Stilikone aus 1975: Der Opel Genève
Ein futuristisches Design der Siebzigerjahre. Entdecken Sie den Opel Genève, der einst das Publikum am Genfersee begeisterte.

Stellen Sie sich die Atmosphäre in den Genfer Messehallen im Frühjahr 1975 vor. Zwischen konventionellen Limousinen und praktischen Kombis ragte ein silberner Keil als absolutes Highlight heraus.
Der Opel Genève war das futuristische Versprechen einer Marke, die damals mutig nach neuen Wegen suchte. Sein flaches Profil und die scharfen Kanten verkörperten den puren technologischen Optimismus dieser Ära.

Das Konzeptfahrzeug schlug eine Brücke zwischen gewagter Ästhetik und den funktionalen Anforderungen einer neuen Zeit.
Radikales Design aus Rüsselsheim
Die Formsprache des Opel Genève orientierte sich konsequent an der damals modernen Keilform-Philosophie. Markante Klappscheinwerfer und eine extrem flache Front verliehen dem Sportwagen eine aggressive Optik.
Damit setzten die Designer ein deutliches Zeichen gegen das oft bieder wirkende Image der damaligen Konkurrenz. Besonders markant: Die grosszügige Verglasung der Fahrgastzelle bot den Insassen eine nahezu uneingeschränkte Rundumsicht.
Auch das Heck war seiner Zeit voraus: Leuchten und Stossfänger integrierten sich nahtlos in die fliessenden Linien der aerodynamischen Karosserie. Der Wagen wirkte aus jeder Perspektive wie aus einem Guss – ein früher Vorbote des modernen Automobildesigns.
Der Traum vom innovativen Wankelmotor
Unter der futuristischen Hülle sollte ursprünglich ein hochmoderner Zweischeiben-Wankelmotor für den nötigen Vortrieb sorgen. Die Ingenieure versprachen sich von diesem Konzept eine besondere Laufruhe bei äusserst kompakten Abmessungen.
Mitte der Siebzigerjahre galt die Rotationstechnologie noch als die grosse Hoffnung für sportliche Automobile. Durch die Konzeption als Mittelmotor-Sportwagen strebte Opel zudem eine perfekte Gewichtsverteilung an.

Die technische Komplexität des Rotationskolbenmotors stellte das Entwicklungsteam allerdings vor enorme Herausforderungen. Trotzdem hielt man in Rüsselsheim lange an der Vision dieses revolutionären Antriebs fest, bevor die Realität die Ingenieure einholte.
Die Ölkrise als jäher Wendepunkt
Die globale Energiekrise von 1973 veränderte die Prioritäten der Branche fast über Nacht. Plötzlich standen nicht mehr nur PS-Zahlen, sondern Kraftstoffverbrauch und Effizienz im Fokus von Käufern und Herstellern.
Der prinzipbedingt durstige Wankelmotor passte nicht mehr in die neue Realität einer sparsameren Weltordnung. Daher präsentierte Opel den Genève schliesslich als reines Designmodell (ein sogenanntes «Showcar») ohne funktionierenden Motor.
Die Besucher in Genf bestaunten zwar die spektakuläre Hülle, doch der technische Kern blieb eine Vision. Trotz des fehlenden Antriebs demonstrierte die Studie eindrucksvoll das gestalterische Potenzial der Marke Opel.
Ein bleibendes Erbe für die Autowelt
Auch wenn der Genève nie in Serie ging, flossen viele seiner Gestaltungselemente in den folgenden Jahren direkt in die Produktion ein. Der spätere Opel Monza übernahm die charakteristische Frontpartie und Teile der sportlichen Linienführung.
Auch der legendäre Manta B profitierte von den aerodynamischen Erkenntnissen dieser Studie. Heute gilt der Wagen als einer der wichtigsten Meilensteine in der Geschichte von Opel.
Museen und Ausstellungen zeigen das Fahrzeug regelmässig als besonderen Schatz. Der Name «Genève» bleibt so untrennbar mit der Stadt Genf und ihrem weltberühmten Automobilsalon verbunden – als Symbol für eine Zeit, in der die Zukunft des Autos noch ohne Grenzen schien.












