Ski

    Peter Müller hält Beat Feuz für schlechtes Vorbild für «die Jungen»

    Fiona Tondi
    Fiona Tondi

    Bern,

    Peter Müller ist der zweiterfolgreichste Abfahrer der Geschichte. Den heutigen Lauberhorn-König Beat Feuz hält er aber nicht für ein Vorbild für «die Jungen».

    peter müller
    Nur Franz Klammer siegte mehr: Der Schweizer Peter Müller ist der zweiterfolgreichste Abfahrer der Skigeschichte. - Keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Peter Müller gewann 24 Weltcup-Rennen und wurde Abfahrtsweltmeister in Crans-Montana.
    • Wieso er Feuz für ein schlechtes Vorbild für die Jungen hält, erklärt er im Interview.

    Er gewann 24-Weltcuprennen, darunter 19 Abfahrten: Der Schweizer Peter Müller ist der zweiterfolgreichste Abfahrer der Skigeschichte und der erfolgreichste unseres Landes. Fans hat er sich trotzdem nie gemacht.

    Im Interview mit dem «Tagesanzeiger» zeigt sich erneut, wieso der heute 62-Jährige bei den Zuschauern und auch Teamkollegen oft aneckte. Der Zürcher erzählt aber auch, dass es ihm die anderen Schweizer Abfahrer nicht immer leicht machten.

    «Niemand wollte eine Züri-Schnurre»

    «Auf eine Züri-Schnurre hatte ­niemand gewartet. Fuhr ich Bestzeiten, hiess es, ich hätte ein Tor ausgelassen. Es war hart als Bub. Im ersten Trainingslager in Zermatt sagten die Etablierten, sie wollten nicht mit mir ins Zimmer», so Müller.

    peter müller
    Peter Müller, Weltmeister in der Abfahrt von Crans-Montana im Jahr 1987, in seiner Firma in Cham. - Keystone

    Walter Tresch habe ihm einmal ein Bier in den Nacken geleert, beim Eishockey sei er mit dem Stock geschlagen worden. Und eines Tages fand er in seinem Skischuh Wasser oder Urin vor. «Ich musste viel ein­stecken, gab aber auch zurück.»

    Peter Müller hält Feuz für schlechtes Vorbild

    «Mit mir hatten die Trainer einen, der immer Vollgas gab – der Beste war auch der Reisser. Schwieriger wird es, wenn der Beste ein riesiges Talent ist, es im Konditionstraining aber locker nimmt. So wie momentan», beginnt Peter Müller gegen den heutigen Abfahrtskönig Feuz auszuteilen.

    Beat Feuz
    Beat Feuz vor den unzähligen Fans bei der Siegerehrung der Lauberhorn-Abfahrt. - Keystone

    Vor den Konditionseinheiten habe sich Feuz früher jeweils ausgeklinkt, sei in den Wald gegangen und habe geschlafen. «Sein Glück war, dass seine Freundin ihm in den Hintern trat. Ohne sie hätte er kein Rennen gewonnen.»

    Müller müsse schmunzeln, wenn er an die 30 Jahre denke, in denen die Schweiz den Nationencup nicht mehr gewonnen hat. Obwohl Swiss-Ski so ein riesiges Budget habe. «Es hat immer Genies gegeben, aber Feuz ist Gift für die Jungen. Vielleicht nehmen es darum einige zu locker in der Schweiz.»

    Mehr zum Thema:

    Kommentare

    Weiterlesen

    Lauberhorn
    7 Interaktionen
    Programm bestätigt
    Feuz
    46 Interaktionen
    Nach drittem Sieg
    Daniel Yule Ski Alpin
    12 Interaktionen
    Nationen-Wertung

    MEHR SKI

    Odi
    10 Interaktionen
    Ski-Saisonstart
    Hermann Maier Österreich Odermatt
    8 Interaktionen
    Lob für Odi
    Swiss Ski Aufgebot Sölden
    11 Interaktionen
    Weltcup-Auftakt
    ski aggu
    7 Interaktionen
    Rapper

    MEHR AUS STADT BERN

    Kanton Bern
    Kanton Bern
    Emmental
    Emmental
    Fussball-Talk
    160 Interaktionen
    Fussball-Talk
    SC Bern Marc Marchon
    Check gegen Kopf