Xhaka-Brüder solidarisieren sich mit Kosovos Ex-Präsident
Kosovos Ex-Präsident Hashim Thaci wurde wegen Kriegsverbrechen zu 25 Jahren Haft verurteilt. Die Solidarität ist gross, auch bei Granit und Taulant Xhaka.

Das Wichtigste in Kürze
- Nach dem Urteil gegen Kosovos Ex-Präsident Hashim Thaci zeigen viele Menschen im Kosovo Solidarität.
- Auch Granit Xhaka und sein Bruder Taulant teilen auf Instagram Beiträge.
- Thaci wurde wegen Kriegsverbrechen schuldig gesprochen. Die Strafe: 25 Jahre Haft.
Das Kosovo-Kriegsverbrechertribunal hat am Mittwoch den früheren Präsidenten des Kosovos, Hashim Thaci, zu 25 Jahren Haft verurteilt.
Der heute 58-Jährige führte in den 1990er-Jahren die kosovo-albanische Befreiungsarmee UCK im Kampf gegen Serbien an. Thaci ist dem Gericht zufolge für den Tod von 96 politischen Gegnern und mutmasslichen Kollaborateuren der serbischen Sicherheitskräfte verantwortlich.

Zudem werden ihm Folter und rechtswidrige Inhaftierung zur Last gelegt. Demnach wurden 385 Menschen illegal festgehalten und 303 gefoltert. Die Kriegsverbrechen soll er in seiner Funktion als oberster Befehlshaber begangen haben.
Der 58-Jährige bezeichnete sich als «vollständig unschuldig». Neben Thaci wurde drei weitere ehemalige Kader der UCK verurteilt.
Xhaka-Brüder zeigen Solidarität
Im Kosovo gilt der verurteilte Kriegsverbrecher durch die Befreiung des Kosovos überwiegend als Held – entsprechend gross sind die Solidaritätsbekundungen.
Auch die Brüder Granit und Taulant Xhaka solidarisieren sich mit Thaci. Auf Instagram teilt Ersterer ein Bild mit dem Satz: «Sie kämpften auf ihrem Land für die Freiheit ihrer Heimat. Die Freiheit hat einen Namen.»
Bruder Taulant teilt dasselbe Bild und einige weitere Beiträge. Unter anderem schreibt er: «Freiheit den Befreiern.»
Mit Thaci verbindet die Xhakas auch die Parteizugehörigkeit von Vater Ragip. Dieser kandidierte im Februar 2025 als Mitglied der Demokratischen Partei des Kosovos (PDK) für einen Sitz im Parlament. Thaci war ab ihrer Gründung im Jahr 2000 bis 2016 Vorsitzender der Partei.
Unabhängigkeitskampf gegen Serbien
Die Anklage hatte für Hashim Thaci 45 Jahre Haft gefordert. Die Verteidigung forderte Freispruch. Knapp 300 Zeugen hatten in dem Prozess ausgesagt, 155 Opfer waren an dem Verfahren beteiligt.
Thaci erklärte 2008 die Unabhängigkeit Kosovos und amtete als Ministerpräsident, Aussenminister und Präsident des Kosovos. Von diesem Amt trat er 2020 zurück, um sich dem Gericht in Den Haag zu stellen.
Alle vier Angeklagten hatten führende Positionen in der UCK und nach dem Krieg hohe politische Ämter inne.

Die UCK hatte von 1998 bis 1999 für die Unabhängigkeit des vorwiegend von Albanern bewohnten Kosovos von Serbien gekämpft. Das gelang schliesslich mit Hilfe der Nato.
Das Sondertribunal wurde auf internationalen Druck 2015 eingerichtet. Es gehört zum Justizsystem des Kosovos, ist aber besetzt mit internationalen Richtern und Anklägern. Es war aus Sicherheitsgründen nach Den Haag verlegt worden. Thaci kann gegen das Urteil Berufung einlegen.










