Berns Zahnklinik bietet Weltspitze für alle
Die Zahnkliniken der Universität Bern zählen weltweit zur Spitze. Ihre Forschung kommt auch Patientinnen und Patienten zugute.

Platz drei, weltweit. Gäbe es eine Champions League für Zahnmedizin, wären die Zahnmedizinischen Kliniken der Universität Bern seit neustem auf deren Podest. Im aktuellen «Shanghai Ranking» sind die zmk bern vom vierten auf den dritten Platz vorgerückt.
In Europa ist einzig das King’s College London besser klassiert, im deutschsprachigen Raum steht Bern ganz oben. Ein beachtliches Resultat für eine Institution,in der man von Aussen vor allem Behandlungsstühle, weisse Kittel und Zahnarztbesteck vermuten würde.
Denn gemessen wird beim Shanghai-Ranking in erster Linie die wissenschaftliche Leistung: Publikationen, deren Qualität und wie häufig sie von anderen Forschenden zitiert werden. Und davon produziert Bern einiges.
Seit 2021 veröffentlichen Forscherinnen und Forscher der zmk bern jährlich mehr als 250 wissenschaftliche Originalarbeiten in PubMed-gelisteten Fachzeitschriften, zuletzt waren es sogar rund 300.

Prof. Dr. Hendrik Meyer-Lückel, Geschäftsführender Direktor der zmk bern wie auch Leiter der Klinik für Zahnerhaltung, Präventiv und Kinderzahnmedizin sowie der Schulzahnklinik Bern, sieht einen starken Zusammenhang zwischen der regen Publikationstätigkeitder letzten Jahre und den nun zunehmend vorderen Plätzen in Rankings.
Spitzenforschung für die Praxis
Hinter diesem Erfolg stehen Forschungsteams aus zahlreichen zahnmedizinischen Fachrichtungen. Eine Stärke der zmk bern ist die enge Verbindung von Forschung, Lehre und Patientenversorgung: Neue Erkenntnisse sollen möglichst rasch den Menschen auf dem Behandlungsstuhl zugutekommen.
Unter einem Dach vereinen die zmk bern die Kliniken für Zahnerhaltung, Präventiv- und Kinderzahnmedizin, für Oralchirurgie, für Parodontologie, für Kieferorthopädie sowie für Rekonstruktive Zahnmedizin und Gerodontologie. Bei komplexen Fällen können Spezialitinnen und Spezialisten über Klinikgrenzen hinweg zusammenarbeiten.
Für alle offen
Das bedeutet aber nicht, dass nur schwierige Fälle behandelt werden. Anders als manche vermuten, braucht es für eine Behandlung an den zmk bern nicht grundsätzlich eine Überweisung aus einer Privatpraxis. Auch mit alltäglichen Zahnproblemen oder für eine Zweitmeinung kann man sich an die Kliniken wenden.
Ziel ist eine medizinisch sinnvolle Lösung, die zur Lebenssituation und zu den finanziellen Möglichkeiten der Patientinnen und Patienten passt. Wie Forschung und Alltag zusammenfinden, zeigt die digitale Zahnmedizin.

Wer beim Gedanken an einen mit Abdruckmasse gefüllten Löffel im Mund bereits würgen muss, dürfte diese Entwicklung begrüssen: In vielen Situationen können Zähne heute intraoral gescannt werden. Aus den digitalen Daten lassen sich Behandlungen planen und Zahnersatz computergestützt konstruieren und herstellen.
Angenehmere Behandlung dank Forschung
An den zmk bern haben viele Entwicklungen aus der Forschung längst Einzug in die Klinik gehalten. Dies gilt nicht nur für die digitale Behandlungsplanung, sondern auch für minimal-invasive Methoden, wie die Kariesinfiltration, neue Implantatsysteme sowie regenerative Verfahren, aber auch innovative Techniken in der Kieferorthopädie.
Die internationale Forschungsstärke der zmk bern kommt somit auch der Bevölkerung zugute: Wissenschaftliche Fortschritte können unmittelbar zu einer angenehmeren und präziseren Behandlung beitragen.
Lernen und günstiger behandelt werden
Die zmk bern sind zugleich einer der grössten zahnmedizinischen Ausbildungsstandorte der Schweiz. Im sogenannten Studkurs können sich geeignete Patientinnen und Patienten von Studentinnen und Studenten höherer Studienjahre behandeln lassen.

Erfahrene Zahnärztinnen und Zahnärzte kontrollieren dabei sämtliche Arbeitsschritte. Die Behandlung kann rund 70 Prozent günstiger sein, benötigt aber mehr Zeit und nicht jeder Fall eignet sich dafür.
Zahnmedizin dort, wo sie gebraucht wird Der Auftrag der zmk bern endet aber längst nicht am Klinikeingang. Seit Jahrzehnten versorgen Zahnärztinnen und Zahnärzte der Universität Menschen in Strafanstalten, darunter Hindelbank, Thorberg und St. Johannsen.
2024 kam noch Bellechasse im Kanton Fribourg hinzu. Die zmk bern stehen auch für eine soziale Zahnmedizin, die Schmerzen lindert und die Kaufunktion erhält. Auch ältere und gebrechliche Menschen werden ausserhalb der Kliniken betreut: in der Aussenstation des Berner Spitalzentrums Altersmedizin Siloah sowie durch mobile Teams in den Burgerspittel-Standorten Viererfeld und Hauptbahnhof.
Eng ist zudem die Zusammenarbeit mit dem Inselspital, etwa bei Kindern mit komplexen Erkrankungen oder nach Tumoroperationen im Kieferbereich.
Mit dem Zahnmobil auf den Pausenplatz
Seit diesem Jahr haben die zmk bern auch die Aufgaben des bisherigen Schulzahnmedizinischen Dienstes der Stadt Bern übernommen. Ein speziell eingerichtetes Zahnmobil fährt für die jährlichen Untersuchungen zu den Stadtberner Schulen und kontrolliert Zähne, Gebissentwicklung und Mundhöhle.
Bei Behandlungsbedarf können Eltern einen Termin in der Schulzahnklinik vereinbaren oder eine Zahnarztpraxis ihrer Wahl aufsuchen. Das Zahnmobil war zuvor bereits ein Jahr im Rahmen der Ersten Schweizer Mundgesundheitsstudie (SMGS 1) im Einsatz.
Hier werden in vier Altersgruppen repräsentative Daten zur Zahn- und Mundgesundheit der Bewohner von 7 Kantonen erstmalig umfassend erhoben.

So schliesst sich der Kreis vom Pausenplatz bis zum Shanghai-Ranking: Kinder werden untersucht, Studentinnen und Studenten ausgebildet, Patientinnen und Patienten behandelt und neue Methoden erforscht.
Der dritte Platz steht für die wissenschaftliche Stärke der zmk bern. Aber ebenso für eine Zahnmedizin, von der die ganze Berner Bevölkerung profitieren kann.








