Wenn aus einer steilen Wiese ein Zuhause wird
Aus einer steilen Wiese in Schwendibach wurde mit viel Vision, Ausdauer und der Beer Holzbau AG ein neues Zuhause geschaffen – die Überbauung «Sunnehoger».

Was braucht es, damit aus einer steilen Wiese ein Zuhause wird? In Schwendibach waren es eine lang gehegte Idee, viel Ausdauer und mit Beer Holzbau ein Unternehmen, das nicht nur baut, sondern auch mitdenkt.
Ende März in Schwendibach: Ein kurzer Wintereinbruch hat die Landschaft noch einmal mit Schnee überzogen. Die Wiesen sind weiss, die Dächer angezuckert, und für einen Moment wirkt alles eher nach Januar als nach Frühling.
Dabei steht genau dieser vor der Tür. Jene Jahreszeit also, in der man plötzlich wieder spürt, wie schön es wäre, an einem Ort mit Weite, Licht und Aussicht zu wohnen.

So ein Ort ist Schwendibach. Von hier reicht der Blick auf die Gantrisch-Bergkette, übers Aaretal und bis hin zum Jura. Zwei, die diesen Flecken schon lange im Auge hatten, sind die Brüder Michael und Andy Würsten.
Sie sind auf der gegenüberliegenden Talseite aufgewachsen. Schon als Jungs hatten sie abends auf diesen Hang geblickt, der noch lange hell von der Sonne beleuchtet wurde, während fast alle anderen Orte bereits im Schatten lagen.
Der Wunsch nimmt Form an
Viele Jahre später kehrte die Erinnerung an dieses sonnige Plätzchen zurück. Gemeinsam mit ihren Partnerinnen Valerie Mösle und Alana Sohm suchten die beiden Brüder jenen Ort auf, der damals noch nichts weiter war als eine steile Wiese.
Und plötzlich war sie da, diese klare Vorstellung: Hier wohnen, das wär’s! Mit dieser Aussicht, dieser Ruhe und Beständigkeit, mitten in der Natur.
Der Landbesitzer war rasch ausfindig gemacht und tatsächlich bereit, zu verkaufen. Allerdings nur das gesamte Areal. «Das war eine Herausforderung, aber auch eine Chance», sagt Andy Würsten heute. Klar war von Anfang an, dass hier nicht einfach irgendwelche Neubauten entstehen sollten.
Die Gemeinde Steffisburg, zu der Schwendibach gehört, wünschte sich ein Projekt, das sich am Ort orientiert: an den umliegenden Bauernhäusern, an der dörflichen Struktur, an einer Bauweise, die Tradition aufnimmt und zeitgemäss weiterdenkt. Gemeinsam mit seinem Bruder und zwei weiteren Parteien erwarb Andy Würsten somit die Parzelle.
Und kurz darauf stellte sich die Frage, mit wem ein solches Projekt überhaupt umgesetzt werden könnte. Denn Bauen ist immer auch Vertrauenssache.
Holz und Haltung
Hier nun kam die Beer Holzbau AG ins Spiel. Ein KMU aus Ostermundigen, gewachsen aus dem Handwerk, verankert in der Region und spezialisiert auf energieeffizientes Bauen mit Holz.
Seit ihrer Gründung 1999 hat sich die Firma stetig weiterentwickelt und beschäftigt heute über 95 Mitarbeitende. Sie arbeitet mit Minergie-Standards, investiert laufend in den eigenen Betrieb und setzt auf eine Bauweise, die ökologisch und wirtschaftlich Sinn ergibt.
Für Heinz Beer ist Holz denn auch weit mehr als bloss Material. «Holz verleiht einem Wohnraum Wärme und wohngesundes Raumklima», weiss der Fachmann. Man spüre den Unterschied zwischen einem Beton- und einem Holzbau sofort, die Atmosphäre sei eine ganz andere.

Zudem seien Holzfassaden nicht nur gestalterisch stark, sondern auch sinnvoll: sie reduzierten den Energieaufwand, da Holz ein nachwachsender Rohstoff sei.
Und er gibt Andy Würsten recht: «Bei einem Bauvorhaben ist enorm wichtig, dass man sich von Anfang an versteht, dass das Zwischenmenschliche stimmt.» Und das tut es, wie man sofort spürt, wenn man mit den beiden spricht.
«Wir haben auch andere Generalunternehmer geprüft», sagt Andy Würsten. «Doch am Ende überzeugte uns Beer fachlich und menschlich am meisten.»
Die Fäden im Hintergrund
Dass ein Projekt nur dann gelingt, wenn im Hintergrund viele Fäden zusammenlaufen, macht die wichtige Rolle von Marc Oppliger deutlich: Als Bauleiter von Beer Holzbau sorgte er dafür, dass die neue Parzelle sauber erschlossen werden konnte, verhandelte mit der Gemeinde und den Werkleitungsbeteiligten und war das Bindeglied zwischen Bauherrschaft und Generalunternehmung.
Solche Aufgaben sieht man später einem Gebäude zwar nicht an, dennoch sind sie entscheidend dafür, dass aus einer Idee überhaupt Realität werden kann.
Ein KMU mit Verantwortung
Wie fragil solche Vorhaben sein können, zeigte sich denn auch mitten im Bauprozess. Eine der vier Parteien sprang ab, und das Projekt geriet ins Wanken. Weil das untere Haus zuerst gebaut werden musste, drohten Verzögerung und finanzieller Mehraufwand.
Heinz Beer reagierte pragmatisch und übernahm mit seiner Firma diesen Teil des Projekts. So konnte das Vorhaben weitergeführt werden.
Ein Schritt, der vieles über das Selbstverständnis des Unternehmens erzählt: nicht nur bei Sonnenschein ein verlässlicher Partner, sondern eben auch dann, wenn ein Sturm aufzieht. Es ist diese Verbindung aus Erfahrung, Qualitätsanspruch und Verantwortung, dem das Unternehmen bereits 27 Jahre erfolgreiches Bestehen verdankt.

In Schwendibach ist inzwischen mit der Überbauung «Sunnehoger» – der Name ist Programm! – ein familienfreundliches, naturverbundenes Quartier entstanden, das ein Zweifamilienhaus, drei Einfamilienhäuser sowie ein Kleinhaus umfasst, alles energieeffiziente Gebäude mit Photovoltaikanlagen auf den Dächern und Luft-Wasser- Wärmepumpen für die restlich benötigte Energie.
Das Quartier ist harmonisch ins Gelände eingebettet und nimmt Bezug auf die umliegenden Bauernhäuser, ohne historisierend zu wirken. Es bildet zwar eine Einheit, lässt aber dennoch Raum für Individualität.
Nah und doch für sich
Schwendibach ist klein, ländlich geprägt und überschaubar. Kinder können hier noch auf der Strasse spielen, da diese fast nur von Anwohnenden genutzt wird.
Gleichzeitig ist man in rund zehn Minuten in Thun, die Einkaufsmöglichkeiten sind nah, und für Schulkinder gibt es einen Schulbus nach Steffisburg. Das Leben auf dem Land und die Nähe zur Stadt schliessen sich hier definitiv nicht aus.
Eine der Wohnungen im Zweifamilienhaus ist noch frei und befindet sich im Rohbau. Gerade darin liegt für künftige Eigentümerinnen und Eigentümer eine grosse Chance: Vieles kann noch mitbestimmt werden, von den Bodenbelägen über Bad und Küche bis hin zu den letzten gestalterischen Details. Wer also mehr als bloss Wohnraum sucht, ist hier genau richtig.

Vielleicht ist das die eigentliche Geschichte dieses Projekts: dass am Anfang kein Verkaufsprospekt stand, sondern eine Erinnerung. Der Blick zweier Jungs auf einen sonnenbeschienenen Hang. Und schliesslich Menschen, die mit Ausdauer, Fachwissen und feinem Gespür etwas Einzigartiges erschaffen haben.
Nicht einfach neu gebaut. Sondern klug und ökologisch weitergedacht. Übrigens sind auch in Mattstetten Einfamilien- und Doppeleinfamilienhäuser in Planung.








