Vom Schwert zum Steuer: Warum wir rechts fahren
Früher zog man links das Schwert, heute lenken wir rechts. Wie ritterliche Reflexe und ein kleiner Kaiser unsere Strassen revolutionierten. Jetzt lesen!

Haben Sie sich je gefragt, warum wir in der Schweiz rechts fahren? Die Antwort liegt tief in der Geschichte der Ritter und Kutschen verborgen ...
Der Ursprung im ritterlichen Zweikampf
Früher bestimmten Schwerter und Peitschen die Seite der Strasse. Heute lenkt uns eine globale Standardisierung sicher durch den dichten Verkehr.
Im Mittelalter bewegten sich Reisende und Ritter vornehmlich auf der linken Strassenseite. Diese Wahl diente als reine Vorsichtsmassnahme für den Ernstfall eines plötzlichen Angriffs.
Da die meisten Menschen Rechtshänder sind, trugen sie ihr Schwert an der linken Hüfte. So zogen sie die Waffe im Vorbeireiten schnell und effektiv mit der rechten Hand.
Von der Peitsche zum Rechtsverkehr
Wer links ritt, hielt den potenziellen Gegner stets auf der bewaffneten Seite. Diese Tradition hielt sich über Jahrhunderte in vielen Teilen der Welt hartnäckig.
Der Wandel zum Rechtsverkehr begann schliesslich mit dem Aufkommen grosser Frachtwagen in Amerika. Kräftige Pferde zogen diese schweren Gefährte oft paarweise über weite Strecken.

Die Kutscher besassen dabei keinen festen Bock, sondern sassen auf dem hinteren linken Pferd. Von dort aus kontrollierten sie das Gespann mit der Peitsche in der starken rechten Hand.
Napoleons Marschbefehl für Europa
Um Kollisionen zu vermeiden, wichen diese schweren Wagen beim Kreuzen nach rechts aus. Nur so behielt der Fahrer die kritischen Abstände zwischen den Rädern genau im Auge.
In Europa forcierte Napoleon Bonaparte die Umstellung auf die rechte Strassenseite massiv. Er nutzte diese Regelung als taktisches Mittel zur besseren Koordination seiner grossen Truppenverbände.

Eroberte Länder übernahmen das System gezwungenermassen, was die Mobilität auf dem Kontinent vereinheitlichte. Nur Länder wie Grossbritannien widersetzten sich diesem französischen Diktat erfolgreich, bis heute.
Schweizer Präzision und der Ford-Standard
In der Schweiz dauerte die endgültige Vereinheitlichung aufgrund des Kantönligeists noch einige Zeit an. Schliesslich setzte sich der Rechtsverkehr durch, um den nationalen Warenfluss merklich zu erleichtern.
Den finalen Standard setzte Henry Ford mit seinem legendären Model T im Jahr 1908. Er baute das Lenkrad konsequent auf die linke Seite des Fahrzeugs ein.

Zuvor wählten viele Hersteller die rechte Seite für einen bequemen Ausstieg am Trottoir. Ford priorisierte jedoch die Sicherheit und die freie Sicht auf den entgegenkommenden Verkehr.







