst bei dauerhafter Beanspruchung aber an seine Grenzen. Für vermögende Enthusiasten bleibt der Brite dennoch das Mass der Dinge im Segment des E-Supersportler.







