Tour de France: die Favoriten vor dem Alpenspektakel im Formcheck

    Yannick Zimmermann
    Yannick Zimmermann

    Frankreich,

    Die Tour de France ist so spannend wie lange nicht mehr. Nun geht es während drei Etappen in die Alpen. Wer holt sich den Tour-Sieg? Die Favoriten im Check.

    Tour de France
    Der Franzose Julian Alaphilippe trägt weiterhin das «Maillot Jaune». - Keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Die kommenden drei Alpenetappen werden an der Tour de France die Entscheidung bringen.
    • Julian Alaphilippe ist weiterhin im Gelben Trikot.
    • Insgesamt liegen sechs Fahrer innerhalb nur etwas mehr als zwei Minuten.

    Ab in die Alpen! Drei der letzten vier Etappen führen die Fahrer über schwere Berganstiege durch die Alpen. Diese werden die Entscheidung um den Gesamtsieg an der Tour de France bringen.

    Und es wird spannend. Gleich sechs Fahrer liegen innerhalb von nur 2:14 Minuten. Die Fahrer vor dem grossen Sechskampf im Formcheck.

    Julian Alaphilippe, Deceuninck-Quick-Step (Leader)

    Die grosse Frage: Kann Frankreichs Liebling Julian Alaphilippe das«Maillot Jaune» bis nach Paris verteidigen? Nach den fulminanten Tour-Leistungen ist dem 27-Jährigen alles zu zutrauen.

    Alaphilippe befand sich aber oft im Angriff. Ist der Tank noch genügend voll? Er selbst beschreibt die Alpen als eine «riesige Herausforderung» und ist im Hochgebirge eigentlich nicht zuhause.

    Tour de France
    Julian Alaphilippe jubelt nach seinem Sieg auf der 3. Etappe an der Tour de France. - Keystone

    Zudem musste er am vergangenen Sonntag bei der Bergankunft in Foix Prat d'Albis erstmals Federn lassen und verlor Zeit.

    Geraint Thomas, Team Ineos (+1:35 Minuten)

    Der Titelverteidiger Geraint Thomas zeigte vor allem eine starke erste Hälfte an der Tour de France. In den Pyrenäen am letzten Wochenende bekundete er jedoch grosse Mühe und verlor mehrfach Zeit.

    Zudem stürzte der Brite an dieser Tour bereits drei Mal. Die Frage wird sein, wie fit ist Thomas noch? Und hat er nach der Sturz-Serie genügend Selbstvertrauen, um anzugreifen?

    Klar ist jedenfalls: In den Alpen muss eine Steigerung her – ansonsten wird es mit der Titelverteidigung nichts.

    Steven Kruijswijk, Team Jumbo-Visma (+1:47 Minuten)

    Den Holländer muss man definitiv auf der Rechnung haben. Dies unterstreicht er auch gleich selbst: «Ich denke, ich kann die Tour de France gewinnen.»

    Sein grosser Trumpf: das Team. Mit Laurens De Plus und George Bennett hat er zwei Bergfahrer der Extraklasse an seiner Seite. Schon in den Pyrenäen unterstützten sie ihn bis tief ins Final.

    Tour de France
    Steven Kruijswijk fährt aktuell für das Team Jumbo-Visma. - Keystone

    Thibaut Pinot, Groupama-FDJ (+1:50 Minuten)

    Pinot ist der Zweite, der die Rad-Nation Frankreich vom Tour-Sieg träumen lässt. Am Berg hinterliess er von allen Favoriten den bisher besten Eindruck. Er gewann die Pyrenäen-Etappe auf den Tourmalet und wurde bei der Bergankunft in Foix Prat d'Albis Zweiter.

    Zurzeit ist Thibaut Pinot der wohl heisseste Anwärter auf den Tour-Sieg. Dies obwohl er sich zurückhaltend äussert: «Ich selbst bin weit davon entfernt, mich als Favoriten zu sehen.»

    Tour de France 2019
    Holt Thibaut Pinot 2019 den ersehnten französischen Gesamtsieg an der Tour de France? - Keystone

    Egan Bernal, Team Ineos (+2:02 Minuten)

    Bernal wirkte in den Pyrenäen stärker als Teamkollege Thomas. Auch die Alpen-Etappen werden dem erst 22-jährigen Kolumbianer liegen. Im Gebirge wirkte zuletzt eigentlich nur Pinot noch explosiver.

    Tour de France
    Das Team Ineos in Aktion: Geraint Thomas (m) fährt hinter Egan Bernal. - dpa

    Die grosse Frage ist aber: Kann Bernal bei Ineos die Leader-Rolle erobern? Gelingt ihm dies, kann er am Sonntag in Paris ganz oben stehen.

    Emanuel Buchmann, Bora-Hansgrohe (+2:14 Minuten)

    Der Deutsche ist im Sechskampf die Graue Maus. Im Schatten von Thomas, Pinot und Co. stiess er an die Weltspitze vor und zeigte bisher eine fantastische Tour de France.

    Bei keiner Bergetappe wurde Buchmann distanziert. Das Höhentrainingslager im Vorfeld soll ihm den nötigen Schnauf bis Paris geben. Der Tour-Sieg wäre eine Sensation – ein Podestplatz ist aber nicht unrealistisch.

    Tour de France
    Fährt eine starke Tour de France: Emanuel Buchmann. - dpa-infocom GmbH

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