ATP Cup: Tennis-Fans kritisieren neues Format heftig

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    Grossbritannien,

    Die ATP lanciert ein neues Länderturnier. Unter ihrer Flagge sollen die Topspieler gegeneinander antreten. Bei den Fans will aber keine Euphorie aufkommen.

    ATP Cup
    Offizielles Poster für den ATP Cup 2020 in Australien. - Twitter / @ATP

    Das Wichtigste in Kürze

    • Der ATP Cup soll ab 2020 jeweils im Januar in Australien stattfinden.
    • Die Kritikpunkte am Turnier sind vielfältig.
    • Einige Spieler sind von vornherein ausgeschlossen, die Punktevergabe ist merkwürdig.

    Gestern veröffentlichte die ATP die Regeln zum «ATP Cup», einem neuen Länder-Teamwettbewerb. Dieser soll anstelle des traditionsreichen Hopman Cup im Januar 2020 erstmals in Australien ausgetragen werden.

    Eine Euphorie, die sich nicht einstellen

    Die ATP gibt sich Mühe, Euphorie zu entfachen, doch sie stösst bei den Fans auf grossflächige Ablehnung.

    Gründe dafür gibt es einige. Da ist zunächst das Geldmacherei-Argument. Der ATP gehe es nur darum, möglichst viel Kohle scheffeln zu können. Ein Punkt, der nicht so einfach von der Hand zu weisen ist.

    Denn theoretisch müsste sich der ATP Cup unheimlich gut vermarkten lassen.

    Die Elite hat auch so genug Geld

    Dringlicher als weitere 15 Millionen Dollar unter den Topspielern zu verteilen, wäre eine Reform, die eine breitere Spitze ermöglicht.

    Denn aktuell ist es für Profis ausserhalb der Top 100 schwer, den Lebensunterhalt zu bestreiten. Weil die Preisgelder oben hoch sind, dann aber rapide abfallen.

    Die Regeln sind unfair und konfus

    Die Regeln sorgen ebenfalls für Stirnrunzeln. Teilnehmende Länder müssen nämlich mit zwei Topspielern antreten.

    Das ist Pech für Stefanos Tsitsipas (Weltnummer 6), der nicht wird teilnehmen können. Weil es in Griechenland keine weiteren Topspieler gibt. Kei Nishikori (Weltnummer 7) kann dagegen mit Yoshihito Nishioka (Weltnummer 71) teilnehmen.

    Ein riesiger Vorteil im Kampf um die begehrten Plätze an den World Tour Finals der besten acht Spieler der Welt.

    Stefanos Tsitsipas ATP Cup
    Stefanos Tsitsipas muss auf den ATP Cup verzichten. - Keystone

    Die Punkteverteilung ist absurd

    Anders als gewohnt, erhält man Punkte nicht nur für das Erreichen einer Runde oder den Sieg. Die Anzahl ist auch von der Klassierung des Gegners abhängig.

    Mehr Punkte für den Viertelfinal als für den Final

    Das kann (und wird) zu völlig absurden Situationen führen. Man bekommt für einen Viertelfinalsieg unter Umständen mehr Punkte als für einen Finalsieg. Siegt man im Viertelfinal gegen einen Top-10-Spieler, erhält man 120 Punkte. Schlägt man im Final einen Spieler zwischen Rang 51 und 100, gibts dafür nur 75 Punkte.

    Felix Auger-Aliassime Toni Nadal
    Der junge Kanadier Félix Auger-Aliassime hat verkündet, dass Toni Nadal sein neuer Trainer wird. (Archivbild) - Keystone

    Weiterer Kritikpunkt: Obwohl die Spieler als Team antreten, richten sich die Startgagen ebenfalls nach dem Rang in der Weltrangliste. Und nach der team-internen Abstufung.

    Wer hat, dem wird gegeben

    Beispiel Kanada: Milos Raonic (ATP 17) bekäme als Nummer Eins 150'000 Dollar, Denis Shapovalov (ATP 23) als Nummer Zwei 75'000 Dollar. Und Félix Auger-Aliassime (ATP 28) als Nummer Drei nur 20'000 Dollar.

    Das, obwohl die drei Kanadier in der Weltrangliste relativ nahe zusammen sind.

    Die Reaktionen der ATP-Profis sind bisher verhalten positiv, wirken aber nicht überzeugt. Man darf auf die erste Austragung gespannt sein.

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