Hallen fehlen: Tausende Volleyball-Spieler landen auf Warteliste
Weil es an Turnhallen fehlt, sind bereits Tausende auf Wartelisten bei Sportvereinen. Nun haben Verbände eine Arbeitsgruppe gegründet.

Das Wichtigste in Kürze
- Den Sportvereinen mangelt es an Turnhallen, insbesondere auch für neue Mitglieder.
- Bereits sind Tausende auf Wartelisten, weil sie keine Trainingsmöglichkeiten haben.
- Sportverbände haben eine Arbeitsgruppe gegründet und wollen bei der Politik lobbyieren.
Die Sportlandschaft der Schweiz steht vor einer Herausforderung: Es mangelt an Turnhallen. Mehrere Sportverbände haben sich nun zusammengeschlossen, um dieser Problematik entgegenzuwirken und Lösungen zu finden.
Seit Jahren leiden viele Gemeinden unter einem Mangel an Sporthallen für Disziplinen wie Turnen, Handball, Unihockey und Volleyball. Tausende von Athletinnen und Athleten sind davon betroffen. Die Situation hat sich in letzter Zeit verschärft, insbesondere durch das wachsende Interesse an bestimmten Sportarten wie Volleyball.
Silvan Zindel, Leiter Ausbildung und Breitensport bei Swiss Volley erklärt: «Es ist nicht mehr nur ein Problem unter vielen». Eine kürzlich durchgeführte Umfrage unter Volleyballvereinen hat ergeben: Der Mangel an Hallen ist «eine der drei grössten Herausforderungen im Alltag der ehrenamtlich geführten Vereine».
Mehr als 2000 Personen warten auf eine Chance
Wegen der fehlenden Sporthallen stehen aktuell über 2000 Personen auf Wartelisten für einen Beitritt zu einem Volleyballverein. Dies stellt eine enorme Belastung für die meist ehrenamtlich geführten Vereine dar.

Um dieses Problem zu lösen, hat Swiss Volley eine Arbeitsgruppe mit Swiss Unihockey, Handball Schweiz und dem Turnverband gegründet. Auch Swiss Olympic und die Schweizer Sportämter sind Teil dieser Gruppe. Sie alle suchen gemeinsam nach Lösungen für den Mangel an Sporthallen.
Das kurzfristige Ziel der Arbeitsgruppe ist laut Zindel eine effizientere Nutzung der bestehenden Sporthallen. «Einerseits durch Anpassungen bei den Vereinen, wie zum Beispiel Anpassung der Trainingsdauer oder effizientere Nutzung der Trainingszeit. Aber auch seitens Infrastrukturbetreibende, dass wir mehr Hallenzeiten erhalten.»
So könnten etwa die Schliessungszeiten später angesetzt oder die Schliessungssysteme automatisiert werden, so Zindel weiter.
Langfristige Lösungen erfordern mehr Ressourcen
Auf lange Sicht ist jedoch klar: Es werden mehr Hallen und Infrastrukturen benötigt – und das bedeutet auch mehr Geld. Über 80 Prozent der Sportinfrastruktur befindet sich in öffentlicher Hand, daher müssen Gemeinden, Kantone und Politikerinnen und Politiker miteinbezogen werden.

Zindel betont die Rolle von Swiss Volley bei der Unterstützung der Vereine, ihre Lobbyarbeit zu verbessern: «Wie sie in politischen Prozessen in der Gemeinde und im Kanton Einfluss nehmen können. Sodass bei geplanten Bauprojekten mehr Hallen vorgesehen werden.»
Die Frage des fehlenden Hallenangebots ist ein langjähriges Problem im schweizerischen Sportbereich – ein Problem, das weiterhin bestehen wird. Mit dieser neuen Arbeitsgruppe auf Verbandsebene hofft man jedoch auf einen Durchbruch.








