SRF baut im Bereich Religion ab – Kirchen sind enttäuscht

Die SRF muss sparen und baut Stellen ab: Auch Religionssendungen fallen den Massnahmen zu Opfer. Die Landeskirchen bedauern den Entscheid.

Die SRF streicht mehrere Religionssendungen, die Kirchen zeigen sich enttäuscht. - Keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Die SRF geht schwierige Zeiten durch: Wegen Sparmassnahmen muss viel abgebaut werden.
  • Nun wurde bekannt, dass viele Religionssendungen nicht mehr ausgestrahlt werden.
  • Die grossen Kirchen sind überrascht und zeigen sich besorgt über die Entscheidung.

Gleich drei Sendungen mit Religion im Fokus werden von der SRF gestrichen. Im Radio werden «Zwischenhalt», «Blickpunkt Religion» und «Morgengeschichte» nächstes Jahr fehlen.

Nathalie Wappler ist seit März 2019 Direktorin von SRF. - Keystone

Für die SRF-Direktorin Nathalie Wappler bleibe aber weiterhin ein vielfältiges, religiöses Angebot bei SRF bestehen. Zudem würden Aktualitäten zu Religion im Tagesprogramm behandelt, sagte Wappler zu «Kath.ch». Auch sollen spezifische Angebote im Bereich Religion für junge Menschen entwickelt werden.

«Hat uns überrascht»

Auf Anfrage von Nau.ch bestätigt die Evangelisch-reformierte Kirche Schweiz (EKS), die Entscheidung sei eine Überraschung gewesen. Die Abschaffung würde bedauert: «Hochwertige Information und Diskussionen über Religionsthemen sind für einen umfassenden Service Public in den Augen der EKS wichtig», sagt Sprecherin Michèle Graf-Kaiser.

Gläubige singen ein Lied während des Gottesdienstes in der evangelisch-reformierten Kirche in Thalwil im Kanton Zürich. - Keystone

Das Wissen von Medienschaffenden im religiösen Bereich nehme ab, wie in mehreren Studien belegt werde. «Da ist eine solche Spezialredaktion umso wichtiger.»

Bei der katholischen Kirche ist man ebenfalls erstaunt: Das sagte Mariano Tschuor, ehemaliges Mitglied der Geschäftsleitung der SRG und der Präsident der Medienkommission der Schweizer Bischofskonferenz zu «Kath.ch». «Von Sparmassnahmen sind immer die Falschen betroffen.»

Ersatz wird gefordert

Die Präsidentin der Römisch-Katholischen Zentralkonferenz der Schweiz, Renata Asal-Steger, fordert einen Ersatz. Für sie gehöre es zum Auftrag des SRF, weiterhin über den «Beitrag der Kirchen zum gesellschaftlichen Zusammenhalt» zu berichten.

Die Übertragung des Ostern-Gottesdienstes 2020 auf einem Smartphone. Das SRF wird Gottesdienste weiterhin übertragen, wie Nathalie Wappler bestätigte. - Keystone

«Wir wollen diese Themen nach wie vor behandeln. Wir können aber nicht alles beibehalten», erklärt SRF-Direktorin Nathalie Wappler während eines Mediengesprächs. Sie hält zudem Fest, dass die Religionsformate eine breitere Zielgruppe erreichen sollen – auch vermehrt junge Menschen.