Schwingen im Wankdorf: Auf Berner warten namhafte Gäste
Der Kantonalbernische Schwingerverband feiert sein 125-Jahr-Jubiläum im Wankdorf. Die Berner Favoriten müssen sich am Sonntag gegen namhafte Gäste behaupten.

Der Kantonalbernische Schwingerverband hat sich im Jubiläumsjahr «125 Jahre» einen würdigen, traditionsreichen Ort ausgesucht, um zu feiern: Das Wankdorfstadion.

Und nicht nur das: Den Bernern um Fabian Staudenmann, Adrian Walther, Michael Moser und Matthias Aeschbacher soll der Festsieg nicht in den Schoss gelegt werden.
Mit Werner Schlegel, Armon Orlik, Sinisha Lüscher, Romain Collaud und Lario Kramer reisen am Sonntag hochkarätige Schwinger an, die den Bernern das Siegen nicht leicht machen werden.
Ältere Semester erinnern sich noch heute an den WM-Final 1954, den Deutschland im strömenden Regen gegen Ungarn 3:2 gewann oder den Halbfinal im Meistercup, als YB mit einem Geni-Meier-Tor Stade de Reims 1:0 bezwang.

INFO
Tickets
Noch sind rund 2500 Tickets verfügbar.
Die Tickets sind über den YB-Ticketshop erhältlich:
event-tickets.bscyb.ch/content
Zudem wird am Sonntag ab 6.00 Uhr eine Tageskasse für spontane Besucher geöffnet.
Jüngere schwärmen vom ersten YB-Meistertitel nach 32 Jahren, als im April 1998 Luzern bezwungen wurde. Oder ebenso vom Eidgenössischen Schwing- und Älplerfest 1998.
Im Wankdorf ging der Stern von Jörg Abderhalden auf. Zwei Tage nach seinem 19. Geburtstag holte er den ersten von drei Königstiteln. Im Schlussgang bezwang er Werner Vitali, bester Berner wurde der König von 1989, Adrian Käser, der Rang 3 belegte.

Obwohl die «fremde» Gegnerschaft stark einzuschätzen ist, wollen sich diesmal – im Gegensatz zu 1998 – die Berner den Sieg nicht wegschnappen lassen. Die grosse Zuversicht, dass dies gelingen wird, fusst auf den Leistungen, welche die Berner bisher in dieser Saison gezeigt haben.
Matthias Aeschbacher gewann das Mittelländische, Adrian Walther das Emmentalische und das Bergschwinget am Schwarzsee, Michael Moser das Oberländische und das Oberaargauische und Fabian Staudenmann das Seeländische.

Die Berner haben sich die Siege geteilt, jeder von ihnen kann jedes Fest gewinnen. Und nicht vergessen darf man auch den 38-jährigen dreifachen Eidgenossen Bernhard Kämpf, der zweimal Zweiter und einmal Dritter wurde und den von einer Verletzung zurückkehrenden Michael Ledermann.
Staudenmann immer gut für einen Sieg
Fabian Staudenmann, der in den vergangenen drei Jahren die Auszeichnung als Schwinger des Jahres gewonnen hat, ist bei jedem Fest, an dem er teilnimmt, einer der erklärten Favoriten.
«Die Saison ist noch jung, ein Vergleich, ob ich stärker als in den vergangenen Jahren bin, diese Frage beantworte ich besser erst nach der Saison. Ich bin älter, reifer geworden, studiere vielleicht mehr als früher, was möglicherweise nicht immer leistungsfördernd ist», sagt Staudenmann.
Der Schwarzenburger ist sich gewohnt, zu gewinnen, dass er auch zwischendurch wieder einmal einen Gang verlieren kann, daran musste er sich zuerst gewöhnen. «Es ist nicht so, dass ich, wenn ich Zweiter geworden bin, nach Hause gehe und denke, das war ein guter Tag, doch Niederlagen sind ‹part of the game›.»
Training leicht angepasst
Im Gegensatz zu früheren Jahren hat Staudenmann sein Trainingsprogramm leicht angepasst und seinen Betreuerstab erweitert.
«Nach dem Eidgenössischen habe ich eine Auslegeordnung gemacht und entschieden, dass ich in Zukunft das Schwergewicht mehr aufs Schwingerische legen will. Mit Simon Anderegg betreut mich nun ein erfahrener Schwinger und ich bin überzeugt, dass dies der richtige Weg ist.»

Der vierfache Eidgenosse und 115-fache Kranzgewinner tauscht sich regelmässig mit Staudenmann aus, analysiert, gibt Tipps und steht Staudenmann mit Rat und Tat bei. «Es handelt sich dabei um ein langfristiges Projekt, das geht nicht von heute auf morgen.
Mein Ziel ist es, ständig besser zu werden. Anderegg berät mich, es ist eine grosse Herausforderung, doch ich will aus der Komfortzone ausbrechen und diese Challenge annehmen», so Fabian Staudenmann für den das Kantonale und das Kilchberger den Saisonhöhepunkt darstellen.
«Auf das Kantonale freue ich mich, danach ist Kilchberg, ein wunderschönes Fest, hier sind nur die besten 60 Schwinger aus dem ganzen Land anwesend, es gibt nur Spitzenpaarungen, es ist so etwas wie die Champions League des Schwingens», sagt Staudenmann, der die letzte Austragung des nur alle sechs Jahre stattfindenden Fests im Jahr 2000 zusammen mit Samuel Giger und Damian Ott gewonnen hat.








