Oberland

    Schnee-Chaos am Chuenisbärgli? Adelboden-Pistenchef bleibt gelassen

    Die Meteorologen sagen in Adelboden rund 60 Zentimeter Neuschnee an. Die Chuenis-Rennen in Gefahr? Pisten-Chef Toni Hari erklärt, warum er gelassen bleibt.

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    Ein Blick auf den Start der Weltcup-Piste zeigt blankes Eis als Unterlage. (Video vom 6. Januar, 14.30 Uhr) - Nau.ch

    Das Wichtigste in Kürze

    • 60 Zentimeter Neuschnee – ist der Chuenisbärgli-Riesen mit Superstar Odi in Gefahr?
    • Der Adelboden-Pistenchef Toni Hari bleibt gelassen.
    • «Wenn sie hier viel ansagen, gibt es oft wenig Neuschnee.»
    • Was Hari weiter positiv stimmt: die dicke Eisschicht. Die Maschinen können auf die Piste.

    Es glänzt am Chuenisbärgli. Die Weltcup-Strecke gleicht einer Eisbahn. «Der ganze Schnee ist rennfest gefroren», erzählt Pisten-Chef Toni Hari. «Wir hatten bis zu Minus zwanzig Grad, es hat alles zusammengezogen.»

    Am Samstag startet das Renn-Wochenende in Adelboden mit dem Riesenslalom. Perfekte Bedingungen also für Superstar Marco Odermatt und Co.

    Oder doch nicht?

    adelboden weltcup
    Die Piste am Chuenisbärgli ist pickelhart. Es können dieses Jahr sogar die Pistenfahrzeuge Auffahren zum Schnee-Räumen. Falls notwendig. - Nau.ch

    Meteorologen melden 60 Zentimeter Neuschnee am Chuenisbärgli

    Ausgerechnet jetzt melden Meteorologen viel Neuschnee. MeteoSchweiz schreibt auf Anfrage: «Im oberen Bereich der Strecke könnte es bis zu 60 Zentimeter schneien, wobei mit grossen Schneeverwehungen zu rechnen ist.»

    Wie viele Schweizer Siege gibt es in Adelboden am Wochenende?

    Das Wetter sei von Donnerstag bis Samstag «sehr unbeständig», man müsse immer wieder mit Schneefällen rechnen.

    Zwischen Donnerstagabend und Freitagmorgen könne es im Zielbereich vorübergehend sogar regnen. «Hinzu kommt insbesondere am Freitag starker Westwind.»

    Pistenchef: «Wenn sie hier viel Neuschnee ansagen, gibt es oft eher wenig»

    Es klingt also nach Wetter-Chaos. Hari, der seit drei Jahrzehnten Chuenisbärgli-Pistenchef ist, nimmt es gelassen. «Es gibt sicher Schnee. Und das ist doch gut, wenn es im Winter Schnee gibt.»

    Mit den Schnee-Prognosen habe er folgende Erfahrung gemacht: «Oftmals, wenn sie hier sehr viel Neuschnee ansagen, gibt es eher wenig...»

    toni hari
    Toni Hari ist seit drei Jahrzehnten Pistenchef am Adelbodener Chuenisbärgli. (Archivbild) - Nau.ch

    Der Wind komme morgen aus West und Südwest, führt Hari aus. «Grosse Schneemengen bekommen wir hier in Adelboden eigentlich fast nur aus Nordwest. Auf Nordwest dreht es aber erst am Sonntag.»

    Doch auch dann rechnet Hari nicht mit den ganz grossen Schneefällen.

    «Dann sind die Temperaturen hier schon wieder deutlich im Minus-Bereich. Das ist schon wieder fast zu kalt für die grossen Schnee-Mengen.» Diese gebe es um die Nullgrad-Grenze herum. Also von leichten Minus-Graden bis sogar zu Plus-Graden.

    70 Zentimeter Eis: Hari hat dieses Jahr die Maschinen im Ärmel

    So oder so: «Die Piste wird sicher nicht das Problem in diesem Jahr», soviel kann Hari sagen. Ob es nun zehn oder zwanzig Zentimeter mehr gebe, spiele keine Rolle.

    «Anders als in anderen Jahren können wir heuer mit den Pistenfahrzeugen auf die Piste. Wir sind in einer komfortablen Lage und müssen keine Angst haben, etwas kaputtzumachen.»

    Grund dafür sind die starken Minus-Temperaturen aus den letzten Tagen. Die Chuenis-Piste besteht aus einer rund 70 Zentimeter dicken Eisschicht.

    adelboden Weltcup
    Ein Blick in den Zielraum von Adelboden. (Bild vom 6. Januar) - Nau.ch

    Hari rechnet vor: Eine Maschine räumt in einer halben Stunde so viel Schnee wie 100 Helfer in einer Stunde. «Der Maschine ist es also egal, ob sie zehn Zentimeter mehr Neuschnee abstossen muss.»

    Die Sicht als einzige Unbekannte

    Die einzige kleine Sorge, die es im Hinblick auf den Samstag gebe, sei die Sicht. «Das kann man nie ganz sicher sagen. Immerhin gehen die Temperaturen wohl wieder zurück und die Ski-Brillen werden nicht das Problem sein.»

    Marco odermatt
    Marco Odermatt triumphierte letztes Jahr beim Riesen in Adelboden vor Loic Meillard und Luca De Aliprandini. - keystone

    Notfalls könne man auch auf den Reservestart hinunterrutschen. Dort gebe es durch die Häuser und Wälder sofort Konturen.

    Hari schliesst Renn-Abtausch wie letztes Jahr aus

    Letztes Jahr waren die Organisatoren zum Handeln gezwungen. Wetterbedingt wurde der Riesenslalom auf Sonntag geschoben, der schneebeständigere Slalom fand bereits am Samstag statt. Nun meldet MeteoSchweiz, dass dieses Jahr noch mehr Neuschnee zu erwarten sei.

    Trotzdem schliesst Hari das letztjährige Rennabtausch-Szenario Stand jetzt aus. Hari nennt den Wind als Grund.

    adelboden
    Am Sonntag könnte es in Adelboden Nebel geben. - keystone

    Bis Samstag komme dieser aus dem Westen, dann drehe er auf Nordwest bis Nordost. «Das könnte dann den Nebel in das Tal drücken. Darum ist ein Abtausch keine Option.»

    Schlauer sei man ohnehin wie immer erst am Samstagabend und am Sonntagabend. Hari sagt am Mittwoch-Mittag optimistisch: «Ich würde sagen, das Rennen findet statt.»

    Kommentare

    User #2768 (nicht angemeldet)

    Hauptsache, es giebt keine Klimakleber auf der Pist😉e

    User #3012 (nicht angemeldet)

    Kommt schon gut! keine angst nau

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