FC Zürich

FC Zürich – Luana Bühler: «Von Beginn weg angreifen»

Sacha Beuth
Sacha Beuth

Zürich,

Die Frauen des FC Zürich eröffnen heute die neue Saison. Rückkehrerin Luana Bühler spricht unter anderem über den Einfluss der WEURO auf den hiesigen Fussball.

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FCZ-Spielerinnen bei einem Training zur Vorbereitung auf die neue Saison. - FCZ

Das Wichtigste in Kürze

  • Heute um 19 Uhr starten die FCZ Frauen in Yverdon in die neue Saison.
  • Rückkehrerin Luana Bühler spricht über die Entwicklung des Frauenfussballs.
  • Es habe sich viel verbessert in den letzten acht Jahren.

Zwar gab es für die FCZ Frauen während des Trainingslagers in Kerenzerberg beim letzten Test gegen den Bundesligisten SC Freiburg eine 0:7-Niederlage. Dennoch schaut Verteidigerin Luana Bühler dem Start in die neue Saison am Freitag in Yverdon frohen Mutes entgegen.

FC Zürich
Präsidenten-Paar Canepa begrüsst Luana Bühler beim FC Zürich. - fcz.ch

«Jetzt heisst es von Beginn weg angreifen, wenn wir vorne dabei sein wollen», lautet die Ansage der 30-jährigen Nationalspielerin. Besser sein als im letzten Jahr ist das Ziel. Ausgesprochen wird es nicht, doch kann nach dem Playoff-Halbfinal 2025/26 nur der Einzug ins Finale gemeint sein.

Einfach wird dies nicht, ist die Liga nach Meinung von Experten insgesamt noch näher zusammengerückt und noch professioneller geworden sei. «Alle Klubs sind auf einem guten Niveau. Da ist man jede Woche gefordert», betont Bühler.

Zwiespältiger Eindruck

Auf die Frage, ob die Women's Euro im letzten Jahr einen Einfluss an der positiven Entwicklung hat, sagt Bühler: «Die Aufmerksamkeit für den Frauenfussball im Allgemeinen ist dadurch sicher grösser geworden. Vor allem der Nati hat das gutgetan.»

Luana Bühler FC Zürich
Luana Bühler im Nati-Trikot. (Archivbild) - keystone

Wobei die Wirkung offenbar nachhaltig ist. «Erst kürzlich hat mich auf dem Weg ins Trainingslager ein kleines Mädchen am Bahnhof Olten angesprochen und um ein gemeinsames Foto gefragt.»

Leider seien die positiven Effekte auf Vereinsebene und auch im Ligabetrieb weniger zu spüren. Der grosse Boost bei den Sponsoren sei ausgeblieben, teilt der Verein mit.

Zwiespältiger Eindruck nach WEURO

Die Zahlen und Fakten des Schweizerischen Fussballverbandes SFV hinterlassen in der Tat einen zwiespältigen Eindruck.

Einerseits konnte man Ende 2025 einen Höchstwert von 48’000 lizenzierten Fussballerinnen über alle Altersklassen vermelden, was einem Anstieg von rund 14 Prozent gegenüber 2023 entspricht.

WEURO
Die WEURO hat für gute Stimmung in der Schweiz gesorgt. - keystone

Doch inzwischen sind die Zahlen laut «Blick» wieder auf gut 42’000 zurückgegangen. Demgegenüber kann das Sportamt der Stadt Zürich seit dem Event eine deutlich steigende Nachfrage nach Fussball feststellen.

So habe etwa das Legacy-Projekt «ZüriKick» – ein Programm zur Förderung von Mädchen im Fussball in der Stadt Zürich – dank der hohen Nachfrage fortgeführt und weiter ausgebaut werden können.

Beim FCZ wiederum wurden keine konkreten Daten zu Veränderungen bei der Zahl der aktiven Spielerinnen seit der Women’s Euro erhoben und auch bei GC fehlen diese laut Lauryn Reuber, Geschäftsführerin Operationen bei GC Frauenfussball.

FC Zürich
Die FCZ-Frauen wurden Schweizer Meister 2023. - keystone

Bezüglich der Zuschauerzahlen ergibt sich ebenfalls kein klares Bild. Nach der Euro mit einer Auslastung von 98 Prozent vermelden auch die FCZ Frauen hier einen Anstieg.

Einen positiven Effekt habe laut FCZ-Medienstelle sicher, dass die FCZ Frauen seit der Rückrunde der letzten Saison ihre Heimspiele im Letzigrund austragen und nach Möglichkeit unmittelbar nach den Männern als sogenanntes Doppelspiel.

Die Saisonkarten sind für die Spiele beider Geschlechter gültig. Überhaupt ist das Engagement für seine Frauenteams beim FC Zürich gross.

FCZ trennt sich von Frauen-Cheftrainer

Renato Gligoroski ist nicht mehr Cheftrainer der FCZ Frauen. Wie der Verein mitteilte, habe man die Zusammenarbeit wegen unterschiedlicher Auffassungen hinsichtlich der sportlichen Weiterentwicklung des Teams per sofort beendet. Bis auf Weiteres wird das Frauenteam vom technischen Direktor Alessandro Mangiarratti und von der Sportkoordinatorin der FCZ Frauen, Diane Caldwell, betreut.

«Die Infrastruktur bei uns ist hervorragend. Wir haben Krafträume und genügend Rasenplätze zur Verfügung und werden auch sonst sehr gut unterstützt. Da hat sich enorm viel zum Guten verändert im Vergleich zu vor acht Jahren, als ich zuletzt in der Schweiz spielte», betont Bühler.

Wirst du diese Saison Spiele der FCZ Frauen verfolgen?

Dennoch hinke man anderen Nationen deutlich hinterher, die in ihren Ligen schon länger einen Profibetrieb eingeführt haben. Den brauche es auch für alle Klubs der AXA Women's Super League.

Das sei auch ein Grund, warum Servette zuletzt so erfolgreich gewesen und wiederum der klare Favorit auf den Meistertitel sei. «Dort können praktisch alle Spielerinnen vom Fussball leben und sich voll darauf konzentrieren, während etwa bei uns die meisten noch einem anderen Beruf nachgehen oder eine Schule besuchen», erklärt Bühler.

Von heute auf morgen geschieht dies nicht, das ist allen Beteiligten klar. Und so wird das Warten darauf zum Geduldspiel.

Hinweis

Dieser Artikel ist zuerst im «Tagblatt der Stadt Zürich» erschienen.

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