Das Programm von Marco Odermatt ist auch unmittelbar nach Ende der Weltcup-Saison eng getaktet. Der Gesamtweltcupsieger so begehrt wie noch nie.
Marco Odermatt
Marco Odermatt posiert mit seiner eindrücklichen Trophäen-Sammlung dieser Saison. - keystone

Keine 30 Stunden vergingen vom Foto-Shooting mit der Schweizer Illustrierten am Montagmittag noch in Méribel über den abendlichen TV-Talk in Salzburg und tags darauf den Medientermin bei seinem Ausrüster Stöckli in Malters hin zur geselligen Zusammenkunft mit Familie, Freunden, Partnern und Sponsoren im luzernischen Rickenbach.

So sicher wie auf den Ski, auf welchen ihm die nach eigener Aussage «perfekte Saison» gelang, bewegt sich Riesenslalom-Olympiasieger und -Kugelgewinner Marco Odermatt auch abseits der Pisten.

Hier spontan ein Lächeln, dort die passende Antwort oder auch mal nur ein verständnisvolles Nicken zum richtigen Zeitpunkt, wenn er jemandem zuhört - die Reife und Auftrittskompetenz des 24-jährigen Nidwaldners ist in allen Lagen bemerkenswert. Auch die Energie-Reserven scheinen trotz anstrengendem Saison-Schlussspurt noch in genügendem Masse vorhanden.

«Denkwürdiger Moment»

Vorhang auf also in Malters, wo der Skihersteller Stöckli - seit 2010 Ausrüster von Marco Odermatt - an seinem Hauptsitz und Produktionsort zum Treffen mit dem Überskifahrer des Olympia-Winters eingeladen hat. Moderiert von SRF-Skikommentator Stefan Hofmänner unterhielt sich Marco Odermatt zunächst mit Stöckli-CEO Marc Gläser und danach auch mit Renndirektor Beni Matti.

Gläser erwähnte dabei, «den denkwürdigen Moment» am letzten Sonntag mit dem Gewinn der grossen Kristallkugel. Bei der Entwicklung der Rennsport-Vision vor fünf Jahren habe man bei Stöckli gedacht, «dass das Grösste, das wir gewinnen können, vielleicht der Riesenslalom in Adelboden oder die Abfahrt in Wengen ist. Aber dass wir einmal mit einem Schweizer gleich den Gesamtweltcup gewinnen würden, das hätten wir uns nicht gedacht.»

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Der Schweizer Skirennfahrer Marco Odermatt und der CEO von Stöckli, Marc Gläser an einer Medienkonferenz beim Schweizer Skihersteller Stöckli Ski in Malters. - keystone

Angst, dass ihr Aushängeschild nach der kommenden Saison, wenn der vor Jahresfrist verlängerte Vertrag endet, zu einem anderen, finanziell potenteren Ausrüster wechselt, hat Gläser nicht: «Marco ist mittlerweile ein Teil der Stöckli-Familie. Das tolle mit ihm ist: Wenn er gewinnt, dann haben wir immer gleich einen Schweizer Doppelsieg.»

Happiges Programm für Marco Odermatt

Matti, der früher selber einige Weltcup-Rennen bestritt, lobte Odermatt als «gänzlich unkomplizierten Fahrer», der zwar «manchmal Flausen», trotz des grossen Erfolgs jedoch «keinerlei Star-Allüren hat und in der Kommunikation immer klipp und klar ist.» Gar als «unbezahlbar» bezeichnete der Renndirektor Odermatts Gespür für die Ski. «Sein Feedback ist top. Er gibt uns schwarz oder weiss - nicht irgendetwas dazwischen.»

Lange ausruhen, das sagte Matti ebenfalls, gehe aber nicht. «Nach dem Ende der jetzigen Weltcup-Saison beginnt schon die Arbeit für die neue.» In diesem Prozess ist auch Odermatt, trotz grossem Programm, mit voller Kraft dabei.

Ab nächsten Montag wird in Samnaun getestet. Auch der Gesamtweltcupsieger sieht «gewisses Potenzial, um nochmals eins, zwei Prozente zu finden». Zuvor nimmt Marco Odermatt noch an den Schweizer Meisterschaften in St. Moritz teil, sicher am Samstag im Riesenslalom, wohl aber tags zuvor auch schon im Super-G.

Das Wichtigste in Kürze

  • Ruhe kehrt um Marco Odermatt vorerst keine ein.
  • Der frischgebackene Gesamtweltcupsieger hat diverse Termine wahrzunehmen.

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