WM 2026: Soll die Nati gegen Kanada auf Platz 2 spekulieren?
Am Mittwoch trifft die Nati auf Co-Gastgeber Kanada. Wäre Gruppenplatz zwei besser für den weiteren Verlauf der WM 2026? Bei Nau.ch ist man sich nicht einig.

Das Wichtigste in Kürze
- Gegen Kanada geht es für die Nati am Mittwoch um den Gruppensieg.
- Aktuell wird debattiert, ob die Schweiz mit Gruppenrang zwei sogar besser bedient wäre.
Showdown um den Gruppensieg an der WM 2026! Gewinnt die Nati am Mittwoch (21 Uhr) gegen Kanada, ist Platz eins fix. Bei einem Remis oder einer Niederlage werden die Schweizer Zweite.

Der Ausgang der Partie hat grossen Einfluss auf den weiteren Verlauf des Turniers. Gruppenrang zwei hätte zur Folge, dass die Nati im Sechzehntelfinal auf Südkorea, Tschechien oder Südafrika treffen würde. Alles vermeintlich machbare Gegner.
Andererseits hätte der zweite Platz deutlich weniger Erholungszeit zwischen dem letzten Gruppenspiel und der K.o.-Phase zur Folge. Zudem wäre der logistische Aufwand immens.
Erster oder Zweiter – was wäre denn nun besser? Auf der Sportredaktion von Nau.ch gehen die Meinungen auseinander.
Matthias Neuhaus, Sportredaktor
«Vorneweg: Ich bin grundsätzlich auch kein Fan des Taktierens. Allerdings wäre Gruppenplatz zwei an der WM 2026 tatsächlich kein Beinbruch – und zwar aus mehreren Gründen.
Zum einen wäre die Anspielzeit des Sechzehntelfinals aus Fan- (und Journalisten-) Sicht deutlich attraktiver. Als Gruppenzweite spielt die Nati um 21 Uhr, als Gruppensieger um 5 Uhr in der Früh. Mit Bier im Public Viewing kommt definitiv mehr WM-Feeling auf als mit Kaffee im Bett.

Andererseits wäre Rang zwei auch aus sportlicher Sicht absolut vertretbar. Mit Südkorea, Tschechien oder Südafrika würde eine machbare Hürde warten. Im Falle des Gruppensieges könnte der Gegner unter anderem Japan, Holland, Schweden, Belgien, Senegal oder Algerien heissen.
Und hier kommt ein weiterer Faktor hinzu: Der Pool an möglichen Gegnern ist als Erster wesentlich höher. Zudem müsste die Nati lange warten, ehe klar wäre, auf wen sie trifft. Auf die Spielanalysten würden Überstunden warten.

Zu guter Letzt ein nicht zu unterschätzender Punkt: Der Rhythmus. Der Gruppensieg hätte vier Tage mehr Pause zur Folge. Das ist gut für die Erholung, kann aber auch den Rhythmus brechen. Ich persönlich würde es bevorzugen, im ‹Spiel-Modus› zu bleiben anstatt die komplette Anspannung zuerst runter- und dann wieder hochzufahren.»

Christoph Böhlen, Sportchef
«Vor einer Woche nörgeln noch alle! Nach dem 1:1 gegen Katar herrscht bei vielen Fans und Beobachtern ‹Katarstimmung› – es wird schon von einem vorzeitigen WM-Aus gesprochen.
Einen 4:1-Sieg später sollen wir jetzt allen Ernstes über die Vor- und Nachteile von Gruppenplatz 1 und 2 debattieren? Das ist Blödsinn!

In einem Turnier geht es um Momentum, Schwung und Selbstvertrauen. Genau das hat uns die Schlussphase gegen Bosnien-Herzegowina gebracht. Murat Yakins Goldhändchen wechselt den Sieg ein, die Stimmung schwingt von Pessimismus zu Euphorie über.
Genau da gilt es anzuknüpfen: Beim bisher durchaus überzeugenden Co-Gastgeber Kanada muss die Nati auf Sieg spielen. Die Yakin-Truppe muss an der WM 2026 den Schwung mitnehmen, die Spannung hochhalten – und im Wettkampfmodus bleiben.

Baut man auch nur ein paar Prozente ab, kann man aus dem Tritt geraten. Und zwar nicht nur gegen Kanada, sondern auch hinsichtlich des nächsten Gegners im Sechzehntelfinal. Denn es ist alles andere als einfach, den Hebel dann wieder umzulegen.
Egal, ob der Aufwand logistisch gross wird oder die Pause vor dem nächsten Spiel kürzer oder länger ausfällt: Die Schweizer Nati spielt auf Sieg – und gewinnt! Will man an der WM 2026 so richtig weit kommen, ist Taktieren nicht clever.»

















