Hallen fehlen: Tausende Volleyball-Spieler landen auf Warteliste

Matthias Bärlocher
Matthias Bärlocher

Bern,

Weil es an Turnhallen fehlt, sind bereits Tausende auf Wartelisten bei Sportvereinen. Nun haben Verbände eine Arbeitsgruppe gegründet.

Turnhalle Schulanlage Enge
Sicht in die sanierte Turnhalle in der Schulanlage Enge, am 12. August 2024, in Bern. - keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Den Sportvereinen mangelt es an Turnhallen, insbesondere auch für neue Mitglieder.
  • Bereits sind Tausende auf Wartelisten, weil sie keine Trainingsmöglichkeiten haben.
  • Sportverbände haben eine Arbeitsgruppe gegründet und wollen bei der Politik lobbyieren.

Die Sportlandschaft der Schweiz steht vor einer Herausforderung: Es mangelt an Turnhallen. Mehrere Sportverbände haben sich nun zusammengeschlossen, um dieser Problematik entgegenzuwirken und Lösungen zu finden.

Seit Jahren leiden viele Gemeinden unter einem Mangel an Sporthallen für Disziplinen wie Turnen, Handball, Unihockey und Volleyball. Tausende von Athletinnen und Athleten sind davon betroffen. Die Situation hat sich in letzter Zeit verschärft, insbesondere durch das wachsende Interesse an bestimmten Sportarten wie Volleyball.

Silvan Zindel, Leiter Ausbildung und Breitensport bei Swiss Volley erklärt: «Es ist nicht mehr nur ein Problem unter vielen». Eine kürzlich durchgeführte Umfrage unter Volleyballvereinen hat ergeben: Der Mangel an Hallen ist «eine der drei grössten Herausforderungen im Alltag der ehrenamtlich geführten Vereine».

Mehr als 2000 Personen warten auf eine Chance

Wegen der fehlenden Sporthallen stehen aktuell über 2000 Personen auf Wartelisten für einen Beitritt zu einem Volleyballverein. Dies stellt eine enorme Belastung für die meist ehrenamtlich geführten Vereine dar.

Volleyball Düdingen
Nicole Eiholzer (links) des TS Volley Düdingen blockt gegen die Topscorerin Tia Scambray vom Neuchâtel UC, im 4. Spiel des Playoff-Finals um die Volleyball-Schweizermeisterschaft, am 15. April 2021 in der Sporthalle Leimacker in Düdingen FR. - keystone

Um dieses Problem zu lösen, hat Swiss Volley eine Arbeitsgruppe mit Swiss Unihockey, Handball Schweiz und dem Turnverband gegründet. Auch Swiss Olympic und die Schweizer Sportämter sind Teil dieser Gruppe. Sie alle suchen gemeinsam nach Lösungen für den Mangel an Sporthallen.

Das kurzfristige Ziel der Arbeitsgruppe ist laut Zindel eine effizientere Nutzung der bestehenden Sporthallen. «Einerseits durch Anpassungen bei den Vereinen, wie zum Beispiel Anpassung der Trainingsdauer oder effizientere Nutzung der Trainingszeit. Aber auch seitens Infrastrukturbetreibende, dass wir mehr Hallenzeiten erhalten.»

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So könnten etwa die Schliessungszeiten später angesetzt oder die Schliessungssysteme automatisiert werden, so Zindel weiter.

Langfristige Lösungen erfordern mehr Ressourcen

Auf lange Sicht ist jedoch klar: Es werden mehr Hallen und Infrastrukturen benötigt – und das bedeutet auch mehr Geld. Über 80 Prozent der Sportinfrastruktur befindet sich in öffentlicher Hand, daher müssen Gemeinden, Kantone und Politikerinnen und Politiker miteinbezogen werden.

Unihockey Wiler-Ersigen Rychenberg
Der Wiler Radek Sikora, links, beim Unihockey Supercup Finalspiel des SV Wiler-Ersigen gegen HC Rychenberg Winterthur in der Zürcher Saalsporthalle, am 27. August 2023. - keystone

Zindel betont die Rolle von Swiss Volley bei der Unterstützung der Vereine, ihre Lobbyarbeit zu verbessern: «Wie sie in politischen Prozessen in der Gemeinde und im Kanton Einfluss nehmen können. Sodass bei geplanten Bauprojekten mehr Hallen vorgesehen werden.»

Die Frage des fehlenden Hallenangebots ist ein langjähriges Problem im schweizerischen Sportbereich – ein Problem, das weiterhin bestehen wird. Mit dieser neuen Arbeitsgruppe auf Verbandsebene hofft man jedoch auf einen Durchbruch.

Kommentare

Huldrych Ammann

Die SP will die 12 Mio.-Schweiz, damit auch neue Sportarten in die Schweiz kommen. Das kann von Kamelrennen bis Pick-up-Shooting unsere Kultur bereichern.

User #3786 (nicht angemeldet)

Das sind keine neuen Erkenntnisse! Schon seit Jahren fehlt es für Handball, Volleyball, Unihockey an 2- und 3fach Turnhallen, inkl. Zuschauertribünen. Aber man baut lieber unnötige Verkehrsinseln, Tummelplätze für Talahons und sonstige arme Fachkräfte. Die Schweiz verkommt langsam wie Deutschland und Frankreich!

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