Kantonsrat will keinen direkten Steuerabzug vom Lohn
Die Zürcherinnen und Zürcher kommen auch in Zukunft nicht darum herum, die Steuern selber einzuzahlen.

Das Wichtigste in Kürze
- Nau.ch zeigt Ihnen, was hyperlokal geschieht.
- Schreiben auch Sie einen Beitrag!
Der Kantonsrat hat am Montag entschieden, dass die Steuern nicht automatisch vom Lohn abgezogen werden sollen. SP, Grüne und EVP hatten dies gefordert, um die Zahl der Betreibungen zu senken.
Jedes Jahr müssen im Kanton Zürich rund 70'000 Steuerpflichtige betrieben werden. Ein grosser administrativer Aufwand, der nicht immer zum Ziel führt. Mit der Zahlung im Verzug sind vor allem Angestellte mit kleinem Einkommen oder befristeten Verträgen.
SP, Grüne und EVP schlugen deshalb vor, dass die Steuern direkt vom Lohn abgezogen werden - allerdings auf freiwilliger Basis. Denn dazu zwingen wollten sie niemand.
Ihre Parlamentarische Initiative (PI) wurde im September 2016 noch vorläufig unterstützt. Doch wie so oft sieht es in der zweiten Runde anders aus: Die PI wurde am Montag mit 107 zu 54 Stimmen abgelehnt. Einen freiwilligen Steuerabzug vom Lohn wird es also nicht geben.
Die Bürgerlichen argumentierten, dass die Steuern ja bereits heute in Raten bezahlt werden könnten. Zudem sei der Staat nicht dazu da, das Volk zu erziehen. Das Nächste sei wohl, dass man sich auch die Miete vom Lohn abziehen lasse. Ein wichtiger Grund, weshalb die Bürgerlichen den Vorstoss beerdigten, war auch der administrative Aufwand, der auf die Arbeitgeber zugekommen wäre.
Für SP-Kantonsrat Stefan Feldmann (Uster) ist das Thema allerdings noch nicht gegessen. Der Steuerabzug vom Lohn werde wiederkommen, entweder über Vorstösse oder dann über eine Volksinitiative. Das Anliegen sei im Volk mehrheitsfähig, zeigte er sich überzeugt.






