SRF-Direktorin Nathalie Wappler baut um. Über 200 Jobs werden gestrichen, mehrere Sendungen fallen weg.
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Die Direktorin von Schweizer Radio und Fernsehen SRF, Nathalie Wappler. - SRF
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Das Wichtigste in Kürze

  • SRF streicht 211 Vollzeitstellen, baut aber 95 neue Stellen auf.
  • Es werden 120 Kündigungen gesprochen.
  • News-Chefin Sandra Manca verlässt das Unternehmen.

Umbau beim Schweizer Radio und Fernsehen! Die neue Direktorin Nathalie Wappler stellt das Unternehmen neu auf. «SRF 2024» – so der Name des Projekts – fallen 211 Vollzeitstellen zum Opfer. Gleichzeitig werden 95 neue Stellen geschaffen.

«Diese neuen Berufsbilder und Kompetenzen brauchen wir dringend, wenn uns die Transformation gelingen soll», so Wappler. Daneben seien rund 100 Umschulungen vorgesehen.

Der Abbau wird in zwei Etappen erfolgen: Im Januar 2021 werden 66 Stellen gestrichen, 145 dann im Herbst darauf.

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Das Schweizer Radio und Fernsehen setzt den Rotstift an. - Keystone

Welche Jobs genau wegfallen, kann Wappler noch nicht sagen. Sie verweist auf das Konsultationsverfahren. Ebenso bleibt offen, in welchen Abteilungen oder Standorten am meisten gespart wird.

Neben natürlicher Fluktuation und Frühpensionierungen wird es zu 120 Kündigungen kommen. Die SRG stehe in Absprache mit ihren Sozialpartnern, heisst es. Immerhin: Weitere Kündigungen sind nicht geplant.

Schweizer Radio und Fernsehen stellt auch Angebot um

Umbau auch beim Angebot. Ab Sommer 2021 wird «Mini Schwiiz, dini Schwiiz» gestrichen, allerdings durch ein ähnliches Format ersetzt. Auch die Formate «Zwischenhalt», «Blickpunkt Religion», «Morgengeschichte» und «52 beste Bücher» fallen weg. Weiter werden Basel Tattoo und das Zirkusfestival Monte Carlo nicht mehr übertragen.

Warum werden gerade Religions-Sedungen gestrichen? «Wir wollen diese Themen nach wie vor behandeln. Wir können aber nicht alles beibehalten», erklärt Wappler. Religionsthemen blieben aber weiterhin wichtig.

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Das Schweizer Radio und Fernsehen überträgt Basel Tattoo nicht mehr. - sda

Bereits im Sommer verkündete das Unternehmen die Absetzung folgender Sendungen: «Eco», «Sportaktuell», «Swiss Music Awards», «Viva Volksmusik» und «Art on Ice».

Neu besetzt wird auch die Leitung von SRF News. Sandra Manca verlässt den Konzern. «Sie hat sich selbst entschieden, das Unternehmen zu verlassen. Ich bedaure diesen Schritt sehr», erklärt Wappler. Interimistisch übernimmt Ursula Gabathuler, heute Leiterin Redaktion Kassensturz/Espresso.

Budget schrumpft

SRF begründet das Sparprogramm mit geringeren Werbe- und Sponsoring-Einnahmen. War das Budget 2018 noch 579 Millionen Franken, liegt es dieses Jahr noch 550 Franken. Tendenz sinkend.

Das Medienhaus will in den kommenden zwei Jahren mit «SRF 2024» 68 Millionen Franken sparen. Das entspricht 12 Prozent des Budgets. Ein Grossteil der Einsparungen wird wieder reinvestiert.

Mit der Transformation will SRF vermehrt im digitalen Bereich wachsen. Doch Wappler hält fest: «60 Prozent soll weiterhin aus klassischem Linear-Programm bestehen. Unsere Kernkompetenz bleibt Video und Audio.»

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